nach oben
Hat den Handball in Pforzheim geprägt: Hermann Fuchs.   Krivec, PZ-Archiv
Hat den Handball in Pforzheim geprägt: Hermann Fuchs. Krivec, PZ-Archiv
11.09.2017

Monsieur Handball Hermann Fuchs verstorben

Pforzheim. Pforzheims Handballer trauern um ihren Ehrenvorsitzenden Hermann Fuchs, der nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 97 Jahren verstorben ist. Mit Pforzheims Monsieur Handball verstarb der Mann, der den Kreishandball wie kein anderer geprägt hat. Zunächst als Spieler, dann als Rekord-Vorsitzender. Parallel dazu als Erfolgstrainer, der den Turnerbund Pforzheim 1973 nach dem denkwürdigen Spiel gegen München-Ost in die Regionalliga, damals die zweithöchste deutsche Spielklasse, führte.

Fuchs war sich auch nicht zu schade dafür, sich – schon im Ruhestand – beim Schlesischen Handballverein Pforzheim, damals eine Gruppierung von Spätaussiedlern, noch einmal auf die Trainerbank zu setzen, um damit ehrenamtlich Sozialarbeit zu leisten.

Da sich kein anderer bereiterklärte, übernahm Hermann Fuchs 1963 den Vorsitz des Handballkreises Pforzheim. Ein Jahr war geplant und vereinbart, 28 Jahre (bis 1991) sind daraus geworden, während sich die Sportart unter weitaus schlechterer Infrastruktur als heute vom Feld- zum Hallenhandball entscheidend wandelte. Und als sich kein Nachfolger für ihn fand, hängte Fuchs noch einmal drei Jahre dran. Bis vor einem Jahr konnte man Hermann Fuchs noch regelmäßig in den Sporthallen antreffen. Der Rat des Ehrenvorsitzenden des Kreises war noch bis zuletzt bei den Sitzungen des Kreishandballausschusses gefragt.

Aber nicht nur beim Sport, auch im Berufsleben hatte der Werkzeugmachermeister alles fest im Griff. Als Betriebsleiter der Kettenfabrik Schofer war er ein „Diftele“, das auch beim Patentamt kein Unbekannter war, dem als Lehrlingsausbilder der Nachwuchs, aber vor allem die benachteiligten Jugendlichen, sehr am Herzen lagen.

Als Hermann Fuchs 1984 in Rente ging, wurde der Ruhestand zum Unruhestand. Beim Aufbau des Technischen Museums legte er tatkräftig mit Hand an, die Tafelrunde, eine Gruppierung ehemaliger Sportler und Sportfunktionäre, hat er mit ins Leben gerufen, Hilfstransporte nach Ungarn und Kasachstan mit organisiert – alles ehrenamtlich. Schon 80-jährig, legte er noch die Prüfung zum Gleitschirmfliegen ab. Da kam seine Leidenschaft für das Fliegen noch einmal zum Tragen. Als Flugzeugführer des Nachtgeschwaders I hatte er bei Fronteinsätzen Kopf und Kragen riskiert.

Um Hermann Fuchs trauern die Ehefrau, mit der er über 70 Jahre lang verheiratet war, drei Kinder, sieben Enkel und fünf Urenkel. gl