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Markus Obernosterer erzielt das 1:0 für die Kickers. Nöttingens Torhüter Andreas Dups ist bezwungen.  Foto: Eibner 
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Mit zwei Treffern machte Nöttingens Angreifer Nikolaos Dobros (links, hier gegen den Stuttgarter Denis Zagaria) die Partie noch einmal spannend.  Foto: Eibner 

FCN-Spiel steht kurz vor dem Abbruch: Kickers-Fans werfen Bierbecher

Der FC Nöttingen hat am Samstag sein Auswärtsspiel unter dem Stuttgarter Fernsehturm bei den Kickers mit 3:2 (2:0) verloren. Eigentlich war die Messe bereits nach der 54. Minute mit dem 3:0 der Gastgeber durch Kevin Dicklhuber gelesen. Doch schnelle Tore von Niko Dobros (71./73.) zum 2:3 machten die Sache nochmals spannend und zeigten auch unter welchem Druck die Kickers stehen.

Die Rote Karte für Trainer Mustafa Ünal nach Spielende wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung und die Bierdusche von der Haupttribüne für das Schiedsrichtergespann auf dem Gang in die Kabine waren Ausdruck davon, wie hoch die Erwartungshaltung auf der Waldau ist.

Bierbecher gegen Linienrichter

Der Unmut des Kickers Anhangs richtete sich gegen Schiedsrichter Jochen Rottner, von dem man sich vor allem wegen der gegebenen Gelben Karten ungerecht behandelt fühlte. Nach dem Werfen von Bierbechern der Kickers-Fans in der 75. Minute gegen den Linienrichter drohte der Schiedsrichter im Wiederholungsfall gar mit dem Abbruch der Partie. Kickers Trainer Mustafa Ünal war trotz allem relaxt: „Ich bin auch mit dem 3:2 zufrieden, auch wenn mit dem 3:0 eigentlich der Deckel schon drauf war.“ Für Mustafa Ünal waren seine fünf verwarnten Spieler für die umkämpfte Schlussphase maßgebend: „Wir konnten nicht mehr zupacken, nicht mehr so richtig in die Zweikämpfe gehen, gefühlt hatte jeder unserer Spieler Gelb.“

Eigentlich war es ein normales, auf einem schwer bespielbaren Platz umkämpftes, aber nicht übertrieben hartes oder unfaires Spiel. Dem FCN gehörte die erste Viertelstunde. Die Elf von Trainer Michael Wittwer war spielbestimmend und zeigte wenig Respekt vor dem Aufstiegsanwärter. Aber in der Folge nahmen die Kickers das Spiel immer mehr in die Hand und zeigten Effizienz. Mit der ersten Chance im Spiel erzielte Markus Obernosterer (27.) die Führung für die Gastgeber. Nach einem Eckball köpfte der ehemalige Nöttinger Spieler Niklas Kolbe unmittelbar vor der Pause zum 2:0 für die „Blauen“ ein.

Nach der Halbzeit kam Riccardo Di Piazza für Eray Gür beim FCN. Doch das Tor machten die Kickers. Nach einem Freistoß aus 40 Metern durch Freund und Feind hindurch bekam Kevin Dicklhuber die Fußspitze noch an den Ball und es stand 3:0 (54.).

Wer jetzt an ein Desaster für den FCN glaubte, sah sich getäuscht. Nöttingen zeigte Moral, kämpfte sich zurück ins Spiel und konnte durch Niko Dobros den Anschlusstreffer zum 1:3 (71.) erzielen. Als abermals Dobros nur zwei Minuten später mit einem direkt verwandelten Eckball das 2:3 gelang – sein 13. Saisontreffer –, wurde es nochmals eng. Die Degerlocher waren sichtlich beeindruckt. Trotz Chancen und größter Bemühungen wollte der Ausgleichstreffer für den FCN aber nicht mehr fallen. FCN-Vorstand Dirk Steidl meinte nach Spielende: „Unsere Leistung war absolut in Ordnung, aber unter dem Strich ist der Sieg der Kickers auch verdient.“ Trainer Michael Wittwer stieß ins gleiche Horn: „Drei Tore Unterschied wären mir zu viel gewesen, aber mit dem einen ist so auch in Ordnung.“

Auf die Frage in der Pressekonferenz, warum Niko Dobros, der letzte Saison noch bei den Kickers spielte, in Nöttingen so aufblüht, antwortete Wittwer schlagfertig und scherzhaft mit einem Augenzwinkern in die Runde: „Das liegt am Trainer!“

Vor einem Jahr war das Spiel des FCN bei den Stuttgarter Kickers das letzte in der Oberligasaison 20/21. Dann wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen. Dies sieht momentan nicht danach aus. Am kommenden Freitag (19 Uhr) empfängt der FCN den FC Astoria Walldorf II in der Kleiner Arena. Sollte im Lauf der Woche die Corona-Warnstufe in Kraft treten, dann unter 2G-Bedingungen.