nach oben
Auswärtssieg daheim? Die Heimschwäche der TGS animiert die treuen Fans des Pforzheimer Handball-Drittligisten zu originellen Sprüchen.   Ripberger, PZ-Archiv
Auswärtssieg daheim? Die Heimschwäche der TGS animiert die treuen Fans des Pforzheimer Handball-Drittligisten zu originellen Sprüchen. Ripberger, PZ-Archiv
15.03.2016

Rätselhafter Heimkomplex: TGS Pforzheim spielt zuhause wie Absteiger, auswärts wie Meister

Die TGS Pforzheim spielt wie ein Aufstiegskandidat. Auswärts. Sieben Siege, drei Niederlagen und zwei Remis stehen für den Verein in der 3. Handball-Bundesliga in fremden Hallen zu Buche, nachdem 24 von 30 Spielen absolviert sind. Zuhause sieht es hingegen düster aus.

Vier Siege stehen acht Niederlagen gegenüber. Das ist eher die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Unterm Strich kommt bei 16:8 Auswärts- und 8:16 Heimpunkten ein passabler sechster Platz heraus. Es dürfte ein bisschen mehr sein. Aber insgesamt sind die Wartberger damit zufrieden in ihrer dritten Saison der 3. Bundesliga Gruppe Süd.

Die Frage, warum es zuhause in der neuen Bertha-Benz-Sporthalle nicht so läuft, wurde Wolfgang Taafel schon oft gestellt in den vergangenen Wochen. Seine ehrliche Antwort: „Ich weiß nicht, woran es liegt.“ Der Handball-Abteilungsleiter vermutet, dass seine Mannschaft auswärts freier aufspielen kann, weil der Druck in der Fremde nicht so groß ist. Immerhin war die neuformierte Mannschaft mit einigen Ambitionen in die Runde gestartet. Auch aufgrund von zahlreichen Verletzungen lief es nicht nach Plan. Die Mannschaft konnte sich zu Beginn der Saison nie richtig einspielen.

Auf gar keinen Fall sucht Wolfgang Taafel die Schuld bei den Fans in der Halle. Und er hofft, dass am kommenden Samstag wieder viele den Weg in die „grüne Hölle“ finden, wenn der Tabellendritte SG Nußloch ab 19.00 Uhr zu Gast in der Bertha-Benz-Sporthalle ist.

Der Blick richtet sich beim Macher der TGS seit geraumer Zeit auf die neue Saison. Mit Felipe Soteras-Merz (Herrenberg) und Evgeni Prasolov (Horkheim) wurden schon zwei neue Rückraumspieler geholt. Ein dritter aus der 1. Bundesliga soll hinzukommen. „Dann sind wir im Rückraum breiter aufgestellt“, betont Taafel, der seiner Mannschaft auch eine Verjüngungskur verabreichen möchte. Leistungsträger wie Florian Taafel (29), Nils Brand (33), Valentin Hörer (32) oder Christian Heuberger (31) haben ein Alter erreicht, an dem man eher übers Ende als über den Anfang einer Karriere nachdenkt. Hörer verlässt den Verein am Ende der Saison wieder. Ansonsten wird der Großteil des aktuellen Spielerkaders, in dem sich auch zahlreiche Jungtalente tummeln, bleiben. Auch Trainer Andrej Klimovets, sei drei Jahren am Ruder, hat bereits für eine weitere Saison zugesagt.

Für die neue Spielrunde haben sich die Roten vom Wartberg viel vorgenommen. Mittelmaß ist bekanntlich nicht der Anspruch von Wolfgang Taafel. „Wenn unsere Neuzugänge so einschlagen, wie wir uns das vorstellen, dann können wir vorne mitspielen“, sagt der Handball-Boss der Turngesellen. Wenn man den rätselhaften Heimkomplex in den Griff bekommt, sollte die neuformierte Mannschaft ein Wörtchen im vorderen Drittel der Drittliga-Tabelle mitspielen können.