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Das war nichts: Marc-Patrick Meister ist nicht mehr Trainer beim Drittligisten Karlsruher SC.
Das war nichts: Marc-Patrick Meister ist nicht mehr Trainer beim Drittligisten Karlsruher SC. © Ripberger
21.08.2017

Karlsruher SC mit großen Baustellen: Weit weg von den eigenen Vorstellungen

Fußballvereine im Krisenmodus reden gerne davon, wie gut es ist, wenn man nach einer Pleite gleich wieder gefordert ist, gleich wieder spielen kann, keine Zeit zum Grübeln hat, nicht noch tiefer in dem Sumpf versinkt, in dem man schon steckt.

So gesehen kann man die Tatsache, dass der Karlsruher SC am Dienstag – zwei Tage nach der Beurlaubung von Cheftrainer Marc-Patrick Meister – ein Pflichtspiel hat, positiv sehen.

Viel Ruhm und Ehre gibt es allerdings nicht zu gewinnen, wenn der Drittligist heute um 19.30 Uhr im badischen Pokal beim Landesligisten SV Rohrbach (Sinsheim) antreten muss. Der Einzug ins Achtelfinale des BFV-Pokals gilt als Selbstverständlichkeit. Zu verlieren gibt es hingegen viel. Sehr viel. Ein Scheitern in Rohrbach würde die KSC-Krise weiter verschärfen.

„Hervorragender Mensch“

Dem scheidenden Trainer hat Oliver Kreuzer noch einmal wortreich Kränze geflochten. „Marc ist für mich nach wie vor ein hervorragender Mensch und ein guter Trainer“, schreibt der KSC-Sportdirektor auf der KSC-Homepage. Zugleich steht dort aber auch zu lesen: „Die Art und Weise wie wir aufgetreten sind, war ganz weit weg von dem, was wir uns eigentlich vorgestellt haben.“ Kreuzer weiter: „Wir haben gedacht, dass wir eigentlich einen Schritt weiter sein müssten.“ Dabei wird ein Schritt kaum reichen, um die angepeilten Ziele zu erreichen. Da müssen schon ein paar Schritte her. Die Mannschaft hat unabhängig von der Trainersuche einige grundlegende Baustellen. Das beginnt mit einem Schnelligkeitsdefizit in der Abwehr und reicht bis zu Mängeln beim Spielaufbau im Zentrum. Interessant ist auch, dass in Karlsruhe zuletzt zwei ganz unterschiedliche Trainertypen gescheitert sind. Zuerst Mirko Slomko, ein renommierter Bundesliga-Trainer mit Europacup-Erfahrung, dann Marc-Patrick Meister, ein Nachwuchscoach der neuen Generation aus dem eigenen Haus.

Zeller: „Kein Kontakt“

Sportchef Oliver Kreuzer und Präsident Ingo Wellenreuther sind nun fieberhaft auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer. Als Favorit gilt allgemein Ex-KSC-Profi Dirk Schuster, der in Karlsruhe lebt, den Verein bestens kennt, derzeit ohne Job ist und den SV Darmstadt einst aus der dritten Liga nach oben geführt hat. Doch Schusters Berater Ronny Zeller aus Grunbach, der auch andere vermeintliche KSC-Kandidaten wie Joe Zinnbauer und Lorenz-Günther Köstner vertritt, sagt: „Ich hatte seit der Beurlaubung von Marc-Patrick Meister keinen Kontakt zu Oliver Kreuzer.“ Der KSC-Sportdirektor wiederum wurde kürzlich mit dem ehemaligen Trainer des SV Sandhausen, Alois Schwartz, beim Plausch in Durlach gesichtet.

Am Ende könnte die angespannte finanzielle Lage des Vereins die Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Vorerst werden die Co-Trainer Christian Eichner und Zlatan Bajramovic als Interimslösung fungieren.

Neuzugang Aydogan

Einen neuen Coach hat der KSC noch nicht, dafür einen weiteren Neuzugang: Von Besiktas Istanbul kommt Oguzhan Aydogan auf Leihbasis für ein Jahr. Der 20-Jährige kann offensiv auf beiden Außenbahnen spielen. Aydogan wurde in Marl (Nordrhein-Westfalen) geboren, spielte in der Jugend bei Schalke und Borussia Dortmund, durchlief mehrere Nachwuchs-Nationalteams des DFB, ehe er 2016 nach Istanbul ging.