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Gut gerüstet für die neue Saison fühlen sich die Pforzheim Wilddogs. Fotos: PZ-Archiv/Ripberger
Gut gerüstet für die neue Saison fühlen sich die Pforzheim Wilddogs. Fotos: PZ-Archiv/Ripberger
Chris Treister wird als Quarterback wieder die Bälle verteilen.
Chris Treister wird als Quarterback wieder die Bälle verteilen.
Ende einer erfolgreichen Karriere: William Lopes.
Ende einer erfolgreichen Karriere: William Lopes.
12.01.2018

Pforzheim Wilddogs gehen als Titelverteidiger in die Saison der 3. Liga

Pforzheim. Es ging aufwärts mit den Pforzheim Wilddogs in den vergangenen Jahren. 2017 sicherten sich die „Wildhunde“ erstmals den Titel in der 3. Liga im American Football, scheiterten danach aber in den Aufstiegsspielen am bayerischen Konkurrenten Straubing. In der neuen Saison will es die Hundemeute aber wieder wissen.

Der Titelhunger ist noch nicht gestillt. Auf wichtigen Positionen (Quarterback, Runningback, Trainer) musste sich der Verein neu orientieren. Jetzt steht das Team. Seit Dienstag wird trainiert. Die PZ gibt einen Überblick.

Wer ist der neue Wilddogs-Quarterback?

Ein alter Bekannter: Chris Treister (29). 2015 und 2016 lenkte der US-Boy das Team bereits erfolgreich, dann musste der Spielmacher aus beruflichen Gründen kürzertreten und war 2017 zweiter Mann hinter Ryan Strout. Jetzt hat er sich nach reiflicher Überlegung zurückgemeldet – am 24. Dezember sagte er dem Team zu. Für den Vorsitzenden Kai Höpfinger eine wirklich schöne Bescherung. „Er ist ein Topcharakter, ist top-integriert, spricht deutsch – er ist auf und neben dem Platz eine Bereicherung. Wir sind superglücklich“, schwärmt Höpfinger von seinem „besonnenen und smarten“ Führungsspieler.

Welche Neuzugänge aus den USA gibt es?

Brelin Dixon und Christian Taylor. Die beiden 24-Jährigen sind die klassischen Multitalente, können offensiv als Laufspieler und Passempfänger eingesetzt werden, defensiv zudem als Passverteidiger, Linebacker oder Safety. Dixon stammt aus Kentucky und kam über persönliche Kontakte nach Pforzheim – sein Großvater James Greer ist Jugendcoach bei den Wilddogs. Tyler stammt aus Texas und wird von seinem Vater begleitet. Als nämlich in Gesprächen mit dem Neuzugang herauskam, dass dessen Vater früher in den USA Highschool-Coach war, schlug der Verein sofort zu und verpflichtete Ambert Tayler (53) als Nachfolger von Kevin Murphy, der nach seinem Engagement 2017 in die USA zurückkehrte. Dass es wieder ein ausländischer Trainer werden würde, hatte sich abgezeichnet: „Ich sehe wenige deutsche Trainer, die uns weiterbringen könnten“, hatte Abwehrkapitän Michael Lang schon vor einigen Wochen gesagt.

Wie stark ist das Team jetzt?

Kai Höpfinger glaubt, dass es stärker ist als vergangene Runde: „Wir sind meines Erachtens besser aufgestellt. Der Kader hat in der Tiefe mehr Qualität.“ Der Technische Leiter Thomas Zink gibt offensiv die Titelverteidigung als Ziel für die im April beginnende Spielzeit aus. „Was sollen wir auch sonst sagen“, fügt er hinzu. Rund ein Dutzend weiterer Neuzugänge werden vermeldet, einige davon aus der eigenen Jugend. Schmerzlich ist der Verlust von William Lopes. Der Runningback und langjährige Topscorer beendete seine Karriere nach einer schweren Knieverletzung. Mit Rene Herecki (beruflich nach Hamburg) fehlt ein weiterer Runningback, Linebacker Francisco Raney hört als Spieler auf, bleibt dem Verein aber als Coach erhalten.

Wie stark ist die Konkurrenz?

Vermutlich stärker als im Vorjahr. Da es keinen Auf- und Absteiger aus der 3. Liga gab und aus der Oberliga Biberach dazu kam, spielt die 3. Liga in Baden-Württemberg künftig mit sieben Teams. „Biberach ist eine Bereicherung. Da ist richtig Stimmung, so wie bei uns“, sagt Höpfinger. Hoch gehandelt wird auch Holzgerlingen, das mit neuen Trainern aus der Kaserne in Stuttgart wohl auch neue US-Spieler bekommt.

Könnte Pforzheim einen Aufstieg in die 2. Liga stemmen?

Die Zuschauerresonanz stimmt. Rund 800 Fans verfolgen im Schnitt die Wilddogs-Heimspiele. „Die 2. Liga muss unser nächstes Ziel sein. Ohne Aufstieg verbessern wir uns nicht“, stellt Abwehrspieler Lang fest. Sein Vereinschef wendet ein: „Man kann sich die passende Mannschaft zusammenkaufen. Aber das geht bei uns nicht. Der Wechsel braucht Zeit. Wir wollen Herr des Verfahrens bleiben“, sagt Kai Höpfinger. Und der Technische Leiter Thomas Zink merkt an: „Wir brauchen auf Dauer eine breitere Basis an eigenen Spielern.“

Was tut sich sonst noch?

Demnächst werden die Wilddogs ein eigenes Vereinsgelände in der Goldstadt besitzen. Sie übernehmen die Liegenschaften des Fußballvereins VfB Pforzheim, bei dem sie bislang Trainingsgäste waren. Der VfB löst sich auf.