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Ließ sich von Dorfmerkingens Fabian Weiß (links) nicht aus dem Tritt bringen: Pforzheims Salvatore Varese.  Foto: Becker 

Diesmal nach der Pause hellwach: 1. CfR Pforzheim schlägt Dorfmerkingen verdient mit 3:0

Pforzheim. Aus Schaden wird man klug. Vergeigte der 1. CfR Pforzheim vor einer Woche noch das Heimspiel gegen den Freiburger FC nach einer 3:0-Führung zur Pause (Endstand 3:3), legte er diesmal eine glanzvolle zweite Hälfte hin. Nach Toren von Salvatore Catanzano (65.), Robin Münst (71.) und Marco Rienhardt (90. +3) wurden die bis dato ungeschlagenen Sportfreunde aus Dorfmerkingen mit einer 3:0-Packung zurück auf die Ostalb geschickt.

„Ein verdienter Sieg für den CfR“, gratulierte Gästecoach Helmut Dietterle ohne Wenn und Aber. „Wir haben uns diesmal klüger angestellt, als gegen Frei-burg“, freute sich Fatih Ceylan. Damit meinte der CfR-Trainer vor allem das läuferische Verhalten seiner Truppe im zweiten Abschnitt, das diesmal wesentlich ökonomischer und kräftesparender gewesen sei.

Macorig wieder in Topform

In der Dreier-Abwehrkette des CfR brillierte erneut Maurizio Macorig. Das war nicht selbstverständlich, denn den Neuzugang war gegen Freiburg noch mit Herzrasen ausgewechselt worden. Mit einem ärztlichen Attest lief er am Samstag auf und lieferte eine fehlerfreie Partie ab. Für den gesperrten Innenverteidiger Bogdan Cristescu rückte Serach von Nordheim ins Abwehrzentrum.

Der CfR legte gleich los wie die Feuerwehr. In der vierten Minute flankte Salvatore Varese von links mustergültig in den Strafraum. Doch Stanley Ratifo traf per Kopf freistehend aus fünf Metern das Tor nicht. Danach entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel auf Augenhöhe mit Chancen hüben wir drüben. Nach gut einer Stunde begannen die zuvor schon auffälligen CfR-Neuzugänge Salvatore Catanzano und Robin Münst (beide von der SKV Rutesheim) zu zaubern. Erst legte Münst für Catanzano auf (65.), dann traf Münst nach Vorlage von Catanzano (71.). An beiden Youngstern, 20 und 21 Jahre alt, könnten die CfR-Fans in Zukunft noch jede Menge Spaß und Freude haben. Auch vom Trainer gab es ein Sonderlob: „Ich bin sehr, sehr zufrieden mit den beiden“, lächelte Fatih Ceylan. Robin Münst gefällt es sehr gut in Pforzheim: „Der CfR ist eine geile Truppe“, sagt der 20-jährige Student.

Schlusspunkt in der Nachspielzeit

Den Schlusspunkt zum 3:0 setzte in der Nachspielzeit Marco Rienhardt. Nach einem weiten Ball in den Strafraum kam Gästekeeper Christian Zech frei an den Ball, schoss dann aber Rienhardt an, von dessen Körper der Ball ins Tor trudelte.

Große Aufregung gab es in 75. Minute: Nach einer kleinen Rangelei an der Seitenlinie zwischen Marco Rienhardt und Gästespieler Maximilian Eiselt eilte CfR-Kapitän Denis Gudzevic zum Ort des Geschehens. Eiselt ließ sich nach einer leichten Berührung durch Gudzevic spektakulär fallen.

Es kam zu einer Rudelbildung, nach deren Auflösung Schiri Manuel Digeser zur Überraschung aller Beteiligen und auch der Fans im Stadion Gudzevic und Eiselt die Rote Karte zeigte. „Zweimal Gelb wäre okay gewesen“, wunderte sich Gudzevic.

„Das waren keine Roten Karten. Der Schiri muss sich nochmals das Video anschauen“, schüttele Helmut Dietterle den Kopf.

Ebenso wie sein Kollege Fatih Ceylan war Dorfmerkingens Coach auch verwunderte über die Gelbe Karte für den CfR-Trainer in der 36. Minute: Nach Auffassung des jungen Schiris hatte Ceylan zu oft und zu emotional Anweisungen Richtung Spielfeld gerufen. „Ja darf man denn gar nichts mehr sagen“, schüttelte Ceylan auf der Pressekonferenz den Kopf. Nach dem guten Spiel seiner Mannschaft bleibt diese Gelbe Karte aber nur eine unbedeutende Randnotiz.