Karlsruher SC - Fortuna Düsseldorf
In der Karlsruher Fankurve wurde vor Spielbeginn ein Transparent enthüllt.  Foto: Uli Deck (dpa) 

Musterschüler im Fach Moral Karlsruher SC spielt 2:2 gegen Düsseldorf

Karlsruhe. Wenn vor den Sommerferien in der 2. Fußball-Bundesliga die Zeugnisse für das Spieljahr 2021/22 ausgeteilt werden, dann wird der Karlsruher SC nicht in allen Fächern herausragende Benotungen erhalten. In vielen Rubriken wird nur ein „befriedigend“ oder „ausreichend“ stehen. Im Fach „Moral“ aber winkt den badischen Kickern eine prima Zensur. Ein „gut“ sollte es mindestens werden. Vielleicht aber wird es auch ein „sehr gut“.

Einmal mehr hat die Mannschaft von Christian Eichner beim 2:2 (0:2) gegen Fortuna Düsseldorf gezeigt, dass sie sich nicht so leicht unterzukriegen lässt. Auch nicht von einer schwachen Leistung einem 0:2-Rückstand zur Pause. „Uns hast Du erst vom Hof, wenn wir weggefahren sind“, sagte der Trainer am Sonntag.

Die guten Zensuren im Fach „Moral“ brauchen sie in Karlsruhe aber auch, um Schwächen in den Fächern, wo handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten besonders gefragt sind, auszugleichen. Denn die knapp 18 000 Zuschauer im BB-Bank Wildpark hatten in der ersten Halbzeit wenig Gefallen an den badischen Darbietungen. Die Gäste hatten bis zu zwei Drittel Ballbesitz und verdienten sich ihre 2:0-Führung durch gutes Spiel über die Außenpositionen. Das 1:0 legte Rouwen Hennig für seinen Sturmpartner Daniel Ginczek von links auf (31.), beim 2:0 sieben Minuten später bediente Khaled Narey von rechts den Ex-Karlsruher Hennings. Und hätte Marius Gersbeck gegen Ginczek (12./30.) und Edgar Prieb (35.) nicht glänzend pariert, wären die Gäste mit einer noch deutlicheren Führung in die Kabine gegangen.

Das brachte auch die „blaue Wand“ – die Südtribüne hinter dem Tor, die erstmals komplett gefüllt werden durfte und die beeindruckend wirkte – zeitweise zum Verstummen.

War das Karlsruher Aufbauspiel vor der Pause vorwiegend umständlich, ungenau und uninspiriert, setzte das Eichner-Team danach verstärkt auf das einfache Spiel mit langen Bällen auf Zielspieler Philipp Hofmann. Spielerisch wirkten die Gäste immer noch stärker, aber der KSC zwang die Düsseldorfer nun zunehmend in die Zweikämpfe. Am Ende brachte ein gewonnener Zweikampf die Wende. Abwehrspieler Daniel Gordon, der nach einer Standardsituation im gegnerischen Strafraum geblieben war, setzte bei einem eigentlich schon verlorenen Ball nach und luchste im Strafraum Jordi de Wijs das Leder ab. Der Fortunen-Abwehrspieler wusste sich nur mit einem Foul zu helfen – Elfmeter. Marvin Wanitzek jagte den Strafstoß mit Vehemenz unter die Latte (66.).

Mit dem 1:2 war die Partie wieder offen. Torchancen blieben zwar Mangelware, doch dem KSC genügte eine einzige weitere, um das Spiel auszugleichen. Der zur Pause eingewechselte Benjamin Goller, der in der Startelf noch Malik Batmaz hatte Platz machen müssen, legte den Ball klug auf Hofmann ab, der das Spielgerät mit links aus 18 Metern in den Torwinkel (83.) jagte. „Ein Punkt mehr ist in dieser engen Liga eminent wichtig“, bilanzierte KSC-Coach Eichner anschließend den Teilerfolg. 38 Zähler hat sein Team sechs Spieltage vor dem Saisonende auf dem Konto.