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Die ersten Fans versammeln sich in Stadionnähe. © sw
Die ersten Fanbusse aus Karlsruhe trudeln in Hamburg ein. © Simon Walter
Blick auf die Landungsbrücken in der Hansestadt Hamburg. © Simon Walter
300 Meter lang war die Schlange am Mittwochmorgen vor der Remchinger Kulturhalle.
26.05.2015

KSC sieht den Vorteil nun bei sich: «Der Wildpark wird brennen»

Hamburg. Auch nach dem starken Auftritt im Hinspiel der Relegation hat der Karlsruher SC auf dem erhofften Weg zurück in die Fußball-Bundesliga noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. Doch das Selbstvertrauen des Zweitliga-Dritten ist vor dem Rückspiel gegen den Hamburger SV noch einmal enorm gewachsen. «Das war ein Erstligaspiel und wir waren die bessere Mannschaft. Der Wildpark wird am Montag brennen», sagte Präsident Ingo Wellenreuther nach dem 1:1 am Donnerstag beim Bundesliga-16.« in Hamburg.

Die Ausgangslage vor dem Rückspiel am Montag (19.00 Uhr/ARD) bezeichneten die Karlsruher Spieler und Verantwortlichen wahlweise als «sehr gut», «toll» oder sogar «super». Dass sie nun sogar leicht favorisiert in die zweite Partie gehen und sich vielleicht tatsächlich als erster Zweitligist der Relegationsgeschichte gegen den Bundesligisten durchsetzen können, haben sie neben ihrem Kampfgeist und ihrer taktisch guten Vorstellung besonders ihrem Torjäger Rouwen Hennings zu verdanken. Er hatte die Badener vor den 56 615 Zuschauern schon nach vier Minuten in Führung geschossen.

Die linke Klebe des Stürmers war allen Hamburgern bekannt, ein Gegenmittel fanden sie aber nicht. «Das war schon ein Schock, keine Frage. Wir wussten, er kann aus allen Lagen schießen», sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia nach dem schnellen Kontertreffer. Und der Zweitliga-Torschützenkönig, der während der regulären Saison 17 Treffer - darunter sechs Doppelpacks - erzielt hatte, kündigte nach dem Unentschieden prompt an: «Es ist auf jeden Fall machbar, den HSV in die 2. Liga zu schießen.»

Der in Bad Oldesloe geborene Hennings hat keine sentimentalen Gefühle für seinen Jugend-Verein. Trainer Thomas Doll wollte Hennings einst zum Bundesliga-Profi machen, doch Nachfolger Huub Stevens hatte etwas dagegen. «Ich habe keinen Groll gegenüber dem HSV. Er hat mich letztendlich auch zu dem gemacht, was ich heute bin. Aber ich will aufsteigen», sagte der 27-Jährige klipp und klar. Für viele Experten hat er das Format für die erste Liga - doch da will er nur mit seinem KSC hin. So verwurzelt ist er inzwischen mit Stadt und Verein.

«Es gibt keinen Zweifel, wer die bessere Mannschaft war. Wir müssen jetzt im Rückspiel kein Tor machen», erklärte Mittelfeld-Abräumer Dominic Peitz, der am Montag gelbgesperrt fehlt, mit Blick auf die Auswärtstor-Regel aus dem Europapokal. Da sie auch in der Relegation gilt, würde dem KSC schon ein 0:0 reichen, um die Bundesliga-Rückkehr nach sechs Jahren perfekt zu machen. «Die Verhältnisse haben sich nun leicht für uns verschoben», sagte Kapitän Dirk Orlishausen.

Die Polizei will das «Hochrisiko-Spiel» in dem mit mehr als 27 000 Zuschauern ausverkauften Wildparkstadion mit einem Großaufgebot von etwa 1100 Beamten absichern. Das Verhältnis der Fans beider Vereine gilt als angespannt, das Konfliktpotenzial als entsprechend hoch. «Die Polizei wird mit einer niedrigen Einschreitschwelle entschlossen gegen jegliche Gewalt vorgehen, kündigte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Freitag an. «Mein Appell ist: Die Relegation wird sportlich entschieden.»

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