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27.09.2016

Spielabbruch bei Fatihspor gegen Grunbach: War der Schiri zu jung?

Die Reaktionen auf den Abbruch der Kreisligapartie zwischen dem FC Fatihspor Pforzheim und dem TSV Grunbach sind nach wie vor heftig. Im Forum und auf der Facebook-Seite der PZ taucht vor allem immer wieder die Frage auf, ob ein 16-jähriger Schiedsrichter nicht überfordert sei mit der Leitung eines solchen Spieles.

Justin Bechtel von der TSG Hoffenheim hatte die Partie am vergangenen Sonntag beim Stand von 2:0 für Fatihspor in der 80. Minute abgebrochen (die PZ berichtete). Nach einem Foulspiel eines Fatihspor-Spielers eskalierte die zuvor schon hitzige Auseinandersetzung und es war zu Tumulten gekommen. Die Mannschaft des TSV Grunbach verließ daraufhin den Platz. Vieles deutet darauf hin, dass Fatihspor nun die drei Punkte am Grünen Tisch erhalten wird, glauben Beobachter.

Grundsätzlich hält es Jörg Augenstein nicht für problematisch, einen 16-jährigen Schiri in der Kreisliga einzusetzen. Schiedsrichter müssen mindesten zwölf Jahre alt sein, klärt der Obmann des Schiedsrichter-Vereinigung Pforzheim auf. „Wenn dann einer recht früh für die Kreisliga eingestuft wird, dann kann man davon ausgehen, dass dies nach eingehender Prüfung und reiflicher Überlegung geschieht.“ Der junge Schiedsrichter werde nach seiner Leistung und mehreren Beobachtungen beurteilt. „Wir machen uns da sehr viele Gedanken“, versichert Augenstein, dass kein junger Schiri fahrlässig ins kalte Wasser geworfen werde.

Im Fußballkreis Pforzheim habe man mit Nico Knodel aus Ölbronn-Dürrn auch einen vielversprechenden Nachwuchs-Schiedsrichter, der mit 17 bereits Spiele in der Kreisliga pfeift. Ein akutes Schiedsrichter-Problem habe man im Kreis nicht. Es sei aber schwer, junge Leute dauerhaft zu motivieren, gerade wenn sie zu Beginn ihrer Schiri-Karriere bei der Leitung von Juniorenspielen immer wieder von Trainern oder Eltern beschimpft würden. „Es ist ein Unding, was sich da manchmal abspielt“, betont Augenstein.

Trotz der unschönen Ereignisse auf dem Sportplatz von Fatihspor registriert man weder im Fußballkreis Pforzheim noch im Bereich des Badischen Fußballverbandes (BFV) eine signifikante Zunahme von Spielabbrüchen oder Gewalt auf dem Platz. Das versichern Felix Wiedemann, Spielleiter des BFV, und Helmut Sickmüller, BFV-Vizepräsident für gesellschaftliche Verantwortung. Sickmüller, dem der Bericht des Schiedsrichters zum Spiel bei Fatihspor kraft seines Amtes im Präsidium vorliegt, spricht von einem eher harmlosen Abbruch. „Und trotzdem ist jeder Spielabbruch einer zuviel“, betont er.

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