Jetzt hat es auch Fatih Ceylan erwischt. Neun Spiele lang war der 38-Jährige als Trainer des 1. CfR Pforzheim ungeschlagen geblieben. Am Samstag endete die Serie mit dem 0:1 (0:0) im Holzhofstadion gegen den FC Villingen. Der Trainer selbst zeigte sich einmal mehr als Mann der klaren Worte. „Villingen hat sich das verdient. Ich habe 90 Minuten bei vielen meiner Spieler keine Körperspannung gesehen. Wir haben zu wenig in die Zweikämpfe investiert und hatten zu viele Ballverluste.“
Dass die beste Abwehr der Liga einen Gegentreffer durch Flamur Berisha (72. Minute) kassierte, war an einem Tag ohne Durchschlagskraft im Angriff ein Tor zu viel. Die Offensivprobleme hatten sich schon vor der Partie abgezeichnet, weil mit Stanley Ratifo (gesperrt) und Johnathan Zinram (krank) zwei Spieler fehlten, die normalerweise gesetzt sind. Mit dem Duo fehlte auch in weiten Teilen die Komponente Schnelligkeit.
Erst zehn Tore haben die Pforzheimer in der laufenden Saison erzielt. Am Samstag fehlten die Schützen von sieben dieser Treffer in der Startformation, denn Fabian Czaker, der bislang dreimal erfolgreich war, saß trotz des Fehlens von Ratifo und Zinram nur auf der Bank. „Es geht nur nach der Performance, es zählt nur die Leistung“, lautete Ceylans Kommentar zu diesem Thema. Der CfR-Trainer schickte den jungen Meldin Kovacevic als einzigen Stürmer auf den Platz. „Ich hätte lieber mit zwei Stürmern gespielt“, sagte Ceylan – erneut mit Verweis auf die Trainingsleistungen.
Die Pforzheimer taten sich von Anfang an schwer. „Ich kann mir das auch nicht erklären“, sagte Denis Gudzevic später. Der Mittelfeldspieler war für den angeschlagenen Julian Grupp eingewechselt worden. Für ihn ist klar: „So wie wir spielen, müssen wir aus den wenigen Chancen ein Tor machen.“ Das sei an diesem Tag nicht geglückt, weil in vorderster Front vieles Stückwerk blieb.
Die Gäste machten es dem CfR richtig schwer. Villingen stand tief und sicher, setzte offensiv immer wieder Nadelstiche und hatte seine beste Chance vor der Pause, als Tevik Ceylan einen Schlenzer an die Latte des Pforzheimer Tores (39.) setzte. Die Pforzheimer Angriffe versandeten dank Ballverlusten und ungenauer Zuspiele früh. Der Freistoß von Lucas Turci, den Gästekeeper Marcel Bender um den Pfosten lenkte, war die einzige nennenswerte CfR-Chance vor der Pause (45.).
Nach dem Seitenwechsel wurde das Pforzheimer Spiel auch dank der Einwechslung von Patrick Huckle und Benjamin Sailer etwas druckvoller. Das Tor aber machten die Gäste, die sich nach einem Ein wurf schnell vor den CfR-Strafraum kombinierten, ehe der fein freigespielte Berisha vollstreckte (72.). Der CfR versuchte noch einmal alles und kam in Überzahl nach der Ampelkarte für Villingens Steven Ukoh (75.) auch noch zu einer Großchance, doch den Schuss von Andre Redekop aus kurzer Distanz klärte Torhüter Bender mit einem Reflex (87.).
In der Tabelle hat die Pforzheimer Niederlage keine allzu großen Auswirkungen, weil am Wochenende fast alle Spitzenmannschaften patzten. Nur der FC Villingen machte einen großen Sprung – vorbei am CfR auf Rang zwei.


