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Zu selten erwies sich TGS-Torhüter Jonathan Binder gegen Oppenweiler als unüberwindbares Hindernis.  Foto: Hennrich 

TGS-Höhenflug endet abrupt: Niederlage gegen HC Oppenweiler/Backnang

Nach fünf Siegen in Folge ist der Höhenflug der TGS Pforzheim zuhause gegen den HC Oppenweiler/Backnang mit einer 29:37-Bruchlandung geendet. Eine Niederlage in der 3. Handball-Liga, an der es nichts zu deuteln gibt – denn der Gast aus dem Murrtal, der bereits in der vergangenen Saison die Zähler aus der Bertha-Benz-Halle entführt hatte, bestimmte die Partie am Samstag in allen Belangen.

Der Unterschied zur Niederlage in der vorigen Saison, als die Württemberger auf einen personell ausgebluteten Gastgeber trafen: Dieses mal stand TGS-Coach Andrej Klimovets bis auf Torhüter Sebastian Ullrich sein kompletter Kader zur Verfügung. Dessen Fehlen erwies sich aber als Achillesferse. Denn Jonathan Binder, dem die Pforzheimer in den vergangenen Jahren schon etliche Höhepunkte zu verdanken hatten, war nach einer Erkrankung sichtlich geschwächt und am Samstag kein großer Rückhalt. Und der junge Dominik Merz, der phasenweise auch zum Einsatz kam, ist für die 3. Liga (noch) keine Alternative.

Den Spielverlust an der Leistung der Torhüter aufzuhängen, wäre jedoch ungerecht. Denn auch die Abwehr der Wartberger zeigte deutliche Schwächen. Waren es bei den ersten Angriffen die Backnanger Rückraumspieler Ruben Sigle und der ehemalige TGSler Evgeni Prasolov, die den zögerlichen TGS-Abwehrblock überwarfen, waren es in der Folge der wendige Philipp Schöbinger und der bullige Dominik Koch am Kreis, die dem Innenblock immer wieder eine Nase drehten.

Vier Schüsse, vier Treffer brachten die Gäste vom Anpfiff an weg. Weil Pforzheims Rückraum in der torreichen Anfangsphase noch dagegenhielt, war beim 6:6-Gleichstand nach zehn Minuten noch alles offen. Dann nutzte Backnang Pforzheims Abwehrlöcher und war mit 14:10-Treffern in der 24. Minute erstmals deutlich weg. Drei Tore von Marco Kikillus und ein Einschuss von Florian Taafel übertünchten die schwache Viertelstunde bis zum 15:16-Halbzeitstand dann doch noch.

Fünf Tore in Folge

Wer zur Pause darauf gehofft hatte, dass die Wartberger nun das Heft des Handelns übernehmen, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Bis Marco Kikillus mit einem Tempolauf vom eigenen Strafraum weg in der 37. Minute den ersten TGS-Treffer nach dem Wechsel setzte, war der Gast mit den ersten fünf Toren der zweiten Hälfte mit 21:15-Toren enteilt.

Danach kann man dem Rück-raum der TGS zwar Druck und auch Tore bescheinigen. Die Treffer von Florian Taafel, Patrick Zweigner und Yanez Kirschner waren letztendlich aber wirkungslos, weil Sigle aus dem Rückraum und Schöbinger vom Kreis die Einschüsse der Turngesellen postwendend mit Gegentoren beantworteten.

Pforzheims Handballabteilungsleiter Wolfgang Taafel zeigte sich bei der abschließenden Spielkritik dann gelöster als erwartet: „Ein solches Spiel, zu dem wir nie den Zugriff gefunden haben, passiert. Wir müssen wieder aufstehen und werden dies auch bereits am nächsten Samstag im Verfolgerduell mit Balingen/Weilstetten tun.“