Antipas_Kamkwindo
Stürmer Antipas Kamkwindo (rechts) wird nach seinem Jochbeinbruch wohl mit einer Titanmaske gegen den RC Luxemburg spielen müssen. 

Rugby-Bundesliga: SG Pforzheim empfängt RC Luxemburg - "Gewinnen um jeden Preis"

Pforzheim. Es ist zwar nur das erste Match der Rückrunde, aber bei Rugby Pforzheim spricht man schon von einem vorgezogenen Endspiel in der Rugby-Bundesliga Süd/West. „Die Stimmung ist sehr angespannt im Team. Allen ist klar, wie wichtig das Spiel ist“, sagt Rugby-Pforzheim-Sprecher Robin Häberle. Am Samstag, 14 Uhr, empfängt die SG Pforzheim (Vorletzter, 8 Punkte) im SüdwestEnergie-Stadion am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen den RC Luxemburg (letzter Platz, 5 Punkte, ein Spiel weniger) zum vielleicht schon richtungsweisenden Kellerduell. „Unser Matchplan lautet: Gewinnen um jeden Preis“, sagt Häberle.

SG Pforzheim mit kleinem Vorsprung

Vier bis fünf Punkte kann der Sieger der Party auf seinem Konto verbuchen, für den Verlierer sind im besten Fall zwei Punkte drin, wenn sich das unterlegene Team einen offensiven und defensiven Bonuspunkt sichern kann. Die drei Punkte Vorsprung der SG Pforzheim auf den RCL sind also kein bequemes Polster, zumal die Luxemburger noch ein Nachholspiel bei der RG Heidelberg absolvieren müssen und weitere Punkte sammeln können. In den vergangenen Spielen, in denen sich die Pforzheimer „Rhinos“ gegen andere Teams aus dem Tabellenkeller Chancen ausgerechnet haben, gab es knappe Niederlagen – meistens nach einem Fehlstart und oft nach einem Einbruch in den letzten Minuten des Spiels.

Verletzungsnotstand bei den "Rhinos"

„Bei uns sind alle Spieler etwas angeschlagen, aber wir versuchen so viele wie möglich für das Spiel am Samstag fit zu machen“, sagt Häberle. Das junge SGP-Sturm-Talent Manuel Carrier ist von der U20-Europameisterschaft in Portugal mit einem Innenbandriss zurückgekommen und wird die viermonatige Bundesliga-Winterpause für die Regeneration benötigen. Stürmer-Kollege Antipas Kamkwindo soll nach einem Jochbeinbruch mit Titanmaske auflaufen. „Die Liste der verletzten und angeschlagenen Spieler lässt sich noch weiter verlängern“, bedauert Häberle.

Zum Saisonstart im Hinspiel in Luxemburg gelang den „Rhinos“ ein knapper und angesichts der damals weitgehend neu formierten Mannschaft auch ein unerwarteter 29:26-Sieg. Einfacher wird die Aufgabe am Samstag beim Heimspiel in Eutingen nicht. „Wir müssen es schaffen, Line-Breaks herauszustellen und auch im Getümmel einen klaren Kopf und einen Plan zu behalten“, sagt Häberle. Und: „Wir dürfen nicht nur den Sturm einfach immer wieder anlaufen lassen, ohne klaren Plan zu haben, wie wir scoren können.“ Die vergangenen Niederlagen hätte es unter anderem auch deshalb gegeben, weil planlos angegriffen und zu viel Raum in der Verteidigung gelassen wurde. Allerdings kann Häberle auch Positives vermelden: „Das sieht aber im Training mittlerweile deutlich besser aus.“ 

Publikum soll mithelfen

Seit dem Aufstieg der Pforzheimer Rugbyspieler 2011 in die Bundesliga sammelten die „Rhinos“ eine deutsche Meisterschaft (2016) und mehrere Vizemeisterschaften. 2019 mussten die Pforzheimer als Vorletzter erstmals in die Relegation, die mit einem klaren Sieg gegen den RC Rottweil erfolgreich abgeschlossen wurde. Damals musste der RCL absteigen. Mit einem Sieg könnte die SG Pforzheim in der Tabelle weiter nach oben klettern und sich Luft im Abstiegskampf verschaffen. „Dazu brauchen wir aber die lautstarke Unterstützung des Publikums, das auf jeden Fall ein höchst spannendes Spiel sehen wird“, sagt Häberle. – uh -

8. Spieltag Rugby-Bundesliga Süd/West

Samstag, 20. November, 14 Uhr: SG Pforzheim - RC Luxemburg

Samstag, 20. November, 14 Uhr: TSV Handschuhsheim - Heidelberger RK

Samstag, 20. November, 14 Uhr: RK Heusenstamm - SC Frankfurt 1880

Samstag, 20. November, 16 Uhr: SC Neuenheim - RG Heidelberg

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