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Schnee(ball)-Schlacht: die SG (dunkle Trikots) besiegte Schellbronn klar.
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Heiße Typen in der Eisbox: Die Ersatzspieler der SG Unterreichenbach/Schwarzenberg wollten in der Heimpartie gegen Schellbronn eigentlich in kurzen Hosen auf die Bank sitzen. Ihr Trainer Peter Sieben ermahnte sie aber zur Vernunft. Foto: Privat
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Nachricht im Netz: Robin Schleeh fuhr mit dem Mini-Traktor die Linien entlang.
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Geschafft! Spielleiter Nino Theurer hatte das Räumkommando.
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So sah der Platz in Schwarzenberg eine Stunde vor dem Anpfiff aus. Rechts schaufeln gerade zwei „Schneemänner“ den Strafraum frei.
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Spitzenreiter: Tobias Renner, Robin Schleeh, Pascal Faisst und Trainer Peter Sieben (von links) feiern nach dem Schlusspfiff in der Kabine.

Schwarzenberger Schneemänner erobern die Tabellenspitze in der Kreisklasse A2

Hurra, der erste Schnee ist da! Von wegen. Für viele Fußballer war die weiße Pracht am vergangenen Wochenende ein Ärgernis. Die Spiele fielen aus. Auf dem Dobel, im Oberen Enztal, in Grunbach, in Hamberg und auch in Engelsbrand. Nur ein Team hatte am Sonntag so richtig viel Spaß mit den kleinen Eiskristallen: die SG Unterreichenbach/Schwarzenberg.

„Als ich daheim in Huchenfeld losgefahren bin, hat es schon geheißen, dass auf dem Platz in Schwarzenberg eine geschlossene Schneedecke liegt. Das Spiel der zweiten Mannschaft wurde abgesagt, aber wir wollten mit der Ersten unbedingt spielen“, erzählt SG-Trainer Peter Sieben. Schließlich waren seine Jungs heiß wie Frittenfett. Schon im Training waren sie nicht zu stoppen. Am Sonntag wollten sie unbedingt die Tabellenspitze stürmen.

Die SG Unterreichenbach/Schwarzenberg feiert
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Die SG Unterreichenbach/Schwarzenberg feiert

Also besorgten die Kicker kurzerhand zehn Schneeschaufeln. Auf Kommando von Spielleiter Nino Theurer schoben sie den Sechszehner frei. Plötzlich kam Robin Schleeh um die Ecke geknattert. Der verletzte Innenverteidiger nahm sich mit dem Mini-Traktor die Seitenaus- und Mittellinien vor.

Jetzt musste halt nur noch der Referee mitspielen. Die SG hatte Glück. Dieter Hammer schlappte kurz über den Platz. Nicht gefroren. Der ehemalige Profi-Schiedsrichter gab grünes Licht. „Also haben wir den gelben Ball rausgeholt und los ging’s“, so Peter Sieben.

Dem Gegner wird es wohl nicht so recht gewesen sein. Mit zwei Rotsperren und einigen verletzten Spielern kommt der 1. FC Schellbronn derzeit auf dem Zahnfleisch daher.

Das war dann auch gleich im Spiel ersichtlich. Die SG Unterreichenbach/Schwarzenberg hingegen drückte auf dem rutschigen Untergrund gleich aufs Tempo. Die Partie war quasi nach 20 Minuten gelaufen. Dominik Soares mit einem Doppelpack sowie Samuel Köhle legten ein 3:0 vor. Die Schellbronner haderten. Der Ball lief tückisch und nicht rund. „Dann musst halt auch recht gegen den Ball schlagen“, soll Dieter Hammer den Spielern vorgeschlagen haben. Schellbronn schwamm, die SG war nicht zu stoppen. „Da hilft eigentlich nur noch ein Flutlichtausfall“, sollen die Gästespieler in der zweiten Halbzeit gewitzelt haben. Doch die Lampen waren am Sonntag gar nicht an. Keine Chance also für eine Flutlichtpanne, wie zuletzt zweimal bei Heimspielen der SG. In der zweiten Halbzeit sorgten Tobias Wüst, ein Schellbronner Eigentor und Manuel Lempert schließlich für den 6:0-Kantersieg und somit erstmals in dieser Saison für den Sprung an die Tabellenspitze in der Kreisklasse A2.

Das feierten die Schneekönige lauthals in der Kabine (siehe Video auf www.pz-news.de) und auch im Clubhaus war mächtig Gaudi angesagt. „Der Clubhauswirt hat sich gefreut“, berichtet Peter Sieben, der mit seinen Jungs natürlich vollauf zufrieden sein kann. „Die sind schon verrückt, eine sensationelle Truppe. Die Mannschaft setzt aber gerade auch das um, was ich von ihr verlange.“ Neun Siege in elf Spielen machen natürlich Spaß. Und vielleicht gelingt der SG ja der große Coup und man steigt nach mehr als sechs Jahren mal wieder in die Kreisliga auf. Die Unterreichenbacher kennen die Pforzheimer Königsklasse, die Schwarzenberger noch nicht.

Es gilt also weiter, konstant zu spielen. Was ist, wenn in der Rückrunde bei den Heimspielen dann in Unterreichenbach die Erfolgsserie reißen sollte? Spielt man dann wieder auf dem großen Platz in Schwarzenberg?

„Der kleinere Platz in Unterreichenbach ist unsere Festung“, erklärt Peter Sieben. „Alle zwei Meter gibt’s hier einen Zweikampf. Wir empfangen hier dann die direkten Konkurrenten und wollen natürlich weiter erfolgreich sein.“ Das erste Spiel in Unterreichenbach findet vermutlich im neuen Jahr am 10. März statt. Mal sehen, ob es schneit.