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© Gössele, PZ-Archiv
04.10.2010

Metin Telle : Vom Strand zum FC Nöttingen

NÖTTINGEN. In Nöttingen fühlt sich Metin Telle wohl. „Hier hatte ich meine größten Erfolge“, sagt der 30-Jährige, der vor der Saison überraschend zum Remchinger Fußball-Oberligisten zurückgekehrt war. Sechs Tore hat der türkische Stürmer bereits wieder auf seinem Konto stehen. Dabei hat er in einigen der bisher elf Saisonspiele nur wenige Minuten gespielt. Zuletzt war er aber Stammspieler. Und beim 6:1 am Samstag gegen den SV Linx hat er gleich zweimal getroffen.

Metin Telle lag im Sommer in der Türkei am Strand, als sein Handy klingelte. „Hier spricht der Präsident“, meldete sich der Anrufer. „Da wusste ich sofort, dass Dirk Steidl dran ist“, muss Telle noch heute lachen, wenn er an den Anruf denkt.

Der Nöttinger Vorsitzende war auf der Suche nach einem Stürmer, Metin Telle war ohne Verein. „Wir haben uns sofort geeinigt“, berichtet der 30-Jährige, der zwei Tage später im Flieger nach Deutschland saß und seither wieder das Nöttinger Trikot trägt. Vom Strand direkt auf den Platz, könnte man sein Comeback überschreiben.

Sein Einstieg im Panoramastadion war alles andere als einfach, denn Telle fehlte die komplette Saisonvorbereitung. Und er stieß zu einer Mannschaft, die in weiten Teilen eingespielt war.

Hilfreich für den Angreifer war, dass er seinen Trainer bestens kennt. Mit Michael Wittwer hat Telle schon in den Saison 2003/2004 zusammengespielt, als der FC Nöttingen Meister wurde und in die Regionalliga aufstieg. Auch von 2005 bis 2007 trug der Angreifer das lila-weiße Trikot, ehe es ihn in die Türkei zog, wo er für Antalyaspor, Sanliurfaspor, Slirtspor und Gaziosmanspor spielte.

Ein wenig vergleicht Telle den Oberliga-Spitzenreiter Nöttingen mit dem Bundesliga-Tabellenführer FSV Mainz 05. „Wir lachen viel, haben nach dem Spiel Spaß miteinander. Aber am nächsten Tag trainieren wir wieder hart.“ Dass die Selbstkritik auch nicht zu kurz kommt, zeigte sich nach dem 6:1 gegen Linx, als Telle ebenso wie Wittwer die vielen ausgelassenen Torchancen und das frühe Gegentor monierte.

Für sich selbst sieht Telle noch „Luft nach oben“. Sechs Tore und drei Torvorlagen hat er in der persönlichen Statistik stehen: „So kann es weitergehen“, sagt er. In der Oberliga-Torschützenliste liegt Joseph Famayeh vom Aufsteiger FSV Hollenbach mit zehn Treffern vorne. „Am Ende stehe ich ganz oben“, lautet die Kampfansage des Nöttinger Stürmers.

Die nächste Herausforderung wartet bereits morgen (19.00 Uhr) mit dem Achtelfinale im badischen Pokal gegen Oberliga-Konkurrent Durlach im Panoramastadion. Doch Telle korrigiert: „Die nächste Herausforderung ist die nächste Trainingseinheit heute Abend“, sagt er.