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Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

Tim Kasten (am Ball) musste mit seinen Mitspielern vom TV Pforzheim alles geben, um der RG Heidelberg Paroli bieten zu können. © Jürgen Keller
03.09.2017

Rugby-Bundesliga: Rumpfteam des TV Pforzheim verliert nach großem Kampf gegen RG Heidelberg

Nach aufopferungsvollem Kampf und großem Comeback in der ersten Halbzeit verliert der reduzierte Kader des TV Pforzheim das Auftaktmatch der Rugby-Bundesliga Süd/West gegen die RG Heidelberg mit 17:54.

Bildergalerie: Rugby-Bundesliga: Schwerer Start für dezimierten TV Pforzheim

Rugby-Vizemeister TV Pforzheim (grün-weiße Trikots) wird sich gegen den TSV Handschuhsheim mächtig ins Zeug legen müssen, um zu punkten. Die Zuschauer können also ein spannendes Bundesligaspiel am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen erwarten.

Bildergalerie: Fans sehen tapferen TVP bei Niederlage gegen RGH

Teammanager Jens Poff hatte vor dem Auftaktspiel der neuen Saison in der Rugby-Bundesliga Süd/West vom „letzten Aufgebot“ gesprochen, mit dem der Vizemeister TV Pforzheim gegen Mitfavorit RG Heidelberg antreten würde. In der Tat konnte der TVP im heimischen SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen mit nur 15 Mann, also ohne Ersatzspieler, auflaufen, doch dieses Rumpfteam leistete lange Widerstand und bot über das ganze Spiel hinweg der mit 7er-Nationalspielern gespickten RGH einen großartigen Kampf. Die erst in der zweiten Halbzeit so deutlich ausgefallene 17:45-Niederlage war aber nicht zu verhindern.

TVP-Coach John Willis ist es ja gewohnt, nach jeder erfolgreichen Saison seiner „Rhinos“ einen Aderlass an wichtigen Spielern hinzunehmen. Zum Saisonstart allerdings fehlten einige Spieler aus beruflichen Gründen oder wegen Verletzungen. Selbst Physiotherapeut David McFall streifte das Trikot über. Der Vereinsnachwuchs wie Mike Czaja und Spieler aus der zweiten Mannschaft wie der schon bei der 7er-DM erfolgreiche Dani Monea oder der unermüdlich jedes Getümmel suchende Sebastian Trost konnten sich beweisen.

Die seit dem Bundesliga-Aufstieg im Jahr 2011 von den Heimspielsiegen verwöhnten TVP-Fans honorierten den tapferen Einsatz des „letzten Aufgebots“ und staunten in der ersten Halbzeit über ein überraschendes Comeback eines scheinbar schon abgeschlagenen Vizemeisters. „In dieser Phase haben wir den Ball schnell laufen lassen, gut kombiniert und dann plötzlich die RGH unter Druck gesetzt. Da haben die Jungs gezeigt, dass sie ein Team sind und gutes Rugby spielen können“, sagt Willis.

Nach nur 18 Minuten hatten die Heidelberger schon vier Versuche gelegt und 26:0 geführt. Doch von Depression und Selbstaufgabe war beim TVP nichts zu spüren. Plötzlich wurde flüssig kombiniert. Zwei kraftvolle Sprints von Manasah Sita und ein Durchbruch von Carlos Soteras-Merz ins RGH-Malfeld brachten den TVP auf 17:26 heran. Ein vierter Pforzheimer Versuch wurde vom Schiedsrichter nicht gegeben. Hätte Soteras-Merz, der gleich drei Ankicks versemmelte, mit seinen Erhöhungskicks an diesem Tag mehr Schussglück gehabt, wäre die Pausenansprache des RGH-Trainers wohl etwas dringlicher ausgefallen.

So aber konnten sich die Gäste vom Neckar etwas entspannter ausrechnen, dass die „Rhinos“ in der zweiten Hälfte dem hohen Tempo und Druck der RGH Tribut zollen würden. Gleich mehrmals lagen in den zweiten 40 Minuten Pforzheimer Spieler verletzt am Boden, doch keiner wollte aufgeben und rappelte sich, mal hier, mal da bandagiert, wieder auf. Schließlich saß auf der Ersatzbank niemand, der einspringen konnte. Nach 70 Minuten dann spielte der TVP in Unterzahl. Sebastian Trost, der als starker Mann im Gedränge dringend benötigt wurde, musste mit einer Rückenverletzung das Match vorzeitig beenden. Fast zwangsläufig fielen in der zweiten Halbzeit die vier Versuche der RGH, denen die Pforzheimer nichts Zählbares mehr entgegensetzen konnten, obwohl sie unermüdlich versuchten, doch noch zu punkten.

„Die Einstellung hat gestimmt. Unter diesen schlechten Voraussetzungen haben wir nach großem Kampf letztlich ein gutes Spiel gezeigt. Wir werden nach dieser Niederlage den Kopf nicht hängen lassen und mutig die kommenden Aufgaben angehen“, sagt Willis. In zwei Wochen, am Samstag, 16. September, steht um 15 Uhr das nächste Heimspiel am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen an. Gegner TSV Handschuhsheim, Vierter der vergangenen Saison und 45:17-Auftaktsieger gegen RK Heusenstamm, dürfte eine ähnlich harte Nuss wie die RGH werden. --- uh ---

Rugby-Bundesliga Süd/West, 1. Spieltag: TV Pforzheim 17:54 RG Heidelberg

TVP-Versuche: Manasah Sita (2), Carlos Soteras-Merz

TVP-Kicks: Carlos Soteras-Merz (1 von 3 Erhöhungskicks)

Das nächste Heimspiel: Samstag, 16. September, 15 Uhr, SüdwestEnergie-Stadion am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen, TV Pforzheim – TSV Handschuhsheim

Rugby-Bundesliga Süd/West – 1. Spieltag

Heidelberger RK

125:10

SC Neuenheim

Neckarsulmer SU

16:23

SC Frankfurt 1880

TV Pforzheim

17:54

RG Heidelberg

TSV Handschuhsheim

45:17

RK Heusenstamm

Rugby-Bundesliga Süd/West

1

Heidelberger RK

5

+115

2

RG Heidelberg

5

+37

5

TSV Handschuhsheim

5

+28

3

SC Frankfurt 1880

4

+7

4

Neckarsulmer SU

1

-7

6

RK Heusenstamm

0

-28

7

TV Pforzheim

0

-37

8

SC Neuenheim

0

-115

Rugby-Bundesliga Süd/West – 2. Spieltag

Samstag, 16. September

15 Uhr

TV Pforzheim

-

TSV Handschuhsheim

14 Uhr

SC Frankfurt 1880

-

SC Neuenheim

15 Uhr

Neckarsulmer SU

-

RK Heusenstamm

14 Uhr

Heidelberger RK

-

RG Heidelberg