Umjubelter Auftritt: Krystina Moshenska/Marius-Andrei Balan. Foto: Korechkovski
Sport
Großer Schreck nach dem großen Auftritt: Pforzheimer Tänzer geht es besser
  • Elena Korechovski und Udo Koller

Marius-Andrei Balan ist auf dem Weg der Besserung. „Es geht mir gut. Meine Werte sind wieder in Ordnung“, so der 24-jährige Tänzer vom Schwarz-Weiß-Club Pforzheim gegenüber der PZ. Dabei hatte der Partner von Krystina Moshenska (25) alle Beteiligten beim der German Open Championship in Stuttgart einen Schrecken eingejagt. Denn der Pforzheimer war nach dem Gewinn der Silbermedaille und nach der Siegerehrung im Grand-Slam der Lateintänzer zusammengeklappt, wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

„Meine Werte am Freitagabend waren schlecht, jetzt sind sie wieder besser“, berichtet Balan, der auch zu wissen glaubt, was seinen Schwächeanfall verursacht hat: „Ich hatte in den Tagen vor dem Turnier Durchfall und habe viel Wasser verloren.“ Mitte der Woche will er nach weiteren Untersuchungen das Krankenhaus wieder verlassen.

Umso erstaunlicher war der Auftritt von Balan/Moshenska. „Das wird ein bombastisches Turnier“, hatte ihr Trainer Franco Formica angekündigt. Die Pforzheimer boten den aktuellen Weltranglisten-Ersten Armen Tsaturian und Swetlana Gydyno aus Russland Paroli. Das Publikum in der Stuttgarter Liederhalle tobte, als die Pforzheimer die beiden ersten Tänze im Finale für sich entschieden. „Sie wurden vom Publikum getragen“, berichtet Schwarz-Weiß-Club Sportwartin Sigrun Aisenbrey. Erstmals seit Jahren griff wieder ein deutsches Paar nach Gold. Technische Perfektion, verbunden mit echter Emotionalität, die zu der Musik passt. Doch beim dritten Tanz, dem Paso Double, wendete sich das Blatt, womöglich schon ein Vorzeichen für Balans späteren Schwächeanfall. In der Folge setzte sich das russische Paar ab. Und als nach dem letzten Tanz der Sieg der Weltranglisten-Ersten feststeht, fällt Armen Tsaturian erleichtert auf die Knie und bekreuzigt sich. Mit 189,19:188,80 fiel der Sieg hauchdünn aus.

Den großartigen Pforzheimer Auftritt beim Latein-Grand-Slam in Stuttgart komplettierten Timur Imamtdinov/Nina Bezzubova, die sich trotz einiger Schwierigkeiten in den Vorrunden bis auf Platz vier vorkämpften. „Ich habe einige Fehler gemacht. Nina hat mir aus der Patsche geholfen. Ich musste mich heute dreimal entschuldigen“, so Imametdinov. Im Finale zeigte das Paar musikalisches Tanzen mit weichen, fließenden Bewegungen. In zwei Tänzen wurden die Pforzheimer sogar als Dritte gewertet. „Das Finale war ihre stärkste Runde“, kommentierte ihr Trainer Formica.

Die Pforzheimer Paare arbeiteten sich mit dieser Leistung in der Weltrangliste weiter nach vorne und wirbelten damit die Rangfolge in der Spitzengruppe durcheinander. Ihre Leistung war auch eine Kampfansage für die nächsten Weltmeisterschaften.

Der SWC war beim 29. GOC der erfolgreichste deutsche Verein. Die ebenfalls noch relativ neuen Paarkonstellation Maxim Stepanov/Ksynia Rybina tanzte sich im Grand-Slam-Turnier auf Rang elf. Die Bronzemedaille von Razvan Dimitrescu/Jacqueline Joos bei den Rising Stars Latin kam überraschend. Claudiu Ana und Michelle Nazarenus belegten in der höchsten Leistungsklasse (Junioren II) Platz vier von 171 Paaren. Ihr Bruder, Elias Nazarenus, belegte mit Sofia Bersch bei den Kindern II Latein den Platz fünf.