Der Karlsruher SC am Boden: Gegen schwache Nürnberger gab es eine Niederlage, die den KSC auf dem letzten Tabellenplatz belässt. Foto: dpa
Sport
Schwäbischer Schiri entsetzt die Badener bei KSC-Niederlage in Nürnberg
  • Christoph Ruf

Der Redakteur der „Nürnberger Nachrichten“ hatte die richtigen Worte gefunden, als er die Leser auf den Freitagabend einstimmte. Wer am Ende eines warmen, sonnigen Tages das Stadion dem Biergarten vorziehe, müsse gewarnt sein, schrieb er. „Die Gefahr, sich einen schönen Tag abends beim Fußball zu verderben, ist in Nürnberg allgegenwärtig.“ So kam es dann auch. Nur, dass es der KSC-Tross samt gut 1500 Fans war, dessen Laune nach dem Schlusspfiff von Grund auf verdorben war: Das Zweitliga-Schlusslicht unterlag ja beim Club mit 1:2. Der Schiri wurde zum Buhmann.

Schiedsrichter Martin Petersen hatte bei drei strittigen Situationen zwei Elfmeter für Nürnberg gepfiffen und keinen für Karlsruhe. „Skandal“, war noch eine der harmloseren Kommentare von KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer, der genau wie Präsident Ingo Wellenreuther kopfschüttelnd immer wieder auf den Wohnort des Referees hinwies: Stuttgart.

Beim KSC überlegen sie nun, ob sie sich vertrauensvoll an den DFB wenden sollen, um Referees anzumahnen, die weniger schwäbisch sind – und weniger jung: „Es kann ja wohl nicht sein, dass unsere Konkurrenten die Fifa-Referees abbekommen und wir immer das junge Gemüse. Vielleicht sollten wir da mal nachhaken.“ Aus Schiedsrichterkreisen hieß es am Wochenende hingegen, eine solche Beschwerde sei aussichtslos, landsmannschaftliche Rivalitäten spielten bei der Bestellung der Referees keine Rolle. Den ersten von zwei Elfmetern, die der eingewechselte Tobias Kempe sicher verwandelte (65./70.), verhängte Petersen, nachdem Krebs Nürnbergs Kevin Möhwald ganz leicht am Fuß touchiert hatte. Vor dem zweiten hatte sich Marvin Mehlem bei einem Freistoß zwar weggedreht, doch der Schwungarm war dabei leicht angewinkelt.

Als in der 90. Minute Nürnbergs Lukas Mühl den Ball mit einer Oberkörper-Arm-Kombination über die Außenlinie bugsierte, gab es jedoch keinen Elfmeter für Karlsruhe. Der hat nun schon fünf Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz. „Gegen Würzburg stehen wir jetzt enorm unter Druck“, sagte Trainer Mirko Slomka zur Partie am Dienstag (17.30 Uhr/Sky). So schwach wie Nürnberg wird sich wohl keiner der verbleibenden acht Gegner präsentieren.