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Zuletzt entschied Simon Terodde die Partie gegen Arminia Bielefeld (3:1) im Alleingang (links Gästespieler Julian Börner). Foto: Calagan
Zuletzt entschied Simon Terodde die Partie gegen Arminia Bielefeld (3:1) im Alleingang (links Gästespieler Julian Börner). Foto: Calagan
17.11.2016

Simon Terodde beim VfB-Stuttgart: Tor-Garant mit enorm viel Teamgeist

Torhüter und Linksaußen, sagte man früher mal, seien die Verrücktesten unter den Fußballern. Und Stürmer die mit dem größten Ego. Nur Tore zählen. Daran wird man gemessen. Simon Terodde ist Stürmer. Er ist ein erfolgreicher Stürmer. In der vergangenen Saison hat er für den VfL Bochum in der 2. Bundesliga 25 Tore erzielt. Deshalb hat ihn der VfB Stuttgart geholt. Er soll den Absteiger wieder nach oben schießen. Sieben Treffer, fünf davon in den vergangenen drei Spielen, sind dem 28-Jährigen schon gelungen.

Fragt man Terodde aber nach seinem persönlichen Befinden, dann antwortet er fast immer mit Aussagen über die Mannschaft. Und entspricht damit so überhaupt nicht dem Klischee seiner Zunft.

Wie ist es, am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Union Berlin anzutreten, wo er den Sprung zum etablierten Profi geschafft und mit Michael Parensen (derzeit verletzt) und Damir Kreilach noch zwei gute Freunde hat? „Es wird ein schwieriges Spiel für uns. Wir wollen Berlin unbedingt auf Abstand halten.“ Wie läuft es für ihn seit seinem Wechsel zum VfB im Sommer? „Wir haben ein bisschen gebraucht, aber jetzt haben wir uns gefunden.“

Terodde hat immer das Tor im Visier – aber auch die Mitspieler. Er will gar nicht einer dieser schillernden Stürmertypen sein. „Ich bin nicht so der extrovertierte Spieler. Ich versuche, der Mannschaft mit meinen Stärken zu helfen“, sagt er. Überhaupt: „Der Mannschaft helfen“ ist eine Aussage, die häufig von ihm zu hören ist. Der Torwart tut dies, indem er Gegentreffer verhindert, der Flügelspieler, indem er Flanken schlägt und der Stürmer, indem er Tore schießt. „Ich bin keiner, der da vorne drei Mann aussteigen lässt und den Ball in den Winkel haut“, sagt er. „Ich bin ein Mannschaftsspieler, wie die anderen auch.“

Teroddes Ambitionen verschmelzen mit denen der Mannschaft. „Ich habe fünf Kurzeinsätze in der Bundesliga. Es wäre schön, wenn noch ein paar dazukommen“, erinnert er an seine Zeit beim 1. FC Köln 2010/2011. „Mein Ziel und das der Mannschaft ist der Aufstieg in die Bundesliga.“

Terodde ist ein wichtiger Teil der Stuttgarter Mannschaft. Er profitiert davon, dass es im Team im Moment gut funktioniert. Und das Team profitiert von seinen Toren. Beim 3:1 gegen Arminia Bielefeld erzielte er zuletzt sogar alle Stuttgarter Treffer. „Ich bin in einer Phase, in der ich ins Spiel gehe und weiß: Wenn ich eine oder zwei Chancen bekomme, treffe ich“, sagt der Angreifer selbstbewusst. Das war es dann schon mit ichbezogenen Aussagen.