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Ingo Wellenreuther
Ingo Wellenreuther © dpa
17.09.2012

KSC droht Geldstrafe vom DFB

Karlsruhe. Der in die Dritte Liga abgestiegene KSC hat die Spielzeit 2011/12 mit einem Verlust von etwas mehr als einer Million Euro, exakt: 1.090.000 Euro, abgeschlossen. Das gab der Verein im Vorfeld der ordentlichen Mitgliederversammlung bei seiner Bilanzpressekonferenz bekannt.

Dieser Verlust war einerseits abzusehen. Andererseits fiel der Verlust deutlich geringer aus (906.000 Euro = 45 Prozent), als erwartet (1.996.000 Euro). Auch gegenüber der Vorsaison – noch in der Zweiten Liga - schnitt der KSC besser ab. 2010/11 lag das Minus noch bei 2,504 Millionen Euro. „Wir sind natürlich froh, dass wir nicht so schlecht abgeschnitten haben, wie befürchtet“, kommentierte Clubchef Ingo Wellenreuther die von Vizepräsident Georg Schattling vorgetragenen Zahlen. Aber das Eigenkapital des KSC hat sich weiter verschlechtert, von minus 2,714 Millionen Euro (30.6.2011) auf minus 3,804 Millionen Euro am 30. Juni dieses Jahres.

Die gesamtwirtschaftliche Lage des Drittligisten hat sich also verschlechtert. Deshalb droht dem KSC im Rahmen des kommenden Lizenzierungsverfahrens eine „Vertragsstrafe“ – nicht von der Deutschen Fußball Liga (DFL), die nur die Lizenzen für die Erste und Zweite Liga vergibt, sondern vom Deutschen Fußballbund (DFB), der für die Dritte Liga zuständig ist. Um die drohende Geldstrafe zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren, muss der KSC die Differenz zwischen dem am 31.12.2011 ausgewiesenen (minus 1,333 Millionen Euro) und am 31. Dezember dieses Jahres erwarteten Minus gegen Null drücken.

Bei diesem Unterfangen spielt natürlich der Verkauf von Hakan Calhanglu an den Erstligisten Hamburger SV eine Rolle. Darüber hinaus könnte sich natürlich sportlicher Erfolg positiv auswirken – am schnellsten im DFB-Pokal. Dort ist der KSC am 31. Oktober (19 Uhr) Gastgeber des Zweitligisten MSV Duisburg.

Sportlicher Erfolg – nicht zuletzt der angestrebte Aufstieg – würde natürlich auch den für die jetzt laufende Saison prognostizierten Verlust von 1,343 Millionen Euro zumindest verringern. Im Anschluss an die Bilanzpressekonferenz fand die Mitgliederversammlung statt, bei der aber keine Wahlen stattfanden.