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Noch nicht in Schwung: KSC-Neuzugang Dominik Stroh-Engel (hier noch im weißen Trikot des SV Darmstadt). Foto: dpa
Noch nicht in Schwung: KSC-Neuzugang Dominik Stroh-Engel (hier noch im weißen Trikot des SV Darmstadt). Foto: dpa
09.07.2017

Noch viele Fragezeichen beim KSC - Müder Ex-Torschützenkönig

Hopfgarten/Österreich. Mehr als ein halbes Dutzend Trainingseinheiten hatte die neuformierte Mannschaft des Karlsruher SC bereits hinter sich gebracht, als am Samstagnachmittag das Spiel auf der Agenda stand, das Coach Marc-Patrick Meister zum „Lackmustest“ für den Leistungsstand seines Teams erklärt hatte. „Die Trainingseinheiten waren sehr positiv, aber Spiele unter Wettbewerbsbedingungen geben noch mal ganz andere Einblicke.“ Dabei war Meister allerdings nicht der einzige, der die Eindrücke aus dem Trainingslager als überwiegend positiv bewertete.

In den Einheiten war in der ersten Woche in Hopfgarten/Tirol Zug und Tempo. Neuzugänge wie Marc Lorenz, Anton Fink, Jonas Föhrenbach, Kai Bülow oder Burak Camoglu dürften echte Verstärkungen für ein Team sein, das den sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Liga anpeilt und dementsprechend kostspielig verstärkt wurde.

Die sehnlichst erwarteten Erkenntnisse fielen am Samstag dann nach den 90 Minuten gegen Zweitliga-Aufsteiger MSV Duisburg allerdings ebenso wechselhaft aus wie das Wetter, das zwischen glühender Hitze und monsunartigen Regengüssen hin und her wechselte. Die Karlsruher Startformation, die gut eine Stunde auf dem Platz stand und auf den meisten Positionen auch der späteren Stammelf gleichen dürfte, kam kaum ins Spiel und war den agilen Rheinländern im ersten Durchgang fast schon mitleiderregend unterlegen. Im zweiten wurde es dann klar besser, und als Meister nach gut einer Stunde durchwechselte, machte das Spiel des KSC Spaß.

Vor allem die Jungen wie Florent Muslija, Severin Buchta und Marvin Wanitzek wussten durch Ballsicherheit und Spielwitz zu gefallen. Logische Konsequenz waren die beiden Tore durch Anton Fink und Martin Stoll. Am Ende verlor der KSC 2:3. „Mir hat die zweite Halbzeit richtig Spaß gemacht“, lobte Meister, der sich die „Unbekümmertheit der Jungs zunutze machen“ will und ein wenig pikiert reagierte, als er auf die Leistung von Dominik Stroh-Engel angesprochen wurde. Der aus Darmstadt gekommene ehemalige Zweitliga-Torschützenkönig wirkte behäbig und langsam und war der Hauptgrund dafür, dass das KSC-Angriffsspiel im ersten Durchgang überhaupt nicht in Schwung kam. Intern rechnet man damit, dass der als Torgarant geholte Hüne noch zwei Monate brauchen wird, ehe er voll austrainiert wirkt. „Aber die Zeit geben wir ihm“, kündigte Sportdirektor Oliver Kreuzer an.

Wesentlich weiter wähnt sich der KSC auch in Sachen Teambuilding. „Es wird endlich wieder gelacht in dieser Mannschaft“, sagt Kapitän Dirk Orlishausen, dem man anmerkt, wie erleichtert er darüber ist, dass mancher Stinkstiefel aus dem letztjährigen Kader das Weite gesucht hat.