Spielt stark und kommt beim KSC-Anhang gut an: Lukas Grozurek. Foto: dpa
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Lukas Grozurek: österreichischer Volltreffer in der KSC-Offensive
  • Peter Putzing

Karlsruhe. In der KSC-Offensive ist Lukas Grozurek schon nicht mehr wegzudenken. Mit dem Führungstreffer leitete er den 2:0-Pokalsieg gegen Hannover 96 ein.

Für einen guten Spruch ist KSC-Neuzugang Lukas Grozurek immer gut. „Nach dem Tor habe ich überlegt: Kann man mir das wieder wegnehmen, so wie das Tor gegen Dresden? Ich wusste nicht, dass es in dieser Phase des DFB-Pokals keinen Videobeweis gibt“, sagte er nach dem 2:0 im Pokal gegen Hannover 96, bei dem er für die Führung sorgte, in Anspielung auf seinen tollen Treffer im Punktspiel gegen Dynamo. Der war wegen eines vorausgegangenen Fouls von Daniel Gordon aberkannt worden. „Was soll´s – Hauptsache gewonnen“, meint Grozurek rückblickend.

„Dass ich ein Tor machen konnte, war natürlich sehr schön für mich“, sagte er nach dem Pokalspiel: „Es war einfach nur geil gegen Hannover. Was wir in den ersten 15 Minuten nach dem Seitenwechsel gezeigt haben, war sehr überzeugend.“

Vielseitiger Offensivspieler

Der Karlsruher Trainer Alois Schwartz schätzt am Neuzugang von Sturm Graz besonders dessen „Ballsicherheit“ und „seine Ruhe am Ball“. Der vielseitige Offensivspieler hat enorme Qualitäten. Er ist technisch versiert, schnell und zudem körperlich stark.

Hin und wieder hatte Grozurek in der Vergangenheit mit seinem Temperament zu kämpfen. Das blitzte auch gegen Hannover auf. Grozurek fand anfangs nicht richtig ins Spiel, weil er kaum in Szene gesetzt wurde. Er lief viel, hatte aber wenig Ballkontakte. Als er in der 28. Minute „getunnelt“ wurde, wurde er zornig. Kurz danach kam es zu einem Frustfoul. Grozurek holte Hannovers Linton Maina knallhart von den Beinen.

Man sah ihm die Enttäuschung an, doch er hatte sich schnell wieder im Griff. Warum er frustriert war, verrät der Blondschopf auch: „Wir haben die Bälle zu schnell verloren. Nach einer Balleroberung wurde die Kugel zu schnell einfach nach vorne geschossen. Wir haben das gemacht, obwohl wir Zeit hatten, obwohl wir es hätten ruhiger angehen lassen können.“ Der 27-Jährige ergänzte aber: „Wir waren auch kaputt vom Hinterherlaufen, wir waren müde. Dann willst du keinen Fehler machen und schießt den Ball einfach weg.“

Voll des Lobes ist Grozurek über die Anhänger: „Die Fans waren richtig cool. Nach dem 2:0 war es mir klar, dass es nur uns als Gewinner geben kann.“ Dass der KSC als Aufsteiger in Liga zwei vorne liegt, ist ihm nicht so wichtig. „Die Tabellenführung ist eine Momentaufnahme – wir wissen schon, dass das wohl nicht so bleiben wird. Aber wir sind einfach geil in die Saison gestartet und so soll es weitergehen.“

Mit Zuversicht, gepaart mit Zurückhaltung, blickt er auf die Partie bei Holstein Kiel, die am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Sky) ansteht. Wohltuende Demut, Bodenständigkeit und Zuversicht kennzeichnen auch Grozureks Blick in die fernere Zukunft: „Jedem von uns ist bewusst: Es ist noch gar nichts erreicht. Wir müssen weiterarbeiten, weiter Gas geben – dann kann das eine coole Saison werden!“

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