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Leitein-WM: Weltspitze tanzt im Pforzheimer CCP im Dezember um den Titel
  • Anna Wittmershaus

Pforzheim. Dass der Schwarz Weiss Club Pforzheim internationale Tanzturniere ausrichten kann, hat er schon mehrfach eindrücklich bewiesen. Der Goldstadtpokal ist seit Jahrzehnten nicht nur aus sportlicher Sicht ein etabliertes Event in Pforzheim, sondern hat auch gesellschaftlich einen großen Stellenwert. Nun wagt sich der Schwarz Weiss Club an etwas heran, dass auch für ihn eine neue Herausforderung darstellt: die Weltmeisterschaft in den lateinamerikanischen Tänzen. Die WM wird am 4. Dezember im Pforzheimer CongressCentrum (CCP) ausgetragen.

„Wir sind so oft schon zu den Weltmeisterschaften gefahren, sind dafür in verschiedene Länder gereist. Daher haben wir uns gefragt, warum können wir das nicht mal bei uns machen?“, erzählt Bernd Roßnagel, Präsident des Schwarz Weiss Clubs. Mit Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska habe man zudem Anwärter auf den Titel in den eigenen Reihen, so Roßnagel. Das erfolgreiche Tanzpaar aus Pforzheim dominiert seit Jahren den Goldstadtpokal, der dieses Jahr coronabedingt ausfallen musste. Für einige Spitzentänzer sei das internationale Turnier in Pforzheim daher nicht attraktiv und sie verzichten auf die Teilnahme. Zur WM werden aber alle Topduos der Welt im CCP erwartet. „Das ist der Reiz an der Weltmeisterschaft, alle Toppaare werden vertreten sein“, freut sich Roßnagel.

Andere Anforderungen

Mit 60 bis 70 Paaren rechnet der Schwarz Weiss Club am 4. Dezember. Das sei die gleiche Größenordnung, die auch beim Goldstadtpokal normalerweise antritt, sagt Roßnagel. Dennoch ist die WM für den Tanzverein aus Pforzheim eine ganz neue Erfahrung. „Der Ablauf ist anders, wird vom Weltverband vorgegeben. Alles ist zeitlich viel stärker durchgetaktet“, berichtet der Club-Präsident. So gibt es zum Beispiel für den Einlauf der Tanzpaare eine spezielle Zeremonie und das Fernsehen wird vor Ort sein. Auch auf je zwei Solotänze dürfen sich die Zuschauer in Pforzheim freuen.

Das Rahmenprogramm unterdessen steht noch nicht ganz fest. Der Schwarz Weiss Club plant ein Jugendturnier und – sofern es die Corona-Bestimmungen und der Zeitplan des Weltverbandes World Dance Sport Federation (WDSF) zulassen – einen Publikumstanz wie beim Goldstadtpokal ist derzeit nicht geplant (Stand 5. November). 

Als man sich für die Latein-WM beworben habe, sei Corona noch kein Thema gewesen, erzählt Roßnagel. Auch wenn es nun wegen der Pandemie einige Unwägbarkeiten bei der Planung des Turniers gibt, freut man sich beim Schwarz Weiss Club sehr auf die Weltmeisterschaft. Ein Ausrichtungsort kann sich nicht einfach selbst beim WDSF für die WM bewerben, sondern muss vom Deutschen Tanzsportverband (DTV) vorgeschlagen werden. „Dass der DTV den Schwarz Weiss Club als Asurichter vorgeschlagen hat, bedeutet, dass man uns zutraut, so ein Turnier auszurichten und da sind wir sehr stolz drauf“, sagt Roßnagel. Erst vor wenigen Monaten hat der Tanzsport wieder richtig Fahrt aufnehmen können. Auch der Goldstadtpokal im Januar 2021 ist dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Dafür gibt es nun mit der Latein-WM einen würdigen Ersatz, der allerdings auch dafür sorgt, dass das beliebte Tanzevent erneut im kommenden Jahr eine Pause macht. „Die beiden Veranstaltungen wären sonst zu dicht nacheinander“, erklärt Roßnagel. Die 60. Auflage des Goldstadtpokals wird also erst im Jahr 2023 steigen.

Wer also hochklassigen Tanzsport erleben möchte, kann sich Karten für die Latein-WM am 4. Dezember besorgen. Am 2. November startet der Vorverkauf. Derzeit geht man beim Schwarz Weiss Club davon aus, dass der Saal im CCP mit 1500 Zuschauern gefüllt werden kann. Welche Regelungen in Bezug auf die Einlassbestimmungen gelten werden, ist noch unklar.

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