Karlsruhe. Auch das letzte Stück vom „Karlsruher Old Trafford“ (Bauleiter Frank Nenninger) wird schon bald Geschichte sein. Am Dienstag begann mit der Entfernung des Dachs an der Gegengeraden der Abbruch. Es ist ein zunächst höchst aufwendiges und mühsames Verfahren. „Mir selbst blutet das Herz“, sagt Fußballfan Nenninger – auch wenn er eigentlich Fan der anderen „Blauen“ im Land ist, der Stuttgarter Kickers. Nenninger ist dennoch höchst entspannt und gut gelaunt. „Wir liegen absolut im Zeit- und Kostenplan, die Baufirmen liefern erstklassige Arbeit ab“, betont er.
Die Eternitplatten im Stil der 70er-Jahre sind mit Asbest belastet und müssen Stück für Stück sehr behutsam entfernt, in Spezialsäcke eingepackt und entsorgt werden. Zwei Hubsteiger sind im Einsatz, dazu kommen zwei Autokräne, die es ermöglichen, dass Schuttmulden in luftiger Höhe beladen werden.
Die Demontage der insgesamt 8000 Quadratmeter Dachfläche soll in rund zwei Wochen abgeschlossen sein, danach beginnt nahtlos der Abriss der Holz-Stahlkonstruktion und spätestens Mitte September wird der Wall „angefasst“. Nach der bereits in der Süd- und in der Nordkurve bewährten Methode wird der Wall abgetragen, nach möglichen Schadstoffen untersucht und dann neu modelliert. Die Fans, vor allem jene auf der Haupttribüne, werden dann wieder einen freien Blick in den Hardtwald haben, was es seit den 70ern nicht mehr gegeben hatte.
Vor allem aber sehen sie, dass etwas passiert, dass der Stadionbau trotz aller Hindernisse und Bedenken in großen Schritten weitergeht. Offiziell müssen die Vorarbeiten am 5. Dezember abgeschlossen sein, doch läuft alles problemlos weiter, könnte dies auch schon zwei Wochen vorher der Fall sein. Sobald der neue Wall für die Ost-Tribüne, wie die Gegengerade offiziell heißt, modelliert ist, beginnt genau an dieser Stelle endlich der eigentliche Stadionneubau.
Bisher nur Entwürfe
Die ersten Teil-Bauanträge für die Nord-, Ost-, und Südtribüne sind eingereicht, der Baubeginn spätestens im Dezember ist fest anvisiert. Am 12. Dezember soll dann auch in einem weiteren Bürgerforum gezeigt werden, wie das Stadion tatsächlich aussehen soll. Bisher sind nur Entwurfsplanungen bekannt. So ist im Moment auch noch nicht mit einer Gesamtbaufreigabe zu rechen, bei der Planung für die Haupttribüne sind noch viele Details zu klären.
Zum Pokalspiel gegen Hannover am Montag kommt übrigens erstmals die provisorische Südtribüne zum Einsatz, die dann als Gegengerade bezeichnet wird und vorübergehende neue Heimat der aktiven Fanszene wird. Bemerkenswert ist, dass auf der Osttribüne noch rund 1000 Sitzschalen verbaut sind, lediglich gut 600 hatten die KSC-Fans am zurückliegenden Wochenende abgebaut und durften sie gegen eine kleine Spende dann als Andenken mit nach Hause nehmen. Die Hardtstiftung und das KSC-Fanprojekt dürften auf diese Weise rund 3000 Euro eingenommen haben.

