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Entspannt blickt Damir Dugandzic – hier beim Fototermin in der Sportschule Schöneck – seiner Trainer-Zukunft entgegen. Anspach
Entspannt blickt Damir Dugandzic – hier beim Fototermin in der Sportschule Schöneck – seiner Trainer-Zukunft entgegen. Anspach
03.01.2018

Ein Badener ist Jahrgangsbester: Dugandzic bekam beim Lehrgang zum Fußballlehrer Top-Noten

Eine so rasante Karriere wie Domenico Tedesco wird Damir Dugandzic wahrscheinlich nicht hinlegen. Er will das auch nicht unbedingt, obwohl er mit dem Trainer von Schalke 04 einiges gemeinsam hat.

Als Tedesco 2016 seine Lizenz als Klassenbester überreicht bekam, kannten den heutigen Schalke-Trainer nur Experten. Dugandzic schloss den Lehrgang in diesem Jahr ebenfalls mit der besten Note ab. Und dennoch werden sich auch bei seinem Namen die meisten fragen, wer dieser Dugandzic überhaupt ist.

Wie auch Tedesco zeichne Dugandzic eine hohe Sozial-, Fach- und Vermittlungskompetenz aus, sagt DFB-Chefausbilder Frank Wormuth. Er begleitete die beiden Ausnahmekönner auf ihrem Weg zum höchsten deutschen Trainerschein fast ein Jahr lang an der Hennes-Weisweiler-Akademie. Tedesco war damals als Jugendtrainer von 1899 Hoffenheim nach Hennef gekommen. Dugandzic bewarb sich als Stützpunktleiter des Badischen Fußballverbands (BFV). Eine große Karriere als Spieler hatte er ebenfalls nicht, für die SpVgg Durlach-Aue spielte der Sportwissenschaftler in der Verbandsliga. Neben seiner Leitungsfunktion beim BFV trainiert er auch die U14-Auswahl des Verbands.

Tedesco hatte die Bestnote die Tür zu einem unvergleichbar steilen Aufstieg im turbulenten Trainergeschäft geöffnet. Und Dugandzic? „Eigentlich ist es mir fast zu eng, ausschließlich Trainer zu sein“, sagt er.

„Trainer für die Trainer“

Beim Gespräch mit dem 41-Jährigen überrascht nicht nur diese Aussage. Dugandzic hockt in einer Sitzecke seines Büros in der Karlsruher Sportschule Schöneck. Er trägt Vollbart, trinkt Kaffee und nimmt sich vor fast jeder Antwort eine kurze Bedenkzeit. „Was ich sicher spannend fände, wäre, ein Trainer für die Trainer zu sein. Dadurch hätte man einen viel größeren Hebel, etwas zu bewirken“, sagt der Familienvater. Was er meint: Die Ausbildung der verschiedenen Trainer eines Proficlubs würde ihn reizen. Was das auch bedeutet: dass er selbst gar nicht unbedingt eine Rampenlicht-Karriere anstrebt.

Anfragen aus dem Ausland

Er gibt ein Beispiel. Während seiner Ausbildung zum Fußballlehrer wurde im Lehrgang die Frage gestellt, wer bei einem Anruf des Zweitligisten Arminia Bielefeld sofort als Trainer zusagen würde. „Da hat die große Masse den Arm gehoben. Und da sag‘ ich: Das musst du nicht machen“, sagt Dugandzic. Er glaube nämlich nicht, dass diese Aufgabe zu ihm passen würde. „Das ist ähnlich wie mit Schokolade, du nimmst dir ein Stück und bist glücklich. Und fünf Minuten später bereust du es schon wieder.“

Dabei hat es natürlich auch für ihn schon attraktive Anfragen gegeben. Clubs aus der 3. Liga und sogar aus dem Ausland interessierten sich bereits für ihn.

Auch dank Tedesco sind die Klassenbesten wieder attraktiv geworden, das war nicht immer so. Ehemalige Musterschüler wie Frank Kramer oder Alexander Zorniger fanden in der Bundesliga bisher nicht ihr Glück. Ob Dugandzic jemals einen solchen Weg einschlagen will, weiß er selbst nicht. Natürlich habe das Profigeschäft seinen Reiz, sagt er. Aber es müsse schon passen, denn: „Ich glaube auch nicht, dass ich für jeden Verein der richtige Mann wäre.“