nach oben
Verkehrte Welt: Die Fans feiern auf dem Rasen, die Spieler auf der Tribüne.
Verkehrte Welt: Die Fans feiern auf dem Rasen, die Spieler auf der Tribüne.
Die Entscheidung: Marvin Röser trifft zum 4:0, während der Münsteraner Fabian Menig zu spät kommt.
Die Entscheidung: Marvin Röser trifft zum 4:0, während der Münsteraner Fabian Menig zu spät kommt.
Die Vorentscheidung: Pouriè, Damian Roßbach und Marco Thiede (von links) feiern mit Alex Groiss (verdeckt) das 2:0.
Die Vorentscheidung: Pouriè, Damian Roßbach und Marco Thiede (von links) feiern mit Alex Groiss (verdeckt) das 2:0.
12.05.2019

Mission erfüllt: Dem KSC gelingt der Aufstieg in die 2. Bundesliga

Münster/Karlsruhe. Beim 1:0 noch vorsichtig, beim 2:0 und 3:0 immer lauter – und spätestens nach dem 4:0 sang am Samstagnachmittag in Münster wohl jeder der rund 3500 mitgereisten Fans des Karlsruher SC mit: „Und wir haben unser blau-weißes Licht angemacht, und wir haben unser blau-weißes Licht angemacht, wir steigen a-a-auf, wir steigen auf.“

Auf den Tag genau sechs Jahre nach dem bis dahin letzten Aufstieg sollten die Anhänger recht behalten: Der KSC hat mit dem 4:1 (2:0)-Erfolg bei Preußen Münster am vorletzten Spieltag der 3. Liga den Aufstieg perfekt gemacht. Gefeiert wird dies bald vier Tage lang auf Mallorca, los geht es am Tag nach dem Saisonfinale gegen Halle – damit alle bis zum BFV-Pokalfinale gegen Waldhof Mannheim am 26. Mai wieder zurück sind. Doch schon vor der Reise machten Fans und Spieler des Traditionsclubs im altehrwürdigen Preußen-Stadion von Münster eine große Party. Sektduschen für Trainer Alois Schwartz, Jubeltrauben, Platzsturm – die Emotionen waren überwältigend.

„Dieser Moment ist unvergesslich, der wird nie vergehen. Schaut euch diese Gesichter an, jeder ist glücklich“, sagte Marvin Pourié. Der Topstürmer der 3. Liga traf in der 33. Minute zu seinem 22. Saisontor und brachte den bis dahin harmlosen KSC wie so oft in dieser Saison auf den richtigen Weg. Noch vor der Pause erhöhte Damian Roßbach (45.+2) per Kopf, danach trafen Anton Fink (54.) und Martin Röser (57.) sowie, für den SCP, Martin Kobylnski (66.).

„Es ist ein schöner Tag“, sagte Trainer Schwartz mit nassen Haaren und nach Sekt riechend. Denn die Umstände nach der verlorenen Relegation gegen Erzgebirge Aue seien im vergangenen Sommer alles andere als gut gewesen. „Spieler weg, weniger Geld, wieder neu basteln und das Umfeld lechzt nach der Zweiten Liga. Das dann doch zu schaffen, ist schon eine tolle Sache“, erklärte er.

Unter das Motto „Gemeinsam hoch!“ hatte der KSC am 25. April den Endspurt gestellt und damit alle Anhänger ins Boot geholt. Und nach den Siegen bei 1860 München (2:0), gegen Großaspach (2:1) und jetzt in Münster konnten Schwartz und Co. die T-Shirts mit dem Aufdruck „Gemeinsam geschafft!“ überziehen. Die Mannschaft – bis auf Ersatztorhüter Sven Müller, der aus gesundheitlichen Gründen fehlte, war der Kader komplett vor Ort – ließ sich nicht nur willig feiern, sondern feierte auch ordentlich mit. Die mit einem Bus angereisten Spielerfrauen hatten Zugang zur Umkleidekabine. Die Heimfahrt dauerte zwar etwas länger, weil unterwegs mehrfach „nachgetankt“ werden musste. Trotzdem wurden die Karlsruher bei ihrer Ankunft im Wildparkstadion um 22.30 Uhr noch von etlichen Fans – sowie verbalem wie auch optischem blau-weißem (und rotem) Licht – empfangen.

Anschließend stärkten sich die zukünftigen Zweitligisten in einer Pizzeria und feierten in einem Club teilweise bis in die frühen Morgenstunden. Über das Foto-Netzwerk Instagram ließen sie auch daran ihre Fans teilhaben. So postete Alexander Groiss noch um 5.02 Uhr eine Aufnahme – in trauter Runde mit Marco Thiede, Marc Lorenz und Co.