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Beim KSC ist Dirk Orlishausen der Rückhalt im Tor und außerdem der Spielführer.   GES
Beim KSC ist Dirk Orlishausen der Rückhalt im Tor und außerdem der Spielführer. GES
27.11.2015

Dirk Orlishausen: „Wir können Leipzig schlagen“

Er ist der Kapitän. Aber Dirk Orlishausen hat nicht nur deshalb beim KSC viel zu sagen. Er ist ein Top-Torhüter und ein Akteur, der auch nach Niederlagen Verantwortung übernimmt. Wenn der eine oder andere in die Kabine geht, ohne Rede und Antwort zu stehen, stellt sich „Orle.

PZ: Herr Orlishausen, nach dem 1:3 in Sandhausen erklärten Sie, dass diese Niederlage den KSC nicht aus der Bahn wirft. Worauf basiert diese Zuversicht?

Dirk Orlishausen: Ich habe gesehen, dass sich die Jungs auch noch nach einem 0:3 den Hintern aufgerissen haben. Wir haben nicht aufgehört, wir wollen Tore machen, wollten etwas holen. Das war in der ersten Phase der Saison nicht immer der Fall. Da haben wir dann schon mal aufgegeben, wie in Braunschweig. In Sandhausen hat sich bis zur letzten Minute niemand ergeben. Wir haben gezeigt, dass die Erfolge zuletzt kein Zufall waren, sondern das Ergebnis guter Arbeit und optimaler Einstellung.

PZ: Sie erwähnen die Einstellung. Aber war die richtig, denn bis zum 0:2 verlor der KSC über 60 Prozent der Zweikämpfe?

Dirk Orlishausen: Diese Bilanz lag nicht an der Einstellung. Wir haben etwas gebraucht, bis wir im Spiel waren. Sandhausen hat uns durch Aggressivität anfangs den Schneid abgekauft. In diesen 20 Minuten waren sie etwas bissiger. Aber: Der erste Gegentreffer war ein Traumtor, der zweite ein zumindest umstrittener Elfmeter. Wenn man so früh auf einem so schwer zu bespielenden Platz gegen das Topteam, das Sandhausen jetzt ist, 0:2 zurückliegt – dann ist es schwer. Wir haben alles versucht.

PZ: Nach vier Partien ohne Gegentor mussten Sie in Sandhausen gleich dreimal die Kugel aus dem Netz holen. Wie kann so etwas passieren?

Dirk Orlishausen: Ich habe schon erwähnt, wie wir die ersten zwei Tore kassiert haben. Beim dritten Treffer kann man auch auf Foulspiel gegen Nazarov entscheiden. Wir haben gesehen, was wir machen müssen, um wieder zu null zu spielen, um wieder zu gewinnen …

PZ: Was konkret ist zu tun?

Dirk Orlishausen: Zunächst müssen wir uns sagen: Die Mannschaft ist fast wieder da, wo wir einmal waren. Dann dürfen wir den Gegner nicht zum Kontern einladen. Wir müssen die leichten Fehler einfach abstellen. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen.

PZ: Sie sind der auch der Kassenwart. Gibt es für Dimitrij Nazarov wegen des Platzverweises eine Strafe?

Dirk Orlishausen: Das war bitter für Dimi. Es war ein schwieriges, am Ende überhitztes Spiel, da muss man nicht unbedingt in der Nachspielzeit Gelb-Rot geben. Was den Platzverweis betrifft: Wir haben für solche Dinge interne Regelungen – und die bleiben intern.

PZ: Sind Sie schon heiß auf die Partie gegen RB Leipzig am Montag?

Dirk Orlishausen: Aber sicher. Nach zwei Tagen, die wir hatten, um enttäuscht und sauer zu sein, ging es mit Vollgas in die Vorbereitung für die Partie gegen Leipzig. Wir haben keine Zeit mehr, an anderes zu denken.

PZ: Ist dieses Spiel für Sie als Erfurter etwas Besonderes?

Dirk Orlishausen: Das ist ein normales Spiel, Leipzig liegt rund 150 Kilometer von Erfurt entfernt.

PZ: Ganz normal ist diese Partie dann doch nicht, denn RB ist ein Topteam. Kann der KSC dieses Topteam besiegen?

Dirk Orlishausen: Selbstverständlich. Wir bekamen die Erfolge vorher auch nicht geschenkt. Gegen Leipzig bin ich felsenfest überzeugt, dass wir das gewinnen können.

PZ: Cheftrainer Markus Kauczinski verlässt den KSC am Saisonende. Trauen Sie es seinem Assistenten Argirios Giannikis zu, dass er sein Nachfolger werden könnte?

Dirk Orlishausen: Selbstverständlich. Wir arbeiten jetzt fast vier Jahre zusammen. Er kennt den KSC, kennt den Kader, das Umfeld – für mich persönlich wäre das eine gute und naheliegende Lösung. Aber diese Entscheidung treffen nicht wir Spieler. Das ist eine Entscheidung der Verantwortlichen im Verein. Ich komme mit allem klar, was da entschieden wird.