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Gegen den HSV – hier gegen Bakery Jatta – überzeugte Gonzalo Castro (am Boden) als Linksverteidiger.  Foto: Charisius 

Plötzlich Linksverteidiger - wohl auch gegen Dynamo: Gonzalo Castro muss beim VfB auf ungewohnter Position ran

Stuttgart. Gonzalo Castro ist 32 Jahre alt, spielt seine 16. Saison als Profifußballer und wird gerade zum dritten Mal in seiner Karriere neu erfunden. Rechtsverteidiger war er schon, wurde auf dieser Position auch zum Nationalspieler. Die meisten Einsätze absolvierte Castro im Mittelfeld, meistens eher defensiv und zentral. Nun aber hat ihn VfB-Trainer Tim Walter eineinhalb Spiele lang gegen den HSV als Linksverteidiger eingesetzt – und vor dem Duell mit Dynamo Dresden am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) mit Lob überschüttet. „Er ist extrem aggressiv. Er kann extrem viel laufen. Und er kann extrem gut kicken“, sagte er.

Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie in der 2. Fußball-Bundesliga muss der VfB sein Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten unbedingt gewinnen, Castro ist Teil der erhofften Lösung. Rechtsverteidiger Pascal Stenzel stand als einziger Spieler des VfB Stuttgart in allen 13 Pflichtspielen dieser Saison von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz und ist unumstrittener Stammspieler.

Insua wurde zur Gefahr

Auf der anderen Seite der Viererkette dagegen hat der Club keine ideale Lösung. Borna Sosa ist offensiv umtriebig, leistet sich defensiv aber zu oft haarsträubende Fehler und ist seit seiner Gehirnerschütterung außer Gefecht. Emiliano Insua hat sich in dieser Saison von einem einst soliden Spieler zu einem Gefahrenherd für die eigene Mannschaft entwickelt und stand nach dem 2:6 in der Liga beim zweiten Duell mit dem Hamburger SV im DFB-Pokal nicht mal mehr im Kader.

Für ihn brachte Walter Castro – in einer Rolle, die dieser eigentlich gar nicht schätzt. Walter aber hat ihm die Aufgabe nach eigenen Angaben schmackhaft gemacht. „Wenn er weiß, er wird so gebraucht und er kann seine Qualitäten da so optimal einsetzen. Dann kann man, glaube ich, gut mit ihm umgehen und dann versteht er die Geschichte auch“, erklärte der 43-Jährige.

Hinzu komme, dass ein Außenverteidiger in seiner Spielphilosophie ein anderes Rollenprofil habe als bei den meisten anderen Trainern, meinte Walter und sprach von „vielen Ballbesitzphasen“. Mit seiner Ruhe am Ball soll Castro nun gegen Dynamo erneut helfen, die Defensive zu stabilisieren. Auf den gesperrten Holger Badstuber müssen die Schwaben verzichten. Ob der in der Liga gegen den HSV patzende Maxime Awoudja oder Nathaniel Philipps neben Marc Oliver Kemp in der Innenverteidigung spielt, ließ Walter offen. Mit Castro aber ist zu rechnen.

Mögliche VfB-Aufstellung: Kobel – P. Stenzel, Phillips, Kempf, Castro – Karazor – Mangala, Ascacibar – Klement, P. Förster – Gonzalez