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So jubelte Constantin Preis nach seinem Überraschungssieg über 400 Meter Hürden in Heilbronn.Foto: Eibner
So jubelte Constantin Preis nach seinem Überraschungssieg über 400 Meter Hürden in Heilbronn.Foto: Eibner
11.07.2018

Pforzheimer Hürdenläufer Constantin Preis will hoch hinaus

Pforzheim. Der Hürdenläufer aus Pforzheim hat bei der DM Chancen aufs Treppchen. Insgeheim träumt der 20-Jährige sogar von der EM 2018 in Berlin.

Constantin Preis hat schon so manche Hürde gemeistert in seinem Leben. Ohne ein Wort deutsch zu sprechen, kam er 2010 mit seinen Eltern von Moldawien nach Pforzheim. Er ging auf die Hauptschule, auf die Realschule und machte in diesem Jahr sein Abitur am Hebelgymnasium. Demnächst will der 20-Jährige ein Studium beginnen und natürlich weiterhin mit großem Ernst und Eifer seinen Sport betreiben.

Sein Sport, das sind die 400 Meter Hürden, eine hammerharte Strecke, die Schnelligkeit, Technik und vor allem Stehvermögen und Zähigkeit abverlangt. Und Constantin Preis ist ein zäher Bursche. Bei den Bundesjugendspielen an der Inselschule in Pforzheim wurde sein Talent für die Leichtathletik entdeckt. Erst war er Mehrkämpfer, dann Hürdensprinter. Sein Verein war und ist der TV 34 Pforzheim, wo er unter Trainer Roland Hiller groß wurde. Später wechselte Preis auf die lange Hürdenstrecke, weil er für den Hürdensprint mit 1,80 Metern ein wenig klein geraten ist, um Spitzenleistungen zu bringen. Für die lange Strecke mit den niedrigeren Hürden ist sein Körperbau aber optimal.

Erfolge stellten sich bald ein. 2017 startete Constantin Preis dann richtig durch. Er wurde zunächst deutscher U 20-Hallenmeister über 400 Meter flach im Sindelfinger Glaspalast, dann im Sommer deutscher U 20-Meister über 400 Meter Hürden. Er qualifizierte sich für die U 20-EM in Grosseto/Italien und wechselte Ende des Jahres 2017 zum VfL Sindelfingen. Hier hat er bessere Trainingsbedingungen. Er kann sich jetzt auch mehr auf seinen Sport konzentrieren: „Vorher habe ich an den Wochenenden als Barkeeper gearbeitet, um mir den Sprit, den ich brauchte, um nach Sindelfingen ins Training zu fahren, leisten zu können. Das war für Wettkämpfe und Training nicht optimal“, so Preis.

„Sein sportliches Talent kennt keine Grenzen. Er bringt alles mit, um international erfolgreich zu sein. Arbeiten muss er an seiner Belastungsfähigkeit – körperlich und mental“, sagt sein Trainer in Sindelfingen, Sebastian Marcard. Auch bei seinem Stammverein TV 34 taucht Preis immer mal wieder zum Training auf dem Bohrain auf.

Es lohnt sich. Vor zwei Wochen wurde er mit einem phänomenalen Endspurt in Heilbronn deutscher U 23-Meister über 400 Meter Hürden. Mit seinen 51,16 Sekunden ist er aktuell die Nummer fünf in der deutschen Jahresbestenliste – bei den Männern. Am 21. und 22. Juli wird er bei der DM in Nürnberg am Start sein. Sein Ziel: Mit einer 50-er-Zeit aufs Treppchen laufen und – im Optimalfall: Die Quali für die EM vom 7. bis 12. August in Berlin schaffen. Dafür müsste Constantin Preis 50,0 Sekunden laufen. Sein Optimismus ist so grenzenlos wie sein Talent: „Wenn alles mega gut läuft, könnte ich es schaffen. Dafür muss ich aber wirklich den perfekten Lauf erwischen.“