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Die Präsentation der Pokale von Xin Liu (Mitte sitzend) verfolgten (von links) Tanja Traub (IHK), Petra und Mark Pace (beide Dentaurum), Künstler Rene Dantes, Stephan Scholl (Sparkasse Pforzheim Calw), Edeltraud Bülling und Bernd Rossnagel (beide Schwarz Weiß Club), Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Hochschul-Professorin Christine Lüdeke. Foto: Ketterl
Die Präsentation der Pokale von Xin Liu (Mitte sitzend) verfolgten (von links) Tanja Traub (IHK), Petra und Mark Pace (beide Dentaurum), Künstler Rene Dantes, Stephan Scholl (Sparkasse Pforzheim Calw), Edeltraud Bülling und Bernd Rossnagel (beide Schwarz Weiß Club), Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Hochschul-Professorin Christine Lüdeke. Foto: Ketterl
14.01.2019

Schmuck-Student Xin Liu stellt neuen Goldstadtpokal vor

Pforzheim. Xin Liu fällt auf. Der junge Chinese hat langes, gewelltes Haar, trägt Ohrringe und ist für einen Asiaten relativ groß. Sein Entwurf der Trophäen für den 58. Goldstadtpokal der Tänzer zog auch gleich die Blicke auf sich. Nachdem die Jury des Gestaltungswettbewerbs dem 27-jährigen Schmuck-Studenten der Pforzheimer Hochschule bereits im Juni den Sieg zusprach, sind nun im Rathaus die Pokale vorgestellt worden, um die es am Samstag, 26. Januar geht.

Liu erschien in Schwarz und legte weiße Handschuhe an, als die Zeit gekommen war, seine Kunstwerke aus vier kleineren Koffern zu heben. Die Pokale wurden am Computer entworfen, per 3-D-Druck erstellt und schließlich gegossen. Hinter der Entstehung steckt mehr Arbeit, als es den Anschein hat, denn das gesamte Prozedere nahm Monate in Anspruch: In etwa ein Semester beschäftigte es Liu. „Nach dem 3-D-Druck habe ich 400 Löcher geschliffen“, sagte er beispielsweise. 6,5 Kilogramm wiegen die großen Trophäen.

Inspirieren ließ sich Liu vom Begriff Goldstadt. Die Dynamik des Tanzens bringen seine aus Bronze gefertigten, jedoch vergoldeten Pokale über sich im Kreis drehende Ketten zum Ausdruck. Charakteristisch sind auch ein Anhänger mit Aufschrift sowie ein Becher. Das Gefäß hatte sich die Jury gewünscht, in der erneut Professorin Christine Lüdeke, Edeltraud Bülling vom gastgebenden Schwarz Weiß Club Pforzheim, Künstler Rene Dantes und Mark S. Pace von Sponsor Dentaurum saßen. Zudem war erstmals Tanja Traub (Geschäftsführung IHK Pforzheim) dabei. Die Vertreterin der Industrie- und Handelskammer fand es verblüffend, welch guten Eindruck schon die virtuell betrachteten Entwürfe vermittelten. Den insgesamt sieben Arbeiten habe sich die Jury etwa vier Stunden lang gewidmet. „Das war an der Hochschule, in einem Werkraum, also einem kreativen Umfeld. Da haben wir diskutiert und es hat erst jeder für sich eine Rangfolge erstellt“, verriet Tanja Traub der „Pforzheimer Zeitung“. „Es waren zum Teil recht mutige Entwürfe“, sagte Künstler Rene Dantes. Professorin Lüdeke stellte heraus, dass es „um Gestaltung und Umsetzung“ geht. Da ein Pokal-Entwurf nicht genüge, bleibe die Teilnehmerzahl überschaubar: „Es werden auch Leute abgeschreckt.“

Großer Ehrgeiz

Nachdem bisher dreimal eine Studentin gewonnen hatte, setzte sich mit Liu nun erstmals ein Mann durch – übrigens gegen ausschließlich weibliche Konkurrenz. Etwas Aufregung war dem Gewinner bei der Präsentation anzumerken. Lächelnd antwortete der junge Mann aus dem etwa fünf Millionen zählenden Changsha auf Fragen, machte aber keine großen Worte. Thomas Leicht, Werkstattleiter an der Hochschule, kennt Liu, seit der zu studieren begann und sagt: „Er ist ein unglaublich fleißiger Arbeiter, ist freundlich und hat immer Ideen.“ Zeit für Ablenkung bleib dem Chinesen aber. Als es darum ging, ob Liu selbst schon getanzt habe, sagte er jedenfalls: „Nur bei Partys.“

Favoriten auf den Goldstadtpokal sind die Pforzheimer Lateintänzer Marius-Andrei Balan/Khrystyna Moshenska. Erst nach dem Meldeschluss kommenden Freitag ist klar, wer die Titelverteidiger herausfordert.