Die Rente rückt näher, doch in puncto Fußball kommt der Höhepunkt noch: SVI-Urgestein Alexander Köppl darf als Dank für viele Jahre Engagement ein Länderspiel der Nationalmannschaft besuchen und sich bei einem Ehrungsabend feiern lassen.
Privat/SV Illingen
Sport
Illinger Fußballer freuen sich über Auszeichnung für Nachwuchsförderer Alexander Köppl

Illingen. Millionen Fans wünschen sich, dass es bald wieder reizvoller ist, der Nationalmannschaft zuzusehen. Ein Illinger hat nun erst recht Grund, darauf zu hoffen, und zwar Alexander Köppl, der dank seines jahrzehntelangen Engagements für die heimischen SVI-Kicker in den Club 100 des Deutschen Fußball-Bunds aufgenommen worden ist. Der 61-jährige Köppl darf nicht nur zu einer DFB-Ehrungsveranstaltung, sondern auch noch zu einem Länderspiel.

In einer Vorstufe war Köppl innerhalb des Württembergischen Fußball-Verbands als Bezirkssieger auserkoren worden. Schon vor zwei Jahren zählte ein anderer Ur-Illinger zu fünf auf Enz-Murr-Ebene Ausgezeichneten: Und die damalige Ehrung des früheren Torhüters Karl-Heinz „Charly“ Wöhr war auch der Grund dafür, dass Jugendleiter Benjamin Färber im Frühjahr nun auch Köppl vorgeschlagen hat. Worauf der sich nun insgesamt freuen kann, Köppl wissen die Illinger noch gar nicht genau. Wie Färber sagt, sei sein ehrenamtlicher Mitstreiter mehr oder weniger sprachlos gewesen, als er ihm die frohen Botschaften übermittelt hat. Färber sieht in Köppl einen Vertreter des Typs Mensch, der erstmal gar kein Aufhebens ums eigene Engagement will, der sich über eine überraschende Würdigung aber natürlich dennoch freut.

Benjamin Färber als Jugendleiter des SV Illingen hat die Fußball-Verbände auf einen seit Jahrzehnten beim SV Illingen wirkenden Fußball-Freund aufmerksam gemacht.
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Beim Club seines Heimatorts war Köppl linker Verteidiger. Inzwischen spielen seine Söhne Mika und Fynn für die Illinger Aktiven. Die beiden brachten Köppl 2008 zunächst dazu, Bambini-Coach zu werden. In 15 Trainer-Jahren ging es für ihn bis hinauf zur A-Jugend. Ferienbetreuung kam hinzu. Auch hat sich Köppl junger Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak angenommen und sich in Sachen Fußball auch an Illingens Schule engagiert. 2012 übernahm er bei den SVI-Fußballern die Jugendleitung. Inzwischen fungiert er im Verein zusammen mit dem 41-jährigen Färber auch noch als Kinderschutzbeauftragter.

Zuhause ist Köppl gar nicht weit von seiner sportlichen Heimat, und wie Färber berichtet, hat der nun Ausgezeichnete alleine schon daran große Freude, Kinder im SVI-Dress zum Fußballplatz gehen zu sehen.

Kommunikative Fähigkeiten musste Köppl mit Sicherheit schon mitbringen. Die konnte er aber auch noch schulen. Er hat ja mit pubertierenden Kindern zu tun und darüber hinaus unter anderem auch mit den ja auch nicht immer einfachen Eltern – darauf hat Färber im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ hingewiesen. Als Lehrer kann Färber das einschätzen. „Er ist so ein ruhiger verlässlicher Typ, der über den Dingen steht“, sagt er über den auch beruflich erfolgreichen Köppl. Der schaffte es bei Kärcher: in Illingen zum Leiter der Materialwirtschaft. Nun steuert Köppl über den Umweg Lettland auf die Rente zu.

Auch für seine Gattin ist es nichts Besonderes, sich für die gute Sache einzusetzen: Stefanie Köppl-Rau ist bei der Hoffnungsträger Stiftung Bereichsleiterin Fundraising & Philanthropie.

Bei aller Verbundenheit zur Heimat geht der Blick auch über Illingen hinaus. Die Familie ist gerne im Wohnmobil unterwegs – und eine alte Liebe von Vater Köppl ist die Borussia. Die Rede ist allerdings nicht von der aus Dortmund, die der neue Bundestrainer Jürgen Klopp zu Erfolgen geführt hat: Köppl hält viel mehr zu Mönchengladbach, dem großen FC-Bayern-Konkurrenten der 1970-er Jahre.