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Zielstrebig: Leonie Elbert, hier im Heimspiel gegen Wasserburg mit der Finnin Tiina Irene (links).  PZ-Archiv, Ripberger
Zielstrebig: Leonie Elbert, hier im Heimspiel gegen Wasserburg mit der Finnin Tiina Irene (links). PZ-Archiv, Ripberger
16.03.2016

Leonie Elbert von Rutronik Stars: „Wenn wir im Finale stehen, ist alles drin“

Als Aufsteiger spielen die Rutronik Stars Keltern in der Frauen-Basketball-Bundesliga eine überragende Saison. Als Tabellenvierter startet die Mannschaft von Trainer Christian Hergenröther in die Play-Offs. Am Wochenende steht aber erst einmal noch das Top-4-Turnier in Marburg an. Sterne-Aufbauspielerin Leonie Elbert spricht im PZ-Interview über die Chancen im Pokal und in der Liga-Endrunde.

PZ: Am Wochenende geht’s erneut nach Marburg. Im Pokal-Halbfinale treffen Sie mit Ihrem Team auf Herne. In der Liga gab es einen Sieg und eine Niederlage. Was habt ihr euch für das Top-4-Turnier vorgenommen?

Leonie Elbert: Auf alle Fälle, dass wir ein Spiel gewinnen. Herne können wir schlagen, das haben wir schon bewiesen. Wenn wir im Finale stehen, ist alles drin. Denn auch im Basketball hat der Pokal seine eigenen Gesetzte.

PZ: Was wäre mehr wert: der Pokaltriumph oder ein Play-Off-Halbfinal-Sieg gegen das absolute Topteam der Liga, den TSV Wasserburg?

Leonie Elbert: Ganz ehrlich – über einen Sieg gegen Wasserburg in den Play-offs würde ich mich mehr freuen. Denn das würde bedeuten, dass wir im Finale stehen. Und wer Wasserburg aus dem Weg räumt, der kann auch deutscher Meister werden.

PZ: Jetzt heißt es aber erst einmal: „Immer wieder Marburg!“ Im Pokal können die Sterne im Finale oder im Spiel um Platz drei auf die Hessen treffen. Im Play-Off-Viertelfinale spielt ihr dann wieder gegen Marburg. Macht das Spaß, immer gegen den gleichen Gegner antreten zu müssen? Wie motiviert man sich?

Leonie Elbert: Es stimmt – zu oft gegen den gleichen Gegner spielen zu müssen, kann schon nervig sein. Aber es hat auch Vorteile: Man kennt sich, die Stärken und Schwächen des anderen und man kann sich darauf einstellen. Die Motivation geht nie flöten, schließlich steht ja viel auf dem Spiel.

PZ: Wie stehen die Chancen in den Play-Offs?

Leonie Elbert: Ich denke ziemlich gut. Nach der jüngsten Pleite gegen Marburg wollen wir natürlich im ersten Heimspiel gleich vorlegen. Mendy Magali kehrt nach ihrer Verletzung in den Kader zurück. Wir können aus dem Vollen schöpfen.

PZ: Titelfavorit ist natürlich Wasserburg. Sie haben bisher noch kein einziges Spiel verloren. Ist es wirklich so unmöglich, den TSV zu schlagen?

Leonie Elbert: Naja, sie haben eben Topspielerinnen in ihren Reihen und sind unglaublich treffsicher...

PZ: Irgendwann müssen sie aber auch mal ein Spiel verlieren...

Leonie Elbert: Ich hoffe, dass wir dann der Sieger sind. Dafür brauchen wir aber einen Sahnetag und Wasserburg einen richtig schlechten.

PZ: Wer schafft den Sprung ins Play-Off-Halbfinale?

Leonie Elbert: Wir natürlich. Außerdem Wasserburg, Saarlouis und Herne.

PZ: Was macht die Sterne in dieser Saison so stark?

Leonie Elbert: Jeder von uns kann Punkte machen. Wir haben ein gutes Teamplay und stehen in der Defense gut. Wir können übers ganze Feld viel Druck ausüben.

PZ: Sie kommen aus Ludwigsburg. Keltern geht nun eine Kooperation mit Ihrem Ex-Verein ein. Sie begrüßen das vermutlich?

Leonie Elbert: Absolut. Daraus kann sich etwas entwickeln. Vor allem im Nachwuchsbereich.

PZ: Glauben Sie, dass die Sterne irgendwann mal die Nummer eins im deutschen Frauen-Basketball werden können?

Leonie Elbert: Warum nicht? Die Strukturen sind geschaffen und die Entwicklung geht ja immer weiter. Wir haben ein gutes Team, einen super Trainer. Was wir bräuchten, wäre vielleicht noch eine stärkere Bank.

PZ: Mit 19 Jahren sind Sie das Küken im Sterne-Team. Wohin soll Ihre sportliche Karriere noch führen?

Leonie Elbert: Mein Ziel ist es, erstmal mehr Spielzeit zu bekommen, damit ich irgendwann auch mehr Verantwortung übernehmen kann.