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Zeigt seinen jungen Mitspielern, wo es langgeht: Ex-Profi Daniel Reule, der jetzt als spielender Co-Trainer für den A-Ligisten FV Lienzingen am Ball ist.  Foto: Hennrich 

Fußballspaß mit 35: Für Daniel Reule läuft es gut beim FV Lienzingen

Mühlacker. Es läuft für Lienzingen – und für Daniel Reule. Der Ex-Profi war vor der Runde vom 1. FC Ispringen zum Fußballverein in die A-Klasse gewechselt und grüßt nach dem zehnten Spieltag mit 23 Punkten nun von der Spitze. „Dass es so gut läuft, war nicht zu erwarten“, sagt der 35-jährige Angreifer zur bisherigen Bilanz von sieben Siegen, zwei Remis und einer Niederlage. Diese kassierte Lienzingen am ersten Spieltag (1:2 gegen TSV Ötisheim). Vielleicht war das Fehlen von Reule und Trainer Michael Horntrich in den letzten beiden Vorbereitungswochen der Grund. Gemeinsam weilten sie im Urlaub.

Horntrich ist Reules Schwager. Er lotste den Stürmer vor der Runde zum FVL, dort bilden beide ein ehrgeiziges Trainergespann. Horntrich ist der Chef an der Außenlinie, Reule als spielender Co-Trainer der Häuptling auf dem Feld. „Der Mannschaft hat bislang ein Führungsspieler gefehlt. Das Team ist sehr jung. In der Vorbereitung musste deshalb viel gemacht werden, doch die Jungs haben die Vorgaben gut umgesetzt, einen enormen Ehrgeiz entwickelt und immer wieder gefragt, wie sie es besser machen können“, erzählt Reule, der seine Glanzzeiten beim SV Waldhof Mannheim hatte, für den er in 111 Spielen 45 Tore schoss.

Hungrige Jungs

In den bisherigen zehn Ligaspielen für Lienzingen kommt der „Mann mit der linken Klebe“ auf acht Treffer. Sein Schnitt liegt eigentlich bei 20 Treffern pro Saison. Es sollten also noch einige in dieser Runde hinzukommen.

Doch auch die Mannschaft ist hungrig, im Training tummeln sich 30 Spieler auf dem Platz, sie sind willig, haben Bock zu kicken. „Die Jungs haben gemerkt: da geht was“, sagt Reule. Ob es am Ende sogar für den Aufstieg in die Kreisliga reicht, bleibt abzuwarten. „Unser Ziel ist weiter Platz vier bis acht“, so Reule, der Knittlingen, Nußbaum und Ölbronn-Dürrn als härteste Konkurrenten in der Meisterschaft ansieht. „Allerdings sind Knittlingen und Nußbaum in der Rückrunde immer eingebrochen“, weiß der Lienzinger Goalgetter.

Er genießt seine Rolle als spielender Co-Trainer. An seine Zeit bei Waldhof denkt er gerne zurück. Zu den Kickers Pforzheim, dessen Oberliga-Mannschaft er in der Spielzeit 2014/15 durch sein Spielercasting am Leben hielt, hat er keinen Kontakt mehr.

Beim FV Lienzingen will der 35-Jährige nun mindestens noch eine Saison dranhängen. „Die Knochen schmerzen jede Woche, ich muss mich schon quälen“, sagt Reule mit einem Grinsen im Gesicht. Für die Zukunft kann er sich vorstellen, komplett auf den Trainerstuhl zu wechseln. Nach der jetzigen Saison steht aber erst einmal die Hochzeit an.