Stark im Einzel und im Doppel war Marko Lenz, der jeweils eine positive Bilanz hatte. Foto: PZ-Archiv/Hennrich
Eine gute Punkteausbeute hatten Denis Gremelmayr (links) im Einzel und Rameez Junaid (rechts) im Doppel. Foto: Hennrich
Seit vielen Jahren schlägt Holger Fischer für den TC Wolfsberg auf. Foto: Hennrich
Sport
TC Wolfsberg Pforzheim sichert sich weitere Saison in der 2. Tennis-Liga
  • Udo Koller

Pforzheim. Selbst Thomas Hell kommt ins Grübeln, als ihm die Frage gestellt wird, seit wann genau der TC Wolfsberg Pforzheim denn nun dauerhaft in Deutschlands zweithöchster Liga vertreten ist. „Wir sind 1983 aufgestiegen“, sagt der Teammanager schließlich. Mehr muss er zum Thema auch nicht wissen. Denn abgestiegen ist der Tennisclub aus der Pforzheimer Nordstadt seither nicht mehr. Zweitklassigkeit ist in Bezug auf den TC Wolfsberg also kein abwertendes Urteil, sondern ein schlichter Beleg für Beständigkeit.

35 Jahre spielen die Pforzheimer nun also in der zweithöchsten Klasse, die einst noch Regionalliga hieß, seit vielen Jahren aber die Bezeichnung 2. Liga trägt. Eine unendliche Geschichte. Und die Mannschaft hat sich soeben ein weiteres Jahr in dieser Spielklasse gesichert. Vier Siege, vier Niederlagen und Tabellenplatz vier standen am Ende zu Buche. Das klingt entspannter, als die Saison letztlich tatsächlich war. Denn wenn von neun Mannschaften zwei absteigen müssen, ist der Weg aus dem Mittelfeld der Tabelle zu den Abstiegsplätzen nicht sehr weit. So war der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern, als die Wolfsberger das letzte Spielwochenende in Angriff nahmen. „Spannend und nervenaufreibend“, nennt Thomas Hell die Saison deshalb. Sein Urteil: „Es wird immer enger, weil die Gegner gefühlt immer stärker werden.“

Tatsache ist, dass immer mehr Vereine immer mehr Geld in die Hand nehmen, um ihre Teams mit illustren Namen zu schmücken. Das gilt auch für die Aufsteiger, die in früheren Jahre gerne mal als Punktelieferanten unterwegs waren. „Von den acht Spielen waren sieben offen“, sagt Thomas Hell. Er meint damit: In diesen sieben Begegnungen hatte der TCW die Chance zu gewinnen, der Gegner jeweils aber auch. Nur gegen den TC Großhesselohe waren die Pforzheimer schlicht chancenlos. Ausgerechnet am Meister und Aufsteiger lässt sich aber die Ausgeglichenheit der Liga demonstrieren, denn das Team aus München kassierte seine einzige Saisonniederlage gegen den späteren Absteiger Ludwigshafen, „der an diesem Tag eine unfassbar gute Mannschaft aufgeboten hat“, wie Hell zu berichten weiß.

In Pforzheim ist alles dafür bereit, kommende Saison die nächste Saison in Liga zwei in Angriff zu nehmen. Dafür bleiben die Wolfsberger ihrem Konzept treu. In der Nordstadt setzte man auf einen Stamm deutscher Spieler, die wie Holger Fischer teilweise schon seit vielen Jahren das Racket für den Verein schwingen. Dass die Pforzheimer in der abgelaufenen Saison immer vier und teilweise sogar fünf deutsche Spieler in sechs Einzel schickten, ist in der 2. Liga eher Ausnahme als Regel. Viele Gegner laufen mit vier oder fünf Ausländern auf.

Beim TC Wolfsberg ist eher Nachhaltigkeit gefragt. Die endet auch nicht, wenn Spieler altersbedingt nicht mehr in der 2. Liga spielen können oder wollen. So schlagen Tobias Klein und Andre Wiesler heute in der Nordstadt für die zweite Mannschaft auf, Boris Bachert verstärkt die Herren 30.

Die beste Bilanz in der abgelaufenen Saison hatte bei den Wolfsbergern Marco Lenz, der alle Spiele bestritt und dabei fünf Punkte im Einzel und sechs im Doppel einsammelte – also elf von 16 möglichen Punkten. Lenz profitierte dabei auch davon, dass sein Verein in fast jeder Partie einen Ausländer aufbot und er zudem in der Setzliste hinter Dominik Köpfer teilweise auf Position drei zurückrutschte. Stark auch die Einzelbilanz von Denis Gremelmayr (5:2) oder die Doppelbilanz des Spaniers David Souto, der zwar keines seiner vier Einzel gewann, dafür als Doppelspieler ein 4:0 meldet. Und der Australier Rameez Junaid ist als Doppelspezialist (5:3) immer noch eine Waffe.

Viel ist in dieser Spielklasse natürlich auch von den Sponsoren abhängig. Antritts- und Siegprämien, Reisekosten, Übernachtungen, Verpflegung – „wenn man mit zehn Mann unterwegs ist, kommt schon einiges zusammen“, weiß der TCW-Teammanager. Zusätzliche Hilfe wäre willkommen. Damit die Pforzheimer ihre Mannschaft eine weitere Saison erfolgreich aufs Feld schicken können. Und die unendliche Geschichte in der 2. Liga weitergeht.