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Knackpunkt Funktionsgebäude (links): Weil sich dessen Ausbau verzögert, muss der Umzug des 1. CfR Pforzheim ins Stadion Brötzinger Tal erneut verschoben werden. Foto: Meyer
Knackpunkt Funktionsgebäude (links): Weil sich dessen Ausbau verzögert, muss der Umzug des 1. CfR Pforzheim ins Stadion Brötzinger Tal erneut verschoben werden. Foto: Meyer
21.05.2019

Stadion-Ausbau des 1. CfR Pforzheim verzögert sich erneut - das sind die Gründe

Pforzheim. Auf der Zielgeraden gerät der Ausbau des Stadions im Brötzinger Tal noch einmal ins Stocken. Mit dem geplanten Umzug des 1. CfR Pforzheim im August dieses Jahres wird es nichts, wie sich in den vergangenen Tagen herauskristallisiert hat.

Der Grund: Das Funktionsgebäude neben der neuen Tribüne wird nicht rechtzeitig fertig. Ursache für diese erneute Verzögerung ist aber kein Versäumnis von Stadt (Stadion-Eigentümer) oder CfR (Bauherr). Das Unternehmen, bei dem die Fenster für das Funktionsgebäude bestellt waren, ging in die Insolvenz. Im Januar hat man das erfahren. Durch die neue Bestellung verlor man wertvolle Zeit. Vergangene Woche wurden die Fenster geliefert. Nun werden sie eingebaut. „Wir verlieren drei bis dreieinhalb Monate. Bis Ende April hatten wir noch die Hoffnung, den Umzugstermin Anfang August halten zu können“, erklärt Markus Geiser, der Vorstandsvorsitzende des CfR. Verzögert habe sich alles auch, weil es zur Zeit sehr schwierig sei, Handwerker zu bekommen, so Geiser.

Frühestens Ende Oktober

Jetzt kann man wohl frühestens Ende Oktober umziehen. Ob das Sinn macht, wird derzeit noch diskutiert. Eventuell fasst man aus praktischen Erwägungen heraus einen Umzug in der Winterpause der Saison 2019/20 ins Auge.

Erst wenn die Fenster im Funktionsgebäude installiert sind, kann der weitere Ausbau erfolgen. In dem Gebäude sind die Umkleidekabinen und Duschen für den Spielbetrieb untergebracht. Im Obergeschoss des Multi-Funktionstraktes soll es Verwaltungs- und Funktionsräume wie Fitnessraum, Schulungsraum und ein Geschäftszimmer geben. Die Räume sollen auch von andern Vereinen genutzt werden können.

„Ohne Umkleiden und Duschen macht ein Spielbetrieb keinen Sinn“, sagt Volker Drodofsky vom Verwaltungsrat des CfR, der sich wie viele Mitglieder des CfR derzeit viel im Brötzinger Tal aufhält, um den Ausbau auch in Eigenregie voranzubringen. So müssen die Außenanlagen ertüchtigt werden, der restliche Ausbau des Clubhauses steht an. Auf der Gegengeraden werden die rund 300 Sitzschalen installiert, die man vergangenes Jahr für das DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen angeschafft und im Stadion Holzhof eingebaut hatte. Mit einem potenziellen Pächter für das Clubhaus steht man in Verhandlungen.

Verhandlungen mit SWP

Verhandlungen wird es auch noch mit den Stadtwerken Pforzheim (SWP) geben müssen. Der Mietvertrag mit dem Energieversorger, dem das Stadion Holzhof gehört, wurde im Juli 2018 noch einmal bis 30. Juni 2019 verlängert. Damals war man der optimistischen Ansicht, dass diese Laufzeit ausreichend sei für den CfR. Jetzt muss man erneut an den Verhandlungstisch. „Das soll recht zeitnah geschehen. Ich denke, dass wir uns mit den Stadtwerken einigen können. Wir haben eigentlich ein recht gutes Verhältnis“, so Markus Geiser. Positiv für den CfR könnte auch sein, dass es einen Wechsel in der Geschäftsführung der SWP gab. Denn der frühere Geschäftsführer Roger Heidt war bekanntlich kein großer Freund der Fußballspiele auf dem Holzhofgelände, einem Trinkwasser-Schutzgebiet. Das ließ er den Verein auch spüren, als es im vergangenen Jahr um die Austragung des DFB-Pokalspieles auf dem Holzhof ging. Durch Intervention von Pforzheim OB Peter Boch gelang es schließlich, die Genehmigung der Stadtwerke für das prestigeträchtige Spiel zu erwirken.

Seit 2013 wird im Brötzinger Tal gebaut, der erste Spatenstich war im Mai 2013. Der Gesamtkostenrahmen für die Maßnahme stieg im Lauf der Jahre beträchtlich. Er beläuft sich nach neuesten Berechnungen, die jüngst im Sportausschuss des Pforzheimer Gemeinderates vorgestellt wurden, auf 4,26 Millionen Euro. Durch Zuschüsse und Vorsteuerabzug kommt auf die Stadtkasse ein Gesamtaufwand von 3,74 Millionen Euro zu.