SV Elversberg - Karlsruher SC
Der KSC (Louey Ben Farhat, links, im Zweikampf mit Jan Gyamerah) vermochte den Aufstiegsaspiranten Elversberg nicht zu stoppen.
Uwe Anspach/dpa
Sport
KSC in Elversberg: Harmlos und chancenlos
  • Christoph Ruf

Der Fußball-Zweitligist aus Karlsruhe ist mit dem 0:3 beim Tabellendritten noch gut bedient.

Die gut 1500 mitgereisten KSC-Fans amüsierten sich in Elversberg über 90 Minuten lang prächtig – bestens zu sehen vom Pressecontainer aus, der auf der dortigen Stadionbaustelle derzeit neben der Gästekurve steht. Mit der Leistung ihres Teams hatte das bei der 0:3-Niederlage am Freitagabend aber nichts zu tun – im Gegenteil. Als das Team sich nach dem Schlusspfiff für die Unterstützung bedanken wollte, bekam es aufmunternde Gesänge zu hören.

Bekanntlich zählen die Badener zu den drei Teams, für die es in der Liga weder gegen den Abstieg noch um den Aufstieg geht. Warum das so ist, zeigte die Mannschaft in den vergangenen beiden Wochen: Sie ist in der Lage, einen Gegner aus dem unteren Tabellendrittel wie Arminia Bielefeld mit 4:1 zu besiegen. Gegen starke Kontrahenten wie Elversberg ist sie in der gegenwärtigen Verfassung aber chancenlos. Am Ende einer einseitigen Partie, in der er weder fußballerisch noch in Sachen Tempo mithielt, musste der KSC froh sein, nicht höher verloren zu haben.

Dabei war das Team des scheidenden Trainers Christian Eichner in der Anfangsphase zu zwei Abschlüssen gekommen – lange Zeit die einzigen, bis der eingewechselte Shio Fukuda in der Nachspielzeit einen Kopfball neben das Tor setzte (90.+4). In der sechsten Minute prüfte Louey Ben Farhat Nicolas Kristof. Wenig später scheiterte Marvin Wanitzek nach Flanke von Sebastian Jung am SVE-Keeper (8.).

Danach überließ der KSC den Gastgebern die Initiative und beschränkte sich darauf, bei eigenem Ballbesitz kein Risiko einzugehen. Wenn die SVE das Tempo anzog, wurde es dennoch gefährlich im Strafraum der Gäste. In der 26. Minute passte Tom Zimmerschied zu Lukas Petkov, der den Ball auf Immanuël Pherai zurücklegte – der Niederländer traf zur 1:0-Führung (26.). In der Nachspielzeit zeichnete sich KSC-Keeper Hans-Christian Bernat bei einem Schuss von David Mokwa aus (45.+2), zuvor hatte Marcel Franke einen Schuss des Franko-Kameruners von der Linie gekratzt (45.).

Dass Eichner an der Kaiserlinde zunächst auf David Herold verzichten musste, machte sich bemerkbar. Den Linksverteidiger ersetzte Dzenis Burnič, der ebenso wenig Dynamik entfaltete wie Philipp Förster, der Burničs Platz im Mittelfeld übernahm.

Im zweiten Durchgang drängte die SVE auf den zweiten Treffer. Und sie wurde schnell belohnt. Nach einer Kombination über Mokwa und Petkov traf Pherai zum 2:0 (54.), kurz darauf schloss Tom Zimmerschied eine weitere Ballstafette der Saarländer zum 3:0 ab (62.). Die Gäste mussten bangen, um gegen den Tabellendritten kein Debakel zu erleben. Das blieb aus. Mit einer derart harmlosen Vorstellung wird der KSC in den ausbleibenden vier Spielen aber wohl nicht mehr viele Punkte holen.

VG WORT Zählmarke