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Das Trikot des Karlsruher SC wird künftig Fabio Kaufmann tragen, der zuletzt für Eintracht Frankfurt spielte. Der Neuzugang ist bei den Badenern auf dem rechten Flügel eingeplant.  Foto: Steffen/dpa 

Gewissheit und Fragezeichen beim Kader des Karlsruher SC

Karlsruhe. Christian Eichner ist erst vor ein paar Tagen aus dem Urlaub zurückgekommen. Doch dem Karlsruher Trainer kommt es so vor, als lägen die wenigen Tage, die er mit Frau und Tochter in südlichen Gefilden verbracht hat, schon Ewigkeiten zurück. Wie es eben so ist, wenn die Pfingstferien ausgerechnet in die Zeit fallen, in der Trainer und Sportdirektor mit Hochdruck daran arbeiten, einen möglichst guten Kader für die folgende Spielzeit zusammenzustellen.

Vorzüge und Nachteile

Ein gutes Argument, mit dem Eichner und Sportdirektor Oliver Kreuzer um Spieler werben, ist, dass der KSC die vergangene Saison auf einem guten sechsten Platz abschloss. Ein weniger gutes ist die Gehaltsstruktur bei den traditionell klammen Badenern, zumal die Liga vermutlich stärker wird: „Es reden immer alle von den beiden Absteigern Schalke und Werder“, sagt Eichner. „Aber von den drei Aufsteigern haben zumindest Dresden und Ingolstadt sicher keine kleineren Etats als wir. Und Rostock ist natürlich auch eine Nummer.“ Nur gut, dass Eichner auch seiner Elf eine Weiterentwicklung zutraut: „Spielerisch sind wir auf einem guten Weg, aber in Sachen Balance ist noch Luft nach oben.“

Der Kader nimmt Konturen an. Leon Jensen, der beim Drittligisten FSV Zwickau Stammspieler war, soll die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld beleben. Neben Marvin Wanitzek und Jerôme Gondorf ließ hier im Saisonfinish der erst 19-jährige Tim Breithaupt aufhorchen. Und dann ist da noch der rustikale Lukas Fröde. „Drei aus fünf“, lautet also die Vorgabe. „In der Zentrale sind wir super besetzt“, meint der Coach. „Das Mittelfeld bleibt unser Prunkstück.“

Für die offensiven Außenbahnen vorgesehen sind hingegen zwei weitere Neuzugänge: Lucas Cueto, der bei Viktoria Köln meist auf dem linken Flügel zum Einsatz kam. Fabio Kaufmann (Eintracht Braunschweig) ist auf dem rechten Flügel heimisch.

Abwehrformation steht

Nach der festen Verpflichtung von Philip Heise (Norwich City) steht zudem die Abwehrformation so gut wie fest. Neben dem Linksverteidiger sind die Innenverteidiger Robin Bormuth und Christoph Kobald gesetzt, auf rechts liefern sich Sebastian Jung und Marco Thiede ein Duell auf Augenhöhe.

Bleibt die Frage, wie es im Sturmzentrum weitergeht. Also auf der Position, in der der KSC in ungesundem Maße von Philipp Hofmann abhängt. Fiel der Mann, der in 67 Spielen 31 Mal für die Blau-Weißen traf, einmal aus, herrschte Flaute. Babacar Gueye, der den Verein wie David Pisot und Janis Hanek (alle vereinslos), Alexander Groiß (Saarbrücken) und Kevin Wimmer (Rapid Wien) verlassen hat, konnte ihn nie ersetzen. Auch Malik Batmaz braucht noch Zeit.

Geht Hofmann noch weg?

Die läuft dem KSC hingehen spätestens dann weg, wenn Hofmann, der beim Hamburger SV als Ersatz für Simon Terodde im Gespräch ist, tatsächlich die Koffer packt. Wie wahrscheinlich das ist, vermag Eichner nicht zu sagen. In einem Punkt legt er sich aber fest. Eine Hängepartie wie in der vergangenen Saison, als Hofmann noch spät einen Wechsel zu Union Berlin erzwingen wollte, wird es diesmal nicht erneut geben: „Wir werden diesmal deutlich vorher Klarheit haben.“