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Dramatische Schlussphase: Ispringens Russe Israil Kasumov (oben) hatte seinen Weingartener Gegner Mago Kadimagomedov phasenweise im Griff, doch am Ende reichte es nicht zum Sieg.  Foto: Ripberger 
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Ispringens Trainer Alexander Leipold (Mitte) enttäuscht nach dem Halbfinale.  Foto: Ripberger 

Ispringen verpasst Sieg in letzter Sekunde – Germania Weingarten zieht ins Finale der DRL ein

Weingarten. Der Halbfinal-Rückkampf des amtierenden Meisters der Deutschen Ringerliga (DRL) KSV Ispringen gegen den Traditions-Ringerclub Germania Weingarten hatte es in sich.

In der letzten Sekunde des zehnten und letzten Kampfes verstummte die tosende und siegessichere Zuschauermenge in der Weingartener Mineralix-Arena plötzlich. Einer der besten Ispringer Griffkünstler, der Russe Israil Kasumov, warf seinen Weingartener Gegner Mago Kadimagomedov beim Stand von 5:6 nach Punkten im letzten Moment aus dem Ring und Kampfrichter Uwe Steuler zeigte vier Wertungspunkte für den KSV. „Das wäre es für uns gewesen“, seufzte KSV-Boss Werner Koch nach dem Kampf, „wir wären im Finale gegen Schifferstadt gestanden.“

Weil die Germanen aus Weingarten aber den Videobeweis bemühten und sowohl der Punktrichter als auch der Präsident am Mattenrand auf 2:2 statt 0:4 entschieden; das heißt, auch eine gelungene Aktion von Kadimagomedov erkannten, ging dieser Einzelkampf (77 kg Freistil) mit 7:8 und 0:1 und somit der gesamte Mannschaftskampf für Ispringen mit 5:9 verloren. „Das war aus unserer Sicht eine enge Entscheidung, die wir aber selbstverständlich akzeptieren müssen“, sagte der ehemalige Weltklasseringer und jetzige KSV-Coach Alexander Leipold über das Urteil. „Wenn ein Halbfinale so knapp ausgeht“, befand Koch, „hat es eigentlich jeder verdient, ins Finale zu kommen.“

Dass dies den Kämpfelbachtalern nach ihrem Triumph 2018 diesmal nicht gelingen sollte, zeichnete sich schon im ersten Durchgang ab, als es nach den beiden ersten Kämpfen nur 1:1 stand. „Eigentlich hätte ich von Roman Amoyan und Nicholas Gwiadkowski jeweils zwei Punkte erhofft“, meinte ein enttäuschter Koch zur 0:1-Niederlage Amoyans (60 kg gr.-röm.) und zum 1:0-Sieg Gwiadkowskis (130 kg Freistil). „Arsen Harutunyan wiederum hat seine Sache sehr gut gemacht“ – er gewann mit 2:0 gegen Vasyl Shuptar (63 kg Freistil). Die letzten zwei Begegnungen vor der Pause gingen mit 0:2 bzw. 0:1 verloren, weil Ispringen die betreffenden Gewichtsklassen nicht adäquat besetzen konnte. Zum Einen hatte Robert Kobliashvili gegen den acht Kilogramm schwereren Maksim Sarafyan nichts auszurichten (97 kg griech.-röm.), zum anderen brach Hassan Hassan Mohamed konditionell etwas ein (67 kg griech.-röm.), „weil er in einer Woche sieben Kilos abnehmen musste und dies nicht mehr kompensieren konnte“, wie Koch erklärte.

Germanen-Trainer Frank Heinzelbecker war mit der zweiten Halbzeit, in der seine Matten-Cracks den Finaleinzug dann perfekt machten, hochzufrieden: Insbesondere mit Alejandro Valdez, „der gezeigt hat, dass sein Schultersieg gegen den Ispringer Olympiasieger Vladimer Khinchegashvili keine Eintagsfliege“ gewesen sei (72 kg Freistil, 2:0) und mit Jan Fischer, der „gegen den Weltmeister Bacsi besteht“ (87 kg gr.-röm., 0:1).

„Wir alle können stolz auf unsere Kämpfer sein“, fasste Leipold seine Gefühlslage nach dem verpassten Finaleinzug des KSV zusammen. „Man muss auch mal verlieren können.“

Im Finale der DRL trifft Germania Weingarten jetzt auf den VfK Schifferstadt, der sich im zweiten Halbfinale gegen den ASV Nendingen durchsetzte – trotz der Niederlage im Rückkampf.