nach oben
manasah sita rugby tvp © Jürgen Keller
23.03.2014

Rugby: TV Pforzheim deklassiert SC Frankfurt

Es gibt Bundesliga-Rugbyspiele des TV Pforzheim, da werden weder die eigenen, noch die gegnerischen Spieler und nicht einmal die Zuschauer geschont. Letztere klatschten sich beim 160:6-Sieg des TVP gegen den Tabellensechsten der Meisterrunde Süd, den SC 1880 Frankfurt, die Hände wund. Etwa alle drei Minuten fiel ein Versuch für die Pforzheimer und alle vier Minuten gab es einen Erhöhungskick zu bejubeln.

Bildergalerie: Rugby-Meisterrunde: TV Pforzheim besiegt SC Frankfurt mit 160:6

Man merkte es den grün-weißen Rhinos von Spielbeginn an, dass sie sich für die letzte Heimspielklatsche gegen den Heidelberger RK rehabilitieren wollten. Schon vom Anpfiff an hatte sich der TVP in der Frankfurter Spielhälfte festgesetzt. Nach vier Minuten brach Markus Bachofer durch die Reihen des SC und legte zum ersten Versuch ab. Fünf Minuten später erzielte Chris Howells den zweiten Versuch. Nach den ersten zehn Minuten stand es 10:0 für die Pforzheimer.

Während Jeremy te Huia die ersten beiden Erhöhungskicks noch nicht verwandeln konnte, zeigt er sich danach enorm treffsicher. Von 24 Kicks verwandelte er 20. Insgesamt kam er so mit einem Versuch auf 45 Punkte. Die Frankfurter punkteten nur durch zwei Straftritte.

Dass die Pforzheimer Schnellstarter sind, ist ja nicht neu. Doch dieses Mal trumpften sie nach der an sich schon beeindruckenden 57:3-Halbzeitführung in der zweiten Hälfte noch stärker auf. 102:0 hatte der TVP das Hinspiel in Frankfurt gewonnen. Damals benötigten sie dafür zwei Halbzeiten. Beim Rückspiel im TVP-Rugbystadion am Rattachweg 46 in Pforzheim-Eutingen genügte eine Halbzeit für eine 103:3-Punkteausbeute. Allerdings spielte der ohnehin nicht in Bestbesetzung angereiste SC die letzten 24 Minuten des Matches mangels Auswechselspielern mit einem Mann weniger.

Auch beim TVP waren nicht alle Stammspieler an Bord, aber drei wichtige Punktegaranten hatten am vergangenen Samstag ihre Rückkehr ins Team auf publikumsfreundliche Art gefeiert. Josh Fisiiahi, schmerzlich auf der Tryscorer-Liste vermisst, legte nach monatelanger Verletzungsphase gleich drei Versuche. Das gelang auch Mannschaftskapitän Mustafa Güngör nach seiner Rot-Sperre, während Jung-Nationalspieler Carlos Soteras Merz nach seiner studiumsbedingten Pause immerhin zwei Versuche erzielte. Dem dynamischen Sprinter Manasah Sita gelang ebenfalls noch ein Dreierpack.

Typisch für das Spiel waren lange Sololäufe, mit denen die Frankfurter Abwehr ein ums andere Mal überrannt wurde. So sprintete David Schulz von der eigenen 22-Meter-Linie über den ganzen Platz, um kurz vor dem SC-Malfeld mit einem Überkick den Gegner auszubremsen und dann selbst zum Versuch abzulegen. Symptomatisch für die Wehrlosigkeit der Frankfurter: Beim letzten Versuch der Pforzheimer schieben die TVP-ler ein eigenes Paket fast ungehindert mehr als 50 Meter weit nach vorne, um Güngör dann ins Malfeld abtauchen zu lassen.

Am Sonntag, 30. März, wird sich beim Tabellenvierten RK Heusenstamm zeigen, welchen Wert dieser hohe Sieg gegen die Frankfurter tatsächlich hat und ob mannschaftliche Geschlossenheit und Kombinationsspiel auch dann funktionieren, wenn der Gegner mehr Gegenwehr leistet. uh

Die Versuche: Josh Fisiiahi (3), Mustafa Güngör (3), Manasah Sita (3), Carlos Soteras Merz (2), Timo Vollenkemper (2), David Schulz (2), Marc Hittel (2), Markus Bachofer, Chris Howells, Tom Tropartz, Jeremy Te Huia, Rob May, Tobias Weber, Mau Simeona

Die Erhöhungskicks: Jeremy te Huia (20 von 24)

 

 Meisterrunde Süd

 Punkte 

+ / - 

 1 

 Heidelberger RK

60

+874 

2

 TV Pforzheim

48

 +594 

3

 SC Neuenheim

40

+208 

4

 RK Heusenstamm

30

-92 

5

 RG Heidelberg

28

-97 

6

 SC Frankfurt 1880

15

-479 

7

 TSV Handschuhsheim

13

-254 

8

 ASV Köln

-2

-754