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Ausgelassene Stimmung: Zum Lächeln musste Kelterns Basketballerinnen nach dem Erreichen des Achtelfinales im Eurocup niemand animieren. Foto: Ripberger
Ausgelassene Stimmung: Zum Lächeln musste Kelterns Basketballerinnen nach dem Erreichen des Achtelfinales im Eurocup niemand animieren. Foto: Ripberger © Ripberger
Stark: Maja Vucurovic (rechts) war mit 15 Punkten Kelterns Topscorerin. Foto: Ripberger
Stark: Maja Vucurovic (rechts) war mit 15 Punkten Kelterns Topscorerin. Foto: Ripberger © rutronik stars
Völlig losgelöst: Trainer Christian Hergenröther hält nach der Schlusssirene nichts mehr auf seinem Platz. Foto: Ripberger
Völlig losgelöst: Trainer Christian Hergenröther hält nach der Schlusssirene nichts mehr auf seinem Platz. Foto: Ripberger
15.12.2016

Europareise der Rutronik Stars geht weiter - Schlussminuten im Video

Keltern-Dietlingen.Der Trainer rastete aus, die Fans waren aus dem Häuschen, die Spielerinnen kaum zu bändigen: Die Rutronik Stars aus Keltern haben die süßeste Niederlage ihrer Vereinsgeschichte kassiert. Ausgelassen wurde gefeiert, denn das 68:69 (20:21, 18:18, 17:13, 13:17) im Heimspiel gegen den belgischen Favoriten von Castors Braine reichte zum Abschluss der Gruppenphase im Eurocup aus, den Einzug ins Achtelfinale zu schaffen.

„Es war eine Partie auf Augenhöhe, in der wir einen Tick mehr Willen und Einsatz gezeigt haben“, atmete Sterne-Trainer Christian Hergenröther durch. Basketball-Chef Dirk Steidl schwärmte von der Mannschaft: „Die Mädels sind einfach klasse, haben eine tolle Einstellung.“

Zwar haben die punktgleichen Belgierinnen die bessere Korbdifferenz, doch Keltern hat dank des 68:62 im Hinspiel den direkten Vergleich gewonnen und ist deshalb Gruppenzweiter.

Sensationelles Weiterkommen

Damit geht die Europareise der Sterne weiter. Und das mutet wie eine Sensation an. Denn bis 2016 hat noch nie eine deutsche Frauenmannschaft die Gruppenphase im Eurocup überlebt. Jetzt stehen mit dem Bundesliga-Spitzenduo Wasserburg und Keltern gleich zwei deutsche Teams in der K.o.-Runde.

Die kleine, aber begeisterte Zuschauerschar, die die Speiterling-Halle in einen Hexenkessel verwandelte, sah eine Partie auf Augenhöhe und eine dramatische Schlussphase, in der zunächst Keltern alle Trümpfe in der Hand hatte, dann plötzlich so gut wie aus dem Rennen war, um am Ende doch zu triumphieren.

Nach drei Spielvierteln mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen führte Keltern 55:52. Doch mit einem 11:1-Lauf drehte Braine den Spieß um und hatte plötzlich den Sechs-Punkte-Rückstand aus dem Hinspiel ausgeglichen. Knapp drei Minuten vor Schluss führten die Gäste gar 69:58 – die Partie war vollends gekippt.

Absichtlich daneben geworfen

„Aber wir sind ruhig geblieben, fokussiert, konzentriert, sind nicht in Panik verfallen“, sagte Maja Vucurovic später. Die Serbin war Kelterns Topscorerin und wurde in der Schlussphase zum Matchwinner: Erst ein Zweier aus dem Spiel, dann zwei verwandelte Freiwürfe brachten die Sterne wieder auf Kurs. Der Rest der Partie war ein Freiwurf-Festival für die Stars – mit einer kuriosen Besonderheit: Als wenige Sekunden kurz vor Spielende Emmanuella Mayombo bei zwei Punkten Rückstand zwei Freiwürfe zugesprochen bekam, musste sie einen absichtlich verwerfen – denn bei einem Unentschieden wäre die Partie verlängert worden. Und dann hätte Braine plötzlich wieder viele Minuten Zeit gehabt, den Sechs-Punkte-Rückstand noch aufzuholen.

Rutronik Stars Keltern: Achtelfinale im Eurocup erkämpft