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Kräftig zur Sache ging es im Käfig: Der Birkenfelder Sascha Sharma (rechts) und Saba Bolaghi schenkten sich beim DM-Kampf nichts.  Foto: ran FIGHTING/Sven Sports 
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Noch unter Spannung: Sascha Sharma mit dem NFC-Gürtel.  Foto: ran FIGHTING/Sven Sports 

MMA-Kämpfer Sascha Sharma aus Birkenfeld holt sich den DM-Titel

Birkenfeld. „Es war einfach nur ein mega-geiles Gefühl. Der Wahnsinn! Sensationell!“ Sascha Sharma kann es immer noch nicht fassen. Der MMA-Kämpfer (Mixed Martial Arts: gemischte Kampfkunst) aus Birkenfeld hat in der NFC 2 (National Fighting Championship) den deutschen Meistertitel im Käfigkampf gewonnen und damit seinen bisher größten Erfolg gefeiert. Der 33-Jährige besiegte im Federgewicht (bis 65,8 kg) seinen Kontrahenten Saba Bolaghi (31) aus Frankfurt, den amtierenden deutschen Meister, der zuvor eine Kampfbilanz von 12:1-Siegen vorweisen konnte und als WM- und EM-Dritter sowie Olympia-Kämpfer als klarer Favorit in den Kampf gegangen war.

Sascha Sharmas Titelgewinn ist umso beeindruckender, obwohl auch er in China, Russland und den USA schon zahlreiche internationale Kämpfe gegen MMA-Größen erfolgreich bestritten hat. „Für mich ist das ein Riesending“, so Sascha Sharma, „ich komme aus dem kleinen Ort Birkenfeld und gewinne gegen so einen so Weltklasse-Athleten – das ist einfach überragend.“

Sascha Sharma setzte sich in drei engen Runden (à fünf Minuten) durch. Ringen und Grappling waren die vorwiegenden Kampfkünste der beiden. Sharma brachte seinen Kontrahenten aus Frankfurt (ein Ringer-Spezialist) als erstes auf den Boden. Die zweite Runde war äußerst ausgeglichen und sollte am Ende das Zünglein an der Waage werden. Sharma hatte im ersten Durchgang gepunktet, Bolaghi im dritten. Nach Ablauf der Kampfzeit entschieden die Punktrichter: zwei Runden gehen an Sharma, eine an Bolaghi. Erschöpft, aber überglücklich feierte der Birkenfelder vor rund 150 Zuschauern im Krefelder NFT Gym – der Kampf wurde außerdem auf ran-Fighting bei Youtube übertragen – seinen ersten deutschen Meistertitel – natürlich unter strengen Corona-Hygienevorschriften.

Sein Glück musste er sofort mit der wichtigsten Person in seinem Leben teilen. Noch im Käfig rief er seine schwangere Lebensgefährtin zu Hause in Birkenfeld an. Anfang kommenden Jahres wird Sascha Sharma zum ersten Mal Vater. „Die baldige Geburt meiner Tochter hat mich zusätzlich motiviert“, sagt der MMA-Kämpfer. „Schließlich kann der DM-Kampf ja auch mein Letzter gewesen sein.“

Gedanken wegen Gesundheit

Schon vor dem DM-Duell hatte sich Sharma Gedanken gemacht. „Hoffentlich komme ich aus dem Kampf gesund raus. Zu Hause eine schwangere Frau und ich im Rollstuhl. Das wäre der Super-GAU gewesen“, blickt Sharma zurück. Es ist aber alles gut ausgegangen. Bis zur Geburt seiner Tochter will er nun nicht mehr in den Käfig steigen. Was danach kommt, weiß er jetzt noch nicht. Auf alle Fälle wird er seinem Kind ganz stolz den Champions-Gürtel zeigen – und ab und zu mal auch den Schnuller reichen.