Pforzheim. Keine Frage: Der Pforzheimer Handball-Drittligist SG Pforzheim/Eutingen besitzt noch enormes Steigerungspotenzial. Das sieht auch Trainer Alexander Lipps so nach der bitteren, aber völlig verdienten 26:31-Niederlage gegen den VfL Pfullingen. „Es ist für uns keine leichte Situation mit zwei Heimniederlagen zu starten. Wir haben noch nicht den Level vom Frühjahr“, fasste der Coach die Handballstunde zusammen, in der vor allem nach dem Seitenwechsel die Gäste vom Fuß der Schwäbischen Alb die SG vor unlösbare Probleme stellten.
Erstliga-Spieler aufgeboten
„Wir konnten uns in der zweiten Halbzeit dank unseres guten Konterspiels absetzen. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, befand Daniel Brack, Übungsleiter des ehemaligen Handball-Bundesligavereins, der mit 6:0 Punkten nun glänzend positioniert ist. Zwar plagen die Pfullinger ebenso wie die Pforzheimer ernste Verletzungssorgen. Allerdings hatte der VfL erst am Donnerstag den einstigen Balinger Erstliga-Akteur Christoph Foth kurzfristig aus dem Hut gezaubert. Er ersetzte die beiden verletzten Pfullinger Kreisläufer Julian Mühlhäuser und Nils Röller mehr als ebenbürtig und schoss in den letzten vier Minuten sogar noch zwei Tore.
Für Lipps stand schon vor dem Duell fest, dass er Foth zum besten Gäste-Akteur küren würde, was mit einer Flasche Schampus belohnt wird. Auf SG-Seite wurde vom gegnerischen Trainer Brack Torhüter Bastian Rutschmann mit diesem Edelgetränk geehrt. Rutschmann meisterte zwei Siebenmeter und vieles mehr. Auch sein Vereinskollege Adam Studentkowski hielt einen Siebenmeter.
Anders als Brack konnte Lipps den Ausfall des vom Bundesligisten TVB Stuttgart benötigten Junioren-Europameisters Nico Schöttle, des verletzten Leon Gerstner und des ebenfalls stark angeschlagenen Julian Broschwitz, der nur in der Anfangsphase kurzzeitig auflief, nicht ersetzen. Schlimmer noch: Auch der slowakische Neuzugang Matej Mikita beendete humpelnd mit einer Blessur am Sprunggelenk die Partie.
„Erst am Montag sehe ich, wer mir im Training zur Verfügung steht“, meinte ein resignierter Lipps.
Dabei begann die Partie in der Bertha-Benz-Halle einigermaßen ordentlich für die SG, die sich in der abgelaufenen Saison einen heißen Kampf mit den Pfullingern um den Aufstieg in die zweite Bundesliga lieferte, aus dem Potsdam als lachender Dritter hervorging.
3:1 führte Pforzheim/Eutingen in der sechsten Minute und letztmals 5:4 in der elften Minute. Bis zur Pause (11:12) gestaltete die Lipps-Sieben die Auseinandersetzung noch offen. Ein 5:1-Lauf der Württemberger zwischen der 35. und 41. Minute zur 19:13-Führung war für die SG uneinholbar, und sie lief bis zum Schluss Rückständen zwischen vier und sechs Toren hinterher.
Dennoch nimmt Lipps für die Partie am Sonntag bei Balingens zweiter Garnitur auch positive Ansätze mit: „Tim Faeser und Jan Wörner, nach langer Verletzung, haben stark gespielt.“ Wörner, der in den letzten zehn Minuten viermal den Ball im Tor versenkte, meinte: „Wir sind an uns selbst gescheitert und haben viele technische Fehler begangen. Mit der offensiven Abwehr Pfullingens haben wir uns schwer getan.“

