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Dreier von Romina Ciappina: Eine Aktion, die den Fans der Rutronik Stars Keltern vertraut ist und die sie künftig wieder öfter sehen werden. Foto: Ripberger/PZ-Archiv
Dreier von Romina Ciappina: Eine Aktion, die den Fans der Rutronik Stars Keltern vertraut ist und die sie künftig wieder öfter sehen werden. Foto: Ripberger/PZ-Archiv
11.01.2019

Rutronik Stars Keltern plötzlich wieder titelreif?

Keltern. So kann es nicht weitergehen, dachten sich Christian Hergenröther und Dirk Steidl. Der Trainer und der Manager des deutschen Basketball-Meisters Rutronik Stars Keltern analysierten in der Weihnachtspause die Hinrunde der Bundesliga-Saison und kamen zu dem Schluss, dass die neue Mannschaft so nicht nach ihren Wünschen funktioniert. Auch Gespräche mit dem Team flossen in die Entscheidung ein, nach Verstärkungen Ausschau zu halten.

Kampf den Schwachstellen

Zur großen Überraschung aller Experten konnten die Sterne zwei „Kracher“ aus dem Hut zaubern. Mit der Belgierin Romina Ciappina und der US-Amerikanerin Rebecca Tobin kommen zwei Top-Spielerinnen in den Enzkreis. Beide wurden gezielt geholt, um Schwachstellen im Gefüge der Sterne auszumerzen. „Wir haben gesehen, dass wir bei den Drei-Punkte-Würfen nicht gut genug sind“, sagt Christian Hergenröther. Dieses Manko soll Ciappina beseitigen. Das kann sie, wie die Spielerin, die im vergangenen Jahr mit den Sternen deutsche Meisterin wurde, hinlänglich bewiesen hat. Sie gilt als ausgesprochene Spezialistin von der Dreipunkte-Linie. Auch unter dem gegnerischen Korb sah Hergenröther dringenden Handlungsbedarf. „Wenn Kimberley Pierre-Louise mal schwächelte oder wegen hoher Foulbelastung auszufallen drohte, wurde es hier eng.“ Mit der Verpflichtung von Rebecca Tobin hofft Hergenröther, auch die Defizite beim Rebound und beim Scoring abbauen zu können.

Sind die Sterne mit diesen beiden Hochkarätern wieder ein Titelkandidat? Ist die Titelverteidigung ein Thema, nachdem man die Vorrunde „nur“ mit Platz vier abgeschlossen hat. Christian Hergenröther überlegt nicht lange mit der Antwort: „Das hoffen wir doch. Wir wollen um den Titel mitkämpfen.“

Die Frage wird sein, wie schnell die beiden Neuen ins Teamgefüge integriert sein werden. Romina Ciappina kam am Donnerstag in Keltern an, trainierte gleich mit und kann schon am Sonntag im ersten Punktspiel des Jahres der Sterne beim USC Freiburg eingesetzt werden (16.00 Uhr). Rebecca Tobin hingegen wird erst im Februar eintreffen, weil die Saison in Australien, wo sie in der WNBL bei Bendigo Spirit aktiv ist, noch so lange läuft. Sollte die 1,95 Meter große Centerin rasch integriert werden können, kann sie bei den Play-Offs, die Ende März beginnen, den Unterschied machen. Sie kennt die deutsche Bundesliga aus ihrer Zeit beim früheren Serienmeister TSV Wasserburg, wo sie in den vergangenen zwei Spielrunden aktiv war.

Das Spiel am Sonntag beim USC Freiburg bezeichnet Christian Hergenröther als „interessant“. Mit den US-Amerikanerinnen Kristen Elise Gaffney und Kelly La Nette Moten haben die Eisvögel in der Offensive zwei herausragende Spielerinnen im Kader. Sie führen mit 198 und 196 Punkten die aktuelle Scorer-Wertung der DBBL an. Diese Top-Spielerinnen zu verteidigen, wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Gleichzeitig gilt es für die Sterne, Schwächen in der Freiburger Defense auszunutzen.