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TG 88-Trainer Henning Rupf rechnet damit, dass die Drittliga-Runde der Frauen einige Wochen später beginnt.  Foto: Hennrich, PZ-Archiv 

Pforzheimer Handballer rechnen mit späterem Beginn der neuen Runde

Das lange Warten hatte am Dienstag ein Ende. Aufgrund der Corona-Pandemie beschloss Handball Bundesliga (HBL) beziehungsweise der Deutsche Handballbund (DHB) die Saison in der 1., 2. und 3. Liga abzubrechen. Die Runde wird nach der Quotientenregelung (Punkte geteilt durch Spiele x 100) gewertet. Sportliche Absteiger gibt es keine, dafür Aufsteiger. Wie haben die Drittligisten TGS Pforzheim und die TG 88 Pforzheim die Entscheidung des DHB aufgenommen und wie sehen die weiteren Planungen der Teams aus?

TGS Pforzheim

An seinem 69. Geburtstag wusste TGS Abteilungsleiter Wolfgang Taafel nicht, ob er sich über die Entscheidung des DHB freuen soll oder nicht. „Zum einen sind wir froh, dass es nun eine Entscheidung gab. Die Lösung mit Aufsteigern aber keinen Absteigern ist allerdings unglücklich und ein totaler Rückschritt des DHB“, so Taafel. Er kritisiert, dass durch die Aufstockung der Liga (künftig 18 statt 16 Teams) die Belastung der Spieler noch größer wird. „Vermutlich müssen wir mittwochs spielen oder an Feiertagen. Mit der SG Pforzheim/Eutingen müssen wir zudem schauen, wie wir bei mehr Spielen die Organisation in der Bertha-Benz-Halle hinbekommen. Hinzukommt noch, dass es eh schon schwierig ist Schiedsrichter einzuteilen. Ich bin gespannt, wir sich das alles regelt“, blickt Taafel etwas skeptisch voraus. Er wäre vielmehr dafür gewesen, die Runde komplett zu annullieren und nicht zu werten. „Viele Vereine haben sich für solch ein Szenario auch ausgesprochen“, weiß Taafel. Ein andere Variante wäre gewesen: „Man hätte auch die laufende Saison mit der kommenden zusammenlegen können, dann hätten wir Planungssicherheit gehabt und entspannter in die Zukunft schauen können.“ 

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Vollgas kann Florian Taafel, Kapitän der TGS Pforzheim, erst wieder in der Vorbereitung auf die neue Saison geben. Foto: Hennrich, PZ-Archiv

Was die Zukunft bringt, ist aufgrund der Corona-Pandemie eh noch fraglich. Eigentlich beginnt die neue Drittliga-Saison Ende August/Anfang September. Gut möglich, dass der DHB den Ligastart um einige Wochen nach hinten verschiebt.  Wie geht’s nun bei der TGS weiter? „Bis Ende April trainieren die Spieler noch unter digitaler Aufsicht, danach verabschieden wir sie für sechs Wochen in den Urlaub. Mitte Juni nehmen wir das virtuelle Training wieder auf und hoffen dann ab dem 1. Juli richtig mit der Vorbereitung loslegen zu können“, sagt Taafel. 

Der Kader für die neue Runde steht soweit. Nicolas Herrmann, Adam Soos und Manuel Blum verstärkten das Team schon in dieser Runde. Mit weiteren potenziellen Neuzugängen führt die TGS noch Gespräche. Yanez Kirschner verlässt den Verein Richtung Willstätt. Finn Malolepszy zieht es studienbedingt nach Köln. Macht Trainer Andrej Klimovets weiter? „In der jetzigen Situation gibt es hierüber keine Überlegungen“, sagt Wolfgang Taafel nur. „Es macht derzeit eh keinen Sinn irgendwelche Verträge abzuschließen.“

TG 88 Pforzheim 

Bei den Handballerinnen der TG 88 Pforzheim ist die Trainerfrage schon geklärt. Henning Rupf wird in seine zweite Saison beim Drittligisten gehen. „Das hatten wir schon vor der Corona-Krise besprochen“, sagt der 28-jährige Coach.  Dass der DHB einen Saisonabbruch ohne Absteiger beschloss, dürfte ihm besonders entgegengekommen. Sein Team stand bei Liga-Aussetzung auf dem viertletzten Tabellenplatz, musste um den Klassenerhalt zittern. „Der Saisonabbruch ist alternativlos. Allerdings hätten wir gerne die Runde sportlich zu Ende gespielt. Und ich bin mir sicher, wir hätten den Klassenerhalt auch so geschaffft“, sagt Rupf. 

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Aufsteiger aus den 3. Ligen der Frauen gibt es keine. Für die Meister der Staffeln ist der finanzielle Aufwand angeblich zu groß. Dass die TG 88 in der Südstaffel vermutlich in der neuen Runde mehr Spiele zu bestreiten hat, stört Henning Rupf nicht. „Wir hatten ja eh nur zwölf Teams.“ 

Auch der TG-88-Coach rechnet damit, dass die Runde wegen der Corona-Krise ein paar Wochen später als gewöhnlich (Mitte September) beginnt. „Man muss abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, so Rupf, der seine Spielerinnen zuletzt nur über Video-Konferenzen sah. Der Spaß kam jedoch auch hier nicht zu kurz. Seine Mädels machten aus der Video-Schalte ein lustiges Bingo-Spiel. Immer wenn jemand Handball-Phrasen drosch, erklang: „BINGO“. 

Bis Juli haben die Spielerinnen nun erstmal frei. Mit Anastasija Klacar (20 Jahre, Rückraum, Ketsch II), Bianca Fischer (23, Linksaußen, TV Knielingen) und Hannah Merten (22, RR/Außen, St.Leon/Reilingen) konnte die TG 88 schon drei hungrige Spielerinnen mit Entwicklungspotenzial für die neue Runde verpflichten. Verzichten muss Henning Rupf künftig auf Larissa Maschek (Studium), Valerie Steinhauser (beruflich nach Bremen) und Anja Klarmann (Karriereende).

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