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Ratlos wirkten die Karlsruher bei der 0:2-Pleite in Hannover.  Foto: Daniel Reinhardt/dpa 

Nach 0:2 in Hannover: Karlsruher SC in der Abwärtsspirale

Karlsruhe. Es war kein schlechtes Auswärtsspiel, das der Karlsruher SC da im Niedersächsischen gezeigt hat. Spielerisch waren die Badener streckenweise sogar überlegen, zumal man den 96ern anmerkte, dass das Chaos der letzten Wochen auch am Team nicht spurlos vorbeigegangen war. In der Woche zuvor hatte Hannovers Trainer Christoph Dabrowski aus den Medien erfahren, dass er im Sommer seinen Job los ist. Und mit Abstiegskampf bis kurz vor Saisonende hatte bei den üppig alimentierten 96ern sowieso niemand gerechnet. Nicht bei dem mit Hochkarätern wie Ron-Robert Zieler, Maximilian Beier oder Linton Meina gespickten Kader, gegen den der KSC bei der 0:2-Niederlage nach Toren von Hendrik Weydandt (25.) und Beier (90.+3.) gut im Spiel war. Verdient verloren haben die Badener trotzdem: Wer das ganze Spiel über nicht einmal das gegnerische Tor bedroht, hat keine Punkte verdient.

Das wusste auch Christian Eichner: „Der Kollege Zieler im Hannoveraner Tor hat seine Handschuhe außer vielleicht bei Ecken nicht einmal benutzt“, gab der KSC-Trainer zu. Die mangelnde Durchschlagskraft seiner Elf wollte er indes nicht allein dem Fehlen des gelb-gesperrten Philipp Hofmann zuschreiben, der allein 18 der 52 Karlsruher Saisontreffer erzielt hat. „Dass er uns fehlt, ist klar. Trotzdem hat bei den letzten Aktionen die Passgenauigkeit gefehlt. Da waren wir in der Box nicht gefährlich genug.“

Abgesehen von der fehlenden Effizienz im letzten Spielfeld-Drittel war Eichner indes zufrieden. Sowohl mit Youngster Niklas Heeger, der bei seinem ersten Pflichtspiel im Tor „richtig ordentlich gespielt“ und „Sicherheit ausgestrahlt“ habe. Als auch mit der Spielweise an sich: „Wir haben das Heft in die Hand genommen, Fußball gespielt und das Spiel über weite Strecken diktiert“, so Eichner, der sich durch einen Blick auf das Statistikblatt bestätigt sah.

Tatsächlich wies das Zahlenmaterial 64 Prozent Ballbesitz und 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe aus. „Das hört sich blöd an nach einer Niederlage, aber wir können mit unserem Spiel zufrieden sein“, fand auch Kapitän Jérôme Gondorf.

Kampf ums Fernsehgeld

Seit nunmehr fünf Spielen ist der KSC nun schon sieglos. Derzeit rangieren die Badener auf Tabellenplatz zwölf. Wenn die Dynamik in den letzten beiden Spielen gegen Dresden und Heidenheim so weitergeht, ist in der Endabrechnung sogar noch Platz 15 drin.

Ein weiteres Absacken in der Tabelle wäre aber nicht nur finanziell fatal, weil sich die Verteilung der Fernsehgelder primär nach dem Tabellenplatz errechnet. Es wäre auch psychologisch nicht gut, weil man die treuen Fans mit dem Gefühl in die Sommerpause entließe, dass eine an sich ordentliche Saison im letzten Drittel weggeschenkt wurde. „Platz zwölf hört sich nicht gut an und wird der Mannschaft auch nicht gerecht,“, fand dann auch Trainer Eichner. „Gegen Dresden wird ein Dreier das große Ziel sein.“