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Mit einem 0:3-Sieg im Stadion Rote Erde in Dortmund gelang dem Karlsruher SC am Dienstagabend der erste Saisonsieg in der dritten Liga.
Mit einem 0:3-Sieg im Stadion Rote Erde in Dortmund gelang dem Karlsruher SC am Dienstagabend der erste Saisonsieg in der dritten Liga. © Türschmann
28.08.2012

Karlsruher SC gelingt erlösender erster Saisonsieg

Keine halben Sachen: Am 7. Spieltag der aktuellen Drittligasaison gelang dem Karlsruher SC am Dienstagabend der erste Saisonsieg – und dies in spektakulärer Manier. Rouwen Hennings und zweimal Koen van der Biezen schossen die Badener innerhalb von zehn Minuten zu einem 0:3-Kantersieg gegen die zweite Mannschaft des BVB.

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Die Aussichten auf den ersten KSC-Auswärtssieg seit über einem Jahr standen vor Beginn des Spieles nicht allzu gut. Neben dem gelbgesperrten Stefan Haas gesellte sich Hakan Calhanoglu in die Reihe der zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle. Ein schmerzhaftes Hämatom an der Wade machte einen Einsatz des Youngsters kurzfristig unmöglich. Für den Zweitligaabsteiger ein besonders schmerzhafter Ausfall, war Spielmacher Calhanoglu bis dato doch der einzige Karlsruher Torschütze in der Dritten Liga. Für ihn und Haas rückten Silvano Varnhagen sowie Neuverpflichtung Dominic Peitz ins Team, der so sein Debüt im Trikot der Badener feiern durfte.

Unschöne Verfolgungszenen zwischen BVB- und KSC-Anhängern vor Spielbeginn führten zu einer Verzögerung des Anpfiffs um wenige Minuten. Auch während des Spiels herrschte weiterhin Unruhe im Fanblock des KSC, darüber hinaus kam es zu Konfrontationen mit der Polizei. Diese marschierte in der Folge mit einem Großaufgebot auf, wobei nach Angaben von Augenzeugen unter anderem auch Tränengas zum Einsatz gekommen sein soll. Der WDR sprach von 30 verletzten Personen in Folge der Randale.

Im krassen Gegensatz zu den turbulenten Szene auf und neben den Rängen plätscherte das Spiel auf schwachem Niveau vor sich hin. Dem KSC gelang in den ersten dreißig Minuten keinerlei torgefährliche Aktion, auch die zweite Mannschaft der Dortmunder strahlte kaum Gefahr aus. Erst in Minute 35 wurde es für die BVB-Bubis kritisch, als ein Schuss von Gaetan Krebs in letzter Sekunde ins Toraus abgeblockt werden konnte. Viel mehr gelang den Badenern nicht – mit dem Halbzeitpfiff zum torlosen Remis wartete die Elf von Markus Kauczinski schon beinahe fünf Stunden auf ein Ligator.

Der KSC-Chefcoach reagierte dementsprechend und brachte mit Timo Kern einen offensiveren Mann für Peitz, dessen erstes Pflichtspiel der Saison somit ein recht frühes Ende fand. Eine Umstellung, die sich sofort auszahlen sollte. Dem schwungvoll in die zweite Hälfte gestarteten KSC gelang in der 51. Minute, was viele für diesen Abend schon wieder abgehakt hatten: Ein Tor. Eben jener eingewechselte Kern spielte einen Zuckerpass in den Lauf von Rouwen Hennings - ein perfektes Geschenk für den Neuzugang aus Osnabrück, der an seinem 25. Geburtstag eiskalt blieb und zum 0:1 einschob.

Nur wenige Minuten waren gespielt, als Koen van der Biezen die Führung veredelte und den Doppelschlag zum 0:2 perfekt machte. Flanke Alibaz, Pfosten-Kopfball Hennings, Abstauber des Niederländers – so einfach kann Fußball sein, wenn ein Knoten erst einmal platzt. Das dachte sich wohl auch van der Biezen – und legte in der 61. Minute nach Freistoß Alibaz auch noch das 0:3 nach. Die Entscheidung in einem Spiel, das erst mit dem Anpfiff zur zweiten Hälfte Fahrt aufnahm – das allerdings richtig.

Der eingewechselte Soriano und Alibaz verpassten es danach zwar, das Ergebnis weiter zu Gunsten des KSC zu verändern, was vor den Augen der BVB-Führungsriege Watzke, Zorc und Klopp jedoch ohne Konsequenzen blieb. Als Schiedsrichter Karl Valentin abpfiff war der erste Saisonsieg des KSC perfekt, der nach dem Sprung von Rang 18 auf 13 nun hoffen wird, sich in der Tabelle wieder nach oben orientieren zu können. Ein Anfang ist gemacht – auch ohne Hakan Calhanoglu.