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11.05.2011

Pokaltraum geplatzt: Nöttingen verliert gegen Sandhausen

FORST. Erneut hat der FC Nöttingen den Gewinn des badischen Fußball-Pokals knapp verpasst. Gestern unterlag der Oberligist im Finale in Forst dem Drittligisten SV Sandhausen knapp und unglücklich mit 0:1 (0:0).

Bildergalerie: FC Nöttingen verliert Pokalfinale gegen SV Sandhausen

Nach einer ersten Halbzeit, in der sich die Kontrahenten auf Augenhöhe begegnet waren, gelang Sandhausen unmittelbar nach dem Seitenwechsel das 1:0 durch Frank Löning. Im Schlussspurt vergab Nöttingen zwei gute Möglichkeiten. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, Sandhausen hat seine Chance genutzt“, brachte FCN-Coach Michael Wittwer die Partie auf den Punkt. Entsprechend frustriert gingen die Spieler zur Siegerehrung, die Medaillen für Platz zwei nahmen die meisten schneller wieder ab, als sie ihnen umgehängt worden waren.

Im Vorjahr hatten sich beide Teams schon einmal im Pokalfinale gegenübergestanden. Damals siegte Sandhausen nach einer dramatischen Partie mit 7:6 nach Elfmeterschießen.

Dem Sandhausener 4-1-4-1-System setzte Wittwer im Forster Waldseestadion gestern eine 4-2-3-1-Variante entgegen. Moritz Bischof ersetzte den verletzten Reinhard Schenker auf der rechten Außenverteidiger-Position, Timo Brenner bildete mit Felix Zachmann die Doppelsechs. Thomas Ollhoff übernahm die zentrale Mittelfeldposition hinter Metin Telle als einzige Spitze.

FCN hat die ersten Chancen

Die erste Halbzeit brachte keiner Mannschaft nennenswerte Vorteile. Auf beiden Seiten hatte die Torsicherung Vorrang. Mit Zweikampfstärke hielten die Nöttinger die Partie offen, sahen über weite Strecken besser aus und hatten die ersten Chancen. Erst versuchte es Timo Brenner aus 25 Metern (6. Minute), dann Leutrim Neziraj von der Strafraumgrenze (10.) – beide Schüsse verfehlten das Tor. Etwas besser zielte auf der Gegenseite Danny Blum bei Sandhausens erster Chance, doch FCN-Keeper Daniel Jilg war auf dem Posten (17.). Danach sahen die Zuschauer vorwiegend Zweikämpfe im Mittelfeld, nennenswerte Torchancen blieben Mangelware.

Das änderte sich nach der Pause schlagartig. Mit dem ersten richtig guten Angriff ging der Drittligist in Führung. Blum setzte sich auf der linken Seite schön durch, seine Hereingabe verwertete der mitgelaufene Frank Löning eiskalt (48.). Der SVS blieb am Drücker, im Nöttinger Strafraum wurde es nun turbulenter. Für Gefahr sorgten immer wieder die schnellen Antritte von Blum auf der linken Seite, der Mittelfeldspieler scheiterte aber aus spitzem Winkel selbst knapp. Und Angreifer Emre Öztürk säbelte eine Blum-Hereingabe aus guter Position übers Tor.

Erst mit einem Wechsel (Scozzari für Ollhoff) und einer Umstellung auf ein 4-4-2 kam neues Leben ins Nöttinger Spiel. Die große Ausgleichschance vergab Metin Telle, der bei einer Hereingabe des aufgerückten Holger Fuchs drei Meter vor dem Tor den Ball nicht traf. „Der Ball kam in meinen Rücken“, entschuldigte sich der Stürmer später. Auch ein Freistoß von Riccardo Di Piazza mit doppelter Nachschusschance (82.) blieb ohne Erfolg.

„Die Partie stand bis zum Schluss auf der Kippe“, gestand Sandhausens Trainer Gerd Dais ein. Sein Team steht nun erneut in der ersten Runde des DFB-Pokals, darf sich über 95 000 Euro Fernsehgeld freuen und auf einen attraktiven Gegner hoffen.