PZ eSoccer WM Turmquartier
Große Freude bei Giuseppe Marrix (grüner Pullover) und Kubilay Mallioglu (schwarze Weste). Mit Frankreich haben sie die eSoccer-WM der "Pforzheimer" Zeitung gewonnen. 

Spannung pur an der Konsole: Frankreich gewinnt eSoccer-WM

Pforzheim. Wofür die Fußballer in Katar gut einen Monat brauchen, haben die eSportler am Samstag in rund acht Stunden erledigt: Im TurmQuartier der Sparkasse Pforzheim Calw wurde der neue eSoccer-Weltmeister ermittelt. In dem Turnier der "Pforzheimer Zeitung" hat sich Frankreich in einem spannenden Finale den Titel geholt.

Auf der Playstation 5 (PS5) wurde die Fußball-WM, die aktuell in Katar läuft, nachempfunden. In Zweierteams traten die Teilnehmer gegeneinander an der Spielkonsole an. Jede Mannschaft hatte im Vorfeld ein Land zugelost bekommen. Die Begegnungen wurden im aktuellen WM-Modus des Videospiels FIFA 23 ausgetragen. Alle Nationen hatten die gleiche Spielstärke. Es zählte also rein das Können der Spieler an der Konsole.

PZ eSoccer WM Turmquartier
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PZ eSoccer WM im Turmquartier

Schon in der Vorrunde ging es hoch her. Richtig eng war es in Gruppe D, in der gleich drei Mannschaften nach drei Spielen mit sechs Punkten dastanden. Aufgrund der besseren Tordifferenz zogen Frankreich (KG18) und Australien (Gold 3 Schwitzer) ins Achtelfinale ein. Für das punktgleiche Tunesien (Pro Favara) war das Turnier unterdessen vorbei. Auch in Gruppe F gab die Tordifferenz den Ausschlag. Hier lösten Kroatien (Emmert Brothers) und Belgien (Hydra) das Achtelfinalticket vor Marokko (FC Harlem), denen am Ende vier Treffer fehlten, um sich den Einzug in die K.o.-Runde zu schaffen.

Deutschland im Achtelfinale

Für Deutschland, verkörpert von den Goldstadtbrüdern, lief es dabei besser als für die deutsche Nationalmannschaft in Kater. Zwar unterlagen sie ebenfalls Japan (1. CfR Pforzheim eSPort/0:2), gewannen aber gegen Spanien (A.C. Molina/7:2) und Costa Rica (FC Schamppos/3:0) und lösten damit das Ticket für die K.o.-Runde. Dafür war für die Spanier nach der Gruppenphase Ende.

E-Soccer WM Frank Ebert
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Die Technik hinter der PZ-eSoccer-WM

"Wir freuen uns riesig, dass wir unsere Nationalmannschaft bei diesem Turnier vertreten dürfen", sagte Luca Weber von den Goldstadtbrüdern. "Druck machen wir uns aber keinen", betonte sein Teamkollege Janis Baum. Man habe lediglich das Ziel gehabt, weiter zu kommen, als die DFB-Kicker bei der WM in Katar. Das hatten die beiden eSportler aus Pforzheim und Pfaffenrot mit dem Einzug ins Achtelfinale geschafft.

"Wir wollten schon lange mal ein so ein Turnier zusammen spielen, haben aber keines hier in der Gegend gefunden", erklärt Janis Baum.

Bisher haben sie immer auf der PS4 gezockt. "Jetzt hatten wir mal die Chance auch die PS5 auszuprobieren und auch noch eine zu gewinnen". Die Sieger der eSoccer-WM in Pforzheim durften nämlich unter anderem je eine Playstation 5 mit nach Hause nehmen. Weber und Baum müssen jedoch weiter mit der PS4 vorliebnehmen. Im Achtelfinale unterlagen die Goldstadtbrüder Kroatien knapp mit 0:1.

CfR-eSportler mit Japan am Start

Dass Japan ebenfalls ins Achtelfinale einzog, ist keine große Überraschung, wenn man auf die Besetzung schaut. Schließlich waren für das Team aus Asien zwei eSportler vom 1. CfR Pforzheim an der Konsole. Auch wenn man die CfR-Zocker laut Abteilungsleiter Konstantin Sarantidis noch dem Amateurbereich zuzuordnen seien und man ohne ambitioniertes Ziel angetreten sei, ist der Einzug in die K.o.-Phase als Gruppensieger nicht verwunderlich. Und die CfRler hatten großen Spaß bei dem Turnier in Pforzheim. "Die Atmosphäre ist super, die Leute sind korrekt", erklärte Jan Zellner vom Pforzheimer eSportst-Team.

"Wenn so ein Event schon mal in Pforzheim ist, dann wollen wir dabei sein und die Erfahrung mitnehmen", Konstantin Sarantidis, Abteilungsleiter E-Sport 1. CfR Pforzheim

Iran überragend

Eine überragende WM spielte der Iran (Team Lengthy), der bereits in der Vorrunde mit hohen Siegen gegen England (The Ducks/12:0), USA (Spicy Brownies/13:0) und Wales (FC Letzter Platz/8:1) auf sich aufmerksam machte. Nach dem 5:1 gegen Senegal (Sunny Boyz 75) wurde der Iran, gespielt von Tim Bischoff und Nicolai Grimm, dann von Frankreich im Viertelfinale gestoppt.

"Wir haben in der Gruppenphase und im Achtelfinale gut zusammengespielt", meinte Bischoff. "Ab dem Achtelfinale haben wir gemerkt, dass die Gegner immer besser werden", so sein Teamkollege Grimm. Man habe dann im Viertelfinale etwas unglücklich verloren. Dennoch waren beide mit ihrer Leistung zufrieden.

"Es hat großen Spaß gemacht, das Turnier war echt gut organisiert", bilanzierte Grimm.

Für das eSport-Event im Turmquartier stellte die Sparkasse Pforzheim Calw nicht nur ihr Forum, sondern auch die Technik zur Verfügung, mit der unter anderem der Twitch-Stream betrieben wurde. Die Elektronikfachmärkte Saturn und MediaMarkt lieferten die Konsolen, Controller und 65 Zoll-Bildschirme. XXXLutz Mann Mobilia Karlsruhe sorgte mit Gamingstühlen für bequeme Sitzmöglichkeiten.

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Gaming-Stühle für die PZ-eSoccer-WM 2022 stehen schon

Enge Kisten im Halbfinale

Im Halbfinale wollte dann keiner mehr ausscheiden. Sowohl im Duell Australien gegen Frankreich als auch in der Partie Japan gegen Kroatien war es spannend bis zum Schluss. Erst in der Verlängerung konnten die Finalisten ermittelt werden. Am Ende zogen Frankreich und Kroatien ins Endspiel ein.

Australien schnappt sich Bronze

Spannung pur bot das Spiel um Platz drei. In der letzten Minute der Verlängerung gelang Australien gegen Japan der Ausgleich zum 2:2. Somit ging es erstmals in diesem Turnier ins Elfmeterschießen, in dem die Australier das bessere Händchen hatten.

"Wir sind mit der Erwartung maximal Viertelfinale angetreten", sagt Stephan Uhle von den Gold 3 Schwitzern, die als Australien nun mit Bronze nach Hause gehen. "Jetzt ist es Platz drei geworden, das ist echt stark." Uhle und sein Teamkollege Jonathan Dech sicherten sich mit Rang drei auch zwei Gramm Gold.

"Die Organisation war echt super. Alle Teams haben fair gespielt", Jonathan Dech von den Gold 3 Schwitzern.

Frankreich ist Weltmeister

Im Finale kam es zum Duell Frankreich gegen Kroatien und damit genau zu der Konstellation, die es auch bei der Fußball-WM 2018 in Russland gab. Wie damals auf dem Rasen, setzte sich auch bei der eSoccer-WM Frankreich durch. Hauchdünn mit 2:1 sicherten sich Giuseppe Marrix und Kubilay Mallioglu den Titel. 

"Bei uns stimmt einfach die Connection, wir kennen uns schon sehr sehr lange und zocken oft gegeneinander", verriet Guiseppe Marrix das Erfolgsgeheimnis von ihm und seinem Mitspieler Kubilay Mallioglu.

PZ eSoccer WM Auslosung
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So lief die Auslosung zur PZ-eSoccer-WM

Die Organisatoren zogen nach der zweiten eSoccer-WM (die erste wurde 2010 ausgetragen) ein positves Fazit. "Das war ein sensationelles Event mit viel Begeisterung und hohem Niveau", so Magnus Schlecht, Chief Digital Officer PZ-Medien. "Es hat großen Spaß gemacht, die Mannschaften zu erleben und auch unser Team zu erleben, wie es das Event organisiert hat", so Schlecht weiter. 

 

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Anna Wittmershaus

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