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Der Wegweiser zum Erfolg: Ispringens Trainer Daniel Erlenmaier. Foto: PZ-Archiv/J. Müller
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Ausgelassen feierten die Handballer des TV Ispringen, nachdem im April der Aufstieg geschafft war. Foto: PZ-Archiv/J. Müller

Die Spaß-Handballer: TV Ispringen schafft Rückkehr in Verbandsliga

Ispringen. In Ispringen leben sie Handball. Sie feuern ihre Mannschaft an und feiern sie lautstark im Erfolg. So wie in den vergangenen Wochen, als die Männermannschaft ein Jahr nach dem Abstieg aus der Verbandsliga als Landesliga-Meister den direkten Wiederaufstieg schaffte.

Dabei ist die Gemeinde am Kämpfelbach kein ganz einfacher Standort für die Ballwerfer. „Es gibt außen herum starke Konkurrenz“, sagt Daniel Erlenmaier. Die Stärke meint Erlenmaier nicht nur sportlich, er meint sie auch finanziell. Mit der Wirtschaftskraft benachbarter Vereine wie TGS Pforzheim, SG Pforzheim/Eutingen und HC Neuenbürg kann der TVI nicht mithalten.

Also müssen sie in Kämpfelbach andere Qualitäten bieten. Sogenannte weiche Standortfaktoren. Erlenmaier zählt „Zusammenhalt“, „Kameradschaft“ und „Spaß“ auf und sagt: „Ich bin noch nie in einem Verein so schnell integriert worden wie hier in Ispringen.“

Die familiäre Atmosphäre ist beim TVI schon oft an den Namen der Protagonisten abzulesen. Philipp Kunz ist Abteilungsleiter der Handballer im Turnverein, Lukas Kunz ist der stellvertretende Vorsitzende im TV, Steffen Kunz ist der Presseverantwortliche. Und die drei Brüder haben sich selbstverständlich auch schon als Ballwerfer beim TVI hervorgetan, ebenso ihr Cousin Markus Dietrich. Und mit Hannes und Mattes Vogt ist in Ispringen ein weiteres Brüderpaar am Ball. Da nimmt es nicht Wunder, dass Daniel Erlenmaier angesichts eines fehlenden Torwart- und Co-Trainers eine familiäre Lösung fand. Seine Frau Nadine hat das Torhüter-Training übernommen.

Familiärer Zusammenhalt

Der große familiäre Zusammenhalt im Verein hat auch geholfen, als es 2018 darum ging, die Mannschaft zusammenzuhalten. Der Abstieg war eine Art Betriebsunfall und vor allem der Tatsache geschuldet, dass eine fast schon unheimliche Verletzungsserie die Mannschaft getroffen hatte. Ein großer Erfolgsfaktor war auch „der sehr, sehr gute Trainer“, wie Philipp Kunz die Verpflichtung von Daniel Erlenmaier umschreibt.

Hilfreich war natürlich auch die Rückkehr bewährter Spieler wie Lukas Kunz, der nach seiner Verletzungspause half, die Abwehr zu stabilisieren. Ispringen war zwar auch beim Torewerfen das Top-Team der Liga, doch für den Trainer ist klar, dass vor allem die Abwehr den Grundstein zum Erfolg legte: „Dadurch kamen wir zu vielen Balleroberungen und einfachen Toren“, sagt Daniel Erlenmaier. Das kam ihm als Verfechter des Tempohandballs entgegen, auch wenn er sich in seiner erfolgreichen Karriere als Kreisläufer beim HC Neuenbürg nicht gerade einen Namen als Konterspieler gemacht hat: „Das war bei meinen körperlichen Voraussetzungen nie meine Stärke“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Jetzt gehen die Ispringer mit einer eingespielten und routinierten Mannschaft in die Verbandsliga. Der Klassenerhalt sollte machbar sein. Die Routine hat allerdings auch einen Nachteil. Viele TVI-Spieler sind im gesetzten Alter, so wie Rückraum-Shooter David Mönch – der konnte in der Rückrunde zwar spielen, pausierte aber im Training meist. Zusammen mit Robin Mandic bildete er ein eingespieltes Rückraum-Duo.

In absehbarer Zeit steht ein Umbruch in Ispringen an. Erste Talente wie Tim Siedelmann sind schon dabei. Zudem kommt Jan Schneider von einer Weltreise zurück – er fehlte in der Meistersaison, nachdem er in der Saison davor noch TVI-Toptorschütze war. Ansonsten müssen sie in Ispringen beim Werben um Neuzugänge mit ihren „weichen Standortfaktoren“ wie Spaß und Zusammenhalt punkten.