Erst Ringer, dann Trainer, danach Vereinschef – Eckhard Knodel hatte viele Funktionen beim SV 98 Brötzingen. Foto: PZ-Archiv, Becker
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Im Alter von 73 Jahren gestorben: Ringer trauern um Eckhard Knodel
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Pforzheim. Im Superschwergewicht war Eckhard Knodel nur schwer zu bezwingen, zahlreiche große Kämpfe entschied der Mattenfuchs für sich. Seinen letzten Kampf gegen den Krebs hat Eckhard Knodel jedoch verloren. Der Birkenfelder starb am Montagabend im Alter von 73 Jahren.

Eckhard Knodel kam am 1. Februar 1945 in Pforzheim zur Welt. Schon als kleiner Junge war er sportbegeistert, doch erst mit 23 Jahren wurde er beim SV 98 Brötzingen in die Geheimnisse der Mattentechnik eingeweiht. Egal, der Spätstarter gab gleich richtig Vollgas.

Mit dem SVB stieg er 1968 in die Bundesliga auf. Klar wurden die Späher des KSV 1907 Wiesental auf den Modellathleten mit dem großen Kämpferherz aufmerksam und fädelten den Wechsel ein. Knodel hatte ihn nie bereut, bereiste er doch mit seinen Teamkollegen halb Europa. Auf den nordbadischen (10 Titel) und deutschen Ringermatten räumte er außerdem kräftig ab. Zu seinen größten Erfolgen gehörte der deutsche Meistertitel 1983 im Superschwergewicht, freier Stil bis 130 kg, in Schriesheim. Die Krönung aber folgte in der Saison 1984/85, als er mit dem KSV Wiesental den DM-Titel gegen den KSV Aalen vor 7000 Zuschauern in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle gewann. Ein Weggefährte erinnert sich: „Eckhard Knodel war ein Kraftpaket. Da er spät mit dem Ringen angefangen hat, war er nicht der Super-Techniker, aber mit seiner Körpergröße hat er einiges wettgemacht.“

Einstieg als Trainer

Nach seiner aktiven Zeit (bis 41 Jahre) schlug Eckhard Knodel die Trainerlaufbahn ein. Zunächst in Wiesental, später als Assistent des Landestrainers Günter Hartlieb sowie als Vereinstrainer des KSV Berghausen, des KSV Ispringen sowie bei seinem Heimatclub SV 98 Brötzingen. 2012 und 2013 leitete er zudem die Geschicke des Vereins als Vorsitzender. Für die Kämpfer wie auch Mitglieder und Fans hatte er immer ein offenes Ohr.

Auch begleitete der Brötzinger, der zuletzt in Birkenfeld lebte, immer wieder die deutschen Ringer bei internationalen Wettkämpfen. Eckhard Knodel scheute keine Mühen und Kosten, um bei EM, WM oder den Olympischen Spielen seinem geliebten Sport ganz nahe zu sein.

Neben dem Ringen hatte Eckhard Knodel noch ein weiteres großes Hobby: Motorradfahren. Mit einer Reise durch Italien, Albanien und Kroatien erfüllte er sich zuletzt nochmal einen großen Traum. „Eckhard war eine starke Persönlichkeit“, erzählt ein „guter Freund“ gegenüber der PZ. „Er ist oft angeeckt, war aber immer total ehrlich. Einen besseren Freund konnte man sich nicht wünschen.“

Eckhard Knodel hinterlässt Frau und Tochter. Die Trauerfeier findet am Freitag, 14. September, um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Birkenfeld statt.