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Sie sind gewillt, alle Hindernisse bei der Planung für das Reitturnier 2016 erfolgreich zu nehmen: der Reitervereinsvorsitzende Christian Kraus, Turnierchefin Fritzi Speidel-Zachmann und Reitlehrer Michael Walter (von links).Foto: Hennrich
Sie sind gewillt, alle Hindernisse bei der Planung für das Reitturnier 2016 erfolgreich zu nehmen: der Reitervereinsvorsitzende Christian Kraus, Turnierchefin Fritzi Speidel-Zachmann und Reitlehrer Michael Walter (von links).Foto: Hennrich
24.06.2015

Pforzheimer Reiterverein beginnt mit Planungen für Goldstadt Cup 2016

Das Pforzheimer Reitturnier gehört inzwischen zum Jahreskalender der Goldstadt wie OechsleFest und CityLauf. Dabei ist es keine Selbstverständlichkeit, dass beim S&G Goldstadt Cup seit Jahren Reitsport der Spitzenklasse auf dem Buckenberg geboten wird. Es bleibt ein Kraftakt, eine Veranstaltung dieser5 Größenordnung mit Preisgeldern von 150 000 Euro zu stemmen. Ganz zu schweigen von den personellen Ressourcen, die der gastgebende Pforzheimer Reiterverein aktivieren muss.

Fast 10 000 Zuschauer haben vergangene Woche von Donnerstag bis Sonntag wieder die Wettbewerbe auf dem Buckenberg verfolgt, sahen Reiter wie den österreichischen Altmeister Hugo Simon oder den ehemaligen Doppel-Europameister Marco Kutscher über die Hindernisse jagen. Dass auf Pforzheims Höhen auch 2016 wieder geritten und gesprungen werden kann, dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Turnier-Macherin Fritzi Speidel-Zachmann und der Reiterverein-Vorsitzende Christian Kraus führen die Gespräche. Sie wissen: Eine Turnierplanung nichts anderes als ein Springparcours – eine Wegstrecke mit vielen Hindernissen, die es erfolgreich zu meistern gilt.

„Entscheidend ist, dass die Sponsoren bei der Stange bleiben“, sagte Fritzi Speidel-Zachmann. In der Turnierszene ist in den vergangenen Jahren einiges in Bewegung geraten. Große Geldgeber drängen in den Markt, die Preisgelder sind mancherorts regelrecht explodiert, in exotischen Ländern werden hochkarätige Turniere aus dem Boden gestampft. „Es gibt immer mehr Turniere, auch in Deutschland. Da wird es schwierig, das Niveau zu halten“, sagt Christian Kraus. Nicht nur die Pforzheimer kämpfen darum, ihren Platz zu behaupten und einen guten Termin zu ergattern, wenn im Herbst der Turnierkalender für das kommende Jahr festgezurrt wird.

Da schmerzen auch die kleinen Rückschläge. In diesem Jahr war es das Wetter. Am Samstag ging um die Mittagszeit ein Wolkenbruch über Pforzheim nieder. Entsprechend gering blieb der Zuschauerzuspruch an diesem Nachmittag. „Das hat uns schon reingerissen“, sagt Fritzi Speidel-Zachmann.

Das könnte man jetzt „Klagen auf hohem Niveau“ nennen. Denn 8900 zahlende Zuschauer sind immer noch eine stolze Zahl. Hinzu kamen zahlreiche Freikarten und vergünstigte Tickets, die der Sponsor Sparkasse verteilte. Und der Sonntag bot beim „Großen Preis“ der S&G Automobil AG dann großen Sport vor großer Kulisse. „Da waren wir sehr zufrieden“, strahlt Fritzi Speidel-Zachmann. Doch die Zahlen der Vorjahre, als man teilweise mehr als 10 000 zahlende Zuschauer registrierte, waren nicht mehr zu erreichen.

Jetzt geht der Blick nach vorne. „Es ging ja immer bergauf, seit wir im Jahr 2000 mit dem Turnier begonnen haben“, sagt Fritzi Speidel-Zachmann. Die Vereinsmitglieder sind immer noch mit Begeisterung dabei, Reitlehrer Michael Walter hat als Cheforganisator auf dem Turniergelände alles im Griff, die Routine, die sich im Laufe des Jahres entwickelt hat, macht vieles einfacher. Und die Zusammenarbeit mit der Marketing-Firma „En Garde“ hat frischen Schwung gebracht. „En Garde“ hat neue Sponsoren nach Pforzheim gelotst, Firmenchef Volker Wulf hat einige Stellschrauben erkannt, an denen man in Pforzheim drehen kann. „Er hat unheimlich viel Erfahrung. Das tut uns gut“, weiß Fritzi Speidel-Zachmann.

Gemeinsam wird man versuchen, den Goldstadt Cup zukunftsfähig zu machen. Auf den Verein kommen einschneidende Veränderungen zu. Reitlehrer Michael Walter wird irgendwann in Rente gehen, in Pforzheim laufen gleichzeitig Gespräche über einen Zusammenschluss der Reitsportclubs und die Ansiedlung auf einem neuen Gelände. Christian Kraus sieht diese Diskussion aber entspannt: „Da gibt es keinen Zeithorizont. Und wir müssen nicht weg. Unsere Erbpacht läuft noch ein paar Jahre.“